Mittwoch, 11. März 2020

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein. (Mt 20,26)

02 Woche der Fastenzeit    

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,17-28

In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: 

Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen 

und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen. 

Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte. 

Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen. 

Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es. 

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat. 

Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder. 

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. 

Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 

und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein. 

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.  (Mt 20,26)

 

Neulich bot ich jemandem an, dass ich ihm seine finanziellen Auslagen erstatten würde. Darauf antwortete er: „Nein, ich will den Gotteslohn!" Das fand ich toll! Ich habe dann noch geantwortet: „Klar, du willst, dass man dir später nicht sagt: ‚Du hast deinen Lohn bereits erhalten'". Ich fand das vorbildlich! Ein Mensch, der nicht auf irdischen Lohn schielt, sondern auf die Anerkennung, die er von Gott bekommt!

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Wieso fällt mir das ein bei diesem Evangelium? Weil ich denke, dass dieses Streben nach dem Vorrang, nach dem ersten Platz, eigentlich eine Suche nach Anerkennung ist. Wir sind immer in der Gefahr, von Menschen Anerkennung zu erwarten. Wir machen unseren Selbstwert daran fest, was andere von uns sagen, wie beliebt wir sind, welche Position wir in der Gemeinschaft einnehmen. Aber das ist falsch. Jesus will uns von dieser Sucht nach menschlicher Anerkennung befreien. Wir haben unseren Wert vor Gott und in der Gemeinschaft. Das ist einfach so. Dazu müssen wir nichts tun, keine besondere Position anstreben, keinen besonderen Lohn von Menschen empfangen. Ich sage manchmal aus Spaß: „Ich bin ein kleiner Landpfarrer, ich muss keine hohe Position im Bistum haben. Ich freue mich, dass es so ist, wie es ist!" In den Augen anderer bin ich vielleicht manchmal ein Außenseiter, aber ich bemühe mich, vor Gott das Richtige zu tun. Gott gibt mir meine Anerkennung, darüber bin ich sehr froh!

 

Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.

 

Das bedeutet nicht, dass Ablehnung mir nicht weh täte. Das Böse tut immer weh. Aber trotzdem kann ich sagen, dass ich nicht abhängig davon bin, was die Leute sagen oder denken. Ich sehe meine Aufgabe als Dienst an für die Menschen. Und verantworten muss ich mich einmal vor Gott.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass du uns befreien willst von der Geltungssucht, von der Sucht, Lohn und Anerkennung vor den Menschen zu bekommen. Danke, dass wir in dir ruhen können, dass wir in dir unsere Mitte finden und nicht ständig um das kreisen müssen, was andere denken oder tun. Hilf uns, wirklich Diener zu sein für die anderen, und dass wir das sein können aus einer großen inneren Freiheit heraus, die du uns schenkst!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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1 Kommentar:

  1. Jesus, ein Gedanke fesselt mich heute.
    Denn wenn mir erlaubt wird, "den Kelch zu trinken".... warum kann ich denn nicht auch "dankend" das annehmen was mir gerade widerfährt.

    Muss ich denn wirklich so "kleinkariert denken" das ich aufgrund deiner Nachfolge, immer etwas zu erwarten habe. z.b. ... ja, ich bin doch ein Nachfolger im Glauben....also gib mir das und das ... ( so wie die Mutter sich für ihre Söhne DICH aufdrängt)

    Jesus ,lass mich bitte immer mehr und mehr das "Wertvolle" Deiner Heiligen Eucharistie erkennen und verstehen lernen, dass Nachfolge zuerst "dienen" bedeutet.
    Denn dass was für mich dabei rausspringt, darüber entscheidet Gott allein.

    Heiliger Geist schenke mir die Gnade eines guten Verstandes um zu verstehen, und zu erkennen. Amen

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