Dienstag, 3. März 2020

Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. (Mt 6,8)

01 Woche der Fastenzeit    Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 6,7-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. 

Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. 

So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, 

dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. 

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. 

Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. 

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen. 

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. 

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.  (Mt 6,8)

 

Gott kennt uns und weiß alles, was wir brauchen. Beten bedeutet nicht, Gott über meine Not informieren. Es bedeutet vielmehr, die Geschenke, die Gott mir machen will, abholen. Wenn wir jemandem ein Geschenk machen wollen, aber der andere hat nie Zeit für uns, wir hätten keine Gelegenheit, ihm das Geschenk zu überreichen, dann wäre das frustrierend. Ähnlich ist es, wenn wir uns zu wenig Zeit zum Gebet nehmen. Wir nehmen dann das viele, dass Gott uns schenken will, nicht in Anspruch. Wenn wir nur ganz kurz beten, dann kann Gott uns auch nur ein wenig Gnade schenken.

 

Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

 

Gott möchte, dass wir Fürbitten machen. Das ist in der Bibel fest verankert, und ebenso in der kirchlichen Tradition. Aber wir sollen es im oben genannten Sinn machen. Es kommt mehr auf die Zeit an als auf die Worte. Wenn wir z.B. das kontemplative Gebet praktizieren, dann brauchen wir gar keine Worte. Es gibt auch Gebete, bei denen Worte wiederholt werden, wie z.B. der  Rosenkranz. Die Wiederholung der Worte dient dazu, sich in die Gegenwart Gottes zu versenken, ähnlich wie beim Wiederholen eines Liedrufes, wie z.B. bei den Taizé Liedern. Das ist also kein Plappern, was Jesus hier gemeint hat, sondern ein In-die-Tiefe-Gehen, um mit dem Herzen bei Gott zu sein. Wie gesagt, wichtig ist, dass wir der Begegnung mit Gott Zeit schenken.

 

Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.

 

Ich glaube, je mehr wir in diese Tiefe mit Gott kommen, umso mehr wird dann auch unser Alltag davon geprägt. Wir können an die Erfahrung kommen, von der Paulus spricht, wenn er sagt: „Betet ohne Unterlass!" (1 Thess 5,17) Dann wird unser ganzes Leben von der Gegenwart Gottes geprägt, die Gebetszeiten und der Alltag.

 

Gebet:

Jesus, danke für deine Hinweise zum Gebet. Wir sollen nicht plappern, nicht viele Worte machen. Wichtig ist, dass unser Herz bei dir ist, dass wir in deiner Gegenwart sind. Bitte hilf uns heute dabei. Und schenke jedem von uns die Form des Gebets, die für ihn die passendste ist.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, lehre mich nicht nur rechtes beten, ( also nicht nur ein gedankenloses nachbeten - nachsprechen deiner Worte ) sondern lass mich erkennen, was mir die Worte sagen.
    z.B. " Gib uns heute das Brot das wir brauchen"
    - was ist, wenn ich heute nichts zu essen bekomme, und Morgen und Übermorgen auch nicht.
    Was ist, wenn mein Baby nichts zu essen bekommt..und ich den großen Kindern keine Schulverpflegung mitgeben kann ... uvm.

    Wie gehe ich beim Beten mit meinen ausgesprochenen Worten um? Erkennen ich die Wichtigkeit DEINER, uns überlieferten Worte? Darf ich etwas an diesen Worten verändern ( wer gibt mir das Recht dazu ? - warum versuchen einige Länder die Worte des Vater Unser, abzuändern? )
    Vergesse ich nicht vielmehr meine Lebenssituation, und darüber hinaus wieviel Lebensmittelreste, oder wieviel Brot ich täglich - wöchentlich wegschmeiße.

    Jesus, habe Erbarmen mit mir, denn ich habe gesündigt vor dir. Schenke mir das Erkennen der Wahrheit Gottes, die in diesem Gebet enthalten ist.

    Amen

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