Montag, 15. Juli 2019

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. (Mt 10,37)

15 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,34-42.11,1

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 

Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 

und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. 

Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. 

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. 

Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. 

Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. 

Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.  (Mt 10,37)

 

Jesus will uns sagen, dass er, dass die Nachfolge Jesu, noch wichtiger ist als die Familie. Die Familie hat eine sehr hohe Priorität. Aber de facto hat sie bei fast allen Menschen den höchsten Lebenssinn eingenommen. Alle, die Gott verloren haben, oder denen Gott nicht mehr wichtig ist, wofür leben sie? Die meisten, die Kinder haben, sagen: „Wir leben für unsere Kinder." Vor kurzem sagte mir ein Vater von vier Kindern: „Ich nehme ja nichts mit aus dieser Welt. Wofür lebe ich nun? Ich lebe für meine Kinder." Und dieses Bewusstsein enthält für ihn einen hohen moralischen Anspruch. Er will seinen Kindern ein gutes Vorbild sein, er will seine Kinder gut erziehen. Und das ist gut. Jesus sagt nicht, dass die Familie nicht einen hohen Stellenwert in unserem Leben haben sollte. Aber das ist nicht alles. Die Familie darf nicht den Platz einnehmen, der nur Gott zusteht.

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.

 

Wenn man die Familie als obersten Lebenssinn betrachtet und nicht mehr Gott, dann gerät alles durcheinander. Man verliert den Blick für die Prioritäten. Am Sonntag ist dann das Frühstück wichtiger als die Messe. Wo Gott von seinem Thron heruntergestürzt wird, auch wenn dies nicht in böser Absicht geschieht, da rennen die Menschen langfristig ins Verderben. Etwas Weltliches – und sei es noch so kostbar – kann nicht die Stelle Gottes einnehmen. Gott ist der erste Sinn unseres Lebens. Er hat den ersten Platz. Er schenkt uns unsere Berufung. Er soll bestimmen, welche Richtung unser Leben nimmt. Ohne die göttliche Berufung wird irgendwann alles einmal zerbröckeln, was wir uns selber aufgebaut haben. Und um diese göttliche Berufung zu leben, müssen wir Gott Zeit und Priorität einräumen. Das zeigt sich beim täglichen Gebet und vor allem bei der Sonntagsmesse. Wer die schwänzt, der hat Gott schon lange von seinem ersten Platz heruntergeholt.

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.

 

Wir sollen auch darauf achten, dass unsere Beziehung zu Gott nicht beeinträchtigt wird durch unser Harmoniebedürfnis zu unseren Familienmitgliedern. Ich kann vielleicht mal ein Gebet zurückstellen, aber ich darf nicht immer Rücksicht nehmen. Ich darf nicht meine Beziehung zu Gott vernachlässigen, weil die anderen etwas anderes von uns wollen. Harmonie ist nicht immer das Beste. Wir müssen auch unseren Standpunkt vertreten, und dann müssen die anderen mal auf uns Rücksicht nehmen. Meine Erfahrung ist, dass sie meistens viel mehr bereit sind, Rücksicht zu nehmen, als ich es erwartet hätte. Oft hindert mich meine eigene Angst, meinen Weg zu gehen, und ich nehme Rücksicht auf die anderen. Wenn wir z.B. mit mehreren zusammen sind, und ich vorschlagen will, einen Rosenkranz zu beten, dann befürchte ich, dass das auf wenig Gegenliebe stößt. Aber wenn ich dann doch den Mut aufbringe, dann ist die Reaktion viel positiver als ich es gedacht hatte. Man soll also nicht immer auf sein Harmoniegefühl Rücksicht nehmen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns führst und leitest. Du bist die höchste Priorität in unserem Leben. Von dir haben wir unsere Berufung, von dir haben wir alles. Zeige uns, wo wir ein falsches Harmoniebedürfnis überwinden sollen, aber auch, wo wir wirklich in Liebe Rücksicht auf die andern nehmen sollen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, wenn DU erlaubst, so möchte ich gestärkt durch den Beistand des Hl.Geistes und den Schutz meines Schutzengel und der Liebe der Gottesmutter Maria, JA sagen zur Nachfolge in DEINEM HEILIGEN WORT.

    JA, Jesus Du mein Herr und Gott

    Amen

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