Mittwoch, 3. Juli 2019

Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.(Joh 20,25)

Heiliger Thomas – Fest

 

EVANGELIUM

Joh 20, 24-29

24Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.

26Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!

27Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!

29Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.


Tagesimpuls:  


Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.(Joh 20,25)


Thomas ist ein Skeptiker. Aber es kann sein, dass der Skeptiker sich mit der Frage nach Jesus intensiv auseinandersetzt. Wir müssen nicht gleich entmutigt sein, wenn Menschen kritische Fragen stellen. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht. Sie sind in einer inneren Auseinandersetzung. In ihnen herrscht der Kampf zwischen Glauben und Unglauben. Ein befreundeter Priester sagte einmal einer besorgten Mutter, deren Sohn aus der Kirche ausgetreten war: „Vielleicht ist der Austritt der erste Schritt auf einem langen Weg der Bekehrung." Ich kann das bestätigen. Mitunter kann man mit denen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder sich offensichtlich als Atheisten bezeichnen, bessere Gespräche über den Glauben führen als mit lauen Katholiken. 


Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.


Wenn wir selber die Gegenwart Jesu in uns tragen, dann kann es schnell passieren, dass der Unglaube in einem anderen Menschen offenbar wird. Wenn wir lau wären, würde das nicht geschehen. Dann ist das, so unangenehm es scheinen mag, doch eigentlich ein sehr gutes Zeichen. Bei Jesus war es auch so. Wenn er irgendwo hinkam, dann manifestierten sich sogar die Dämonen. Das heißt nicht, dass Jesus etwas Schlechtes gemacht hätte. Im Gegenteil! Wenn die Dämonen bloßgestellt sind, das ist der erste Schritt auf dem Weg, auf dem sie vertrieben werden. Eigentlich müssten wir uns also freuen, wenn Menschen kritisch auf uns bzw. auf Jesus in uns reagieren. Das heißt, hier geschieht etwas, hier kommt in einem Menschen etwas in Bewegung. 


Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.


Beten wir für die Skeptiker! Beten wir für die Kritiker! Vermutlich brauchen sie gerade jetzt viel Gebetsunterstützung. Und bleiben wir im Gespräch! Bleiben wir in der Liebe! Ohne die Liebe, ohne die Beziehung, wäre Thomas wohl nicht mitgekommen zum Gottesdienst. Die anderen Jünger haben ihm nicht gesagt: „Dann mach doch, was du willst!" Sie sind drangeblieben und haben ihn eingeladen. Und dann haben sie auf Jesus vertraut. Jesus allein ist es, der den anderen überzeugen kann. Das müssen wir nicht tun, und wir können es auch nicht tun. Wir können nur bezeugen, Zeugnis geben, das Überzeugen macht Jesus, zusammen mit dem Heiligen Geist. 


Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du den Thomas überzeugt hast. Du hast dich ihm offenbart. Jesus, heute bete ich für alle, die noch zweifeln, für alle Skeptiker. Hilf uns, mit ihnen in der Liebe, in der Beziehung zu bleiben. Schenke uns die richtigen Antworten auf ihre Fragen. Und schenke uns und ihnen Wege, die sie immer mehr zu dir führen. Schenke ihnen göttliche Begegnungen mit Menschen, die ihnen den Glauben bezeugen, so dass sie sich auf den Weg machen, dir zu begegnen. 


Pastor Roland Bohnen
www.tagesimpuls.de


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen