Donnerstag, 25. Juli 2019

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. (Mt 20,26)

Heiliger Jakobus

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,20-28

In jener Zeit kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. 

Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. 

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. 

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. 

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. 

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. 

Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 

und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. (Mt 20,26)

 

Wir Menschen haben ein Geltungsbedürfnis, wir wollen angesehen sein, akzeptiert werden, geschätzt werden, ja auch geehrt werden. Und wenn wir einen anderen Menschen loben, dann sehen wir, wie er immer positiv darauf reagiert. Da liegt ein tiefes menschliches Bedürfnis. Aber wir dürfen diesem Bedürfnis nicht einen zu großen Raum geben, alles muss im richtigen Maß bleiben – wie z.B. auch das Essen ein Bedürfnis ist, aber zu viel davon ist ungesund.

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Maria sagt, dass die Niedrigen von Gott erhöht werden, Jesus sagt, dass wir dienen sollen, nicht herrschen. Wir müssen lernen – und ich weiß, dass das für die meisten Menschen sehr, sehr schwer ist – alle unsere Bedürfnisse nach Liebe, Zuwendung, Anerkennung und Ehre von Gott erfüllen zu lassen. Viele antworten dann, dass Gott ihnen zu abstrakt wäre, dass sie das von Gott nicht empfangen könnten, was sie an Liebe bei den Menschen suchen. Aber in Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Die Menschen können es nicht geben, oder nur sehr schwach. Gott allein kann das geben, und gerade deswegen ist es wichtig, dass wir in die Beziehung zu Gott investieren. Viele Leute gehen zu asiatischen Gurus und investieren enorm viel, um zu meditieren und eine Erleuchtung zu empfangen. Warum können wir Christen nicht wenigstens etwas in die Beziehung zu Gott investieren, damit Gott und Jesus für uns nicht mehr so abstrakt bleiben, damit sie real werden in unserem Leben, damit wir dann eines Tages wirklich sagen können: „Ich weiß mich von Gott geliebt, und das gibt mir so viel, dass ich jeden Schmerz überwinden kann." Gott will das, er will ganz real erfahrbar werden in unserem Leben. Er wartet darauf, dass wir unser Herz öffnen und vor allem weiten, damit seine Liebe in uns hineinfließen kann.

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Je mehr das geschieht, umso mehr können wir dienen, umso mehr können wir anderen helfen, ohne immer zu fragen, was wir denn von den anderen bekommen. Ich stelle es mir vor wie ein Brunnen mit Schalen. Das Wasser fließt zuerst in die obere Schale, das ist die Liebe Gottes, die mein Herz erfüllt. Vor dort fließt es in die untere Schale, das sind die anderen, die ich liebe. Ich kann nicht erwarten, dass das Wasser hoch fließen soll. Ich soll die anderen lieben, ich soll den anderen dienen, nicht umgekehrt.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass du für mich nicht mehr abstrakt bist, sondern eine reale Person in meinem Leben, die mich mit Liebe erfüllt. Danke, dass ich deine Liebe wirklich erfahren kann. Hilf mir, noch mehr zu dienen, vor allem in kleinen Dingen. Hilf mir, meine Trägheit zu überwinden und die Gelegenheiten zum Dienen wahrzunehmen, die sich mir heute anbieten.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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