Montag, 2. März 2020

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. (Mt 25,35)

01 Woche der Fastenzeit    Montag           

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 25,31-46

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen. 

Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet. 

Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken. 

Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist. 

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; 

ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. 

Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 

Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben? 

Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? 

Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. 

Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist! 

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; 

ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. 

Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen? 

Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. 

Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.  (Mt 25,35)

 

In der Fastenzeit werden wir aufgerufen, Almosen zu geben. An vielen Stellen der Bibel wird uns deutlich gemacht, dass die Nächstenliebe ein deutliches Zeichen dafür ist, dass wir an Jesus glauben und ihm vertrauen. Jesus befreit uns von der Angst um uns selbst und somit vom Egoismus, der nur den eigenen Vorteil sucht. Glaube und Vertrauen auf Jesus machen unser Herz offen für die Not der Mitmenschen.

 

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.

 

Das Evangelium ist für mich eine Gewissenserforschung. Kreise ich zu viel um mich selbst? Selbst in der Erfüllung meiner Dienste, geht es mir mehr darum, meine Aufgaben gut zu bewältigen, oder geht es mir mehr um den Menschen, für den ich gerade da sein sollte? Das geht auch über auf die Frage, wie ich das mir zur Verfügung stehende Geld ausgebe. Spende ich wirklich genug für die Notleidenden? Investiere ich vielleicht zu viel in die Erfüllung meiner persönlichen Bedürfnisse? Alles ist erlaubt, aber es geht um das Maß. Wie viel müsste ich für Notleidende spenden? Übrigens finde ich das Investieren in Maßnahmen für die Evangelisation auch wichtig, denn damit lindert man die Glaubensnot der Menschen, das ist auch ein Werk der Nächstenliebe.

 

Ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.

 

Die Völker, das sind diejenigen, die nicht an Jesus glauben, werden nach diesem Maßstab gerichtet. Das griechische Wort für Völker ist „Ethne", dasselbe, was auch häufig mit „Heiden" übersetzt wird. Es sind also die Heidenvölker gemeint. Wir, die wir an Jesus glauben, dürfen auf seine große Barmherzigkeit hoffen. Aber das darf keine Ausrede werden, dass wir meinen, wir müssten die Liebe, die Jesus zu uns hat, nicht erwidern. Im Gegenteil, wir, denen so viel geschenkt worden ist, wir müssten Jesus und unsere Mitmenschen mit umso größerer Liebe lieben.

 

Gebet:

Jesus, du wirst die Völker richten nach dem Maßstab der Liebe. Auch wir, die wir an dich glauben, sollen befreit werden zu einer vollkommenen Liebe. Jesus, hilf uns, unseren Egoismus und Eigenwillen zu überwinden und uns ganz dir zu schenken. Hilf uns, gerade jetzt in der Fastenzeit Zeichen der tätigen Nächstenliebe zu setzen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, wenn ich die Bibelstelle heute lese, muss ich mich Gedanken machen...ernsthafte sogar.

    Ich frage mich, wovon hängt mein Seelenheil ab?

    Je mehr ich darüber nachdenke stelle ich für mich fest, dass ich meinen Blick "von mir selbst - von meinem Ich" loslassen muss.
    Ich muss weg von meinem ICH - den negativen behafteten Ichsüchtigen Gedanken und Handlungen. Meine ICHSUCHT die mir in "Treue und Gehorsam" gegenüber Gottes Gebote "untreu" werden lässt.
    Ich muss meinen Blick hin zu den "Bedürftigen dieser Zeit - den Hungernden, den Flüchtlingen ( z.B. jene an der türkisch - griechischen Grenze...etc) wenden. Ich muss mich vom Schicksal meiner alten- kranken Nachbarin, oder von den alten- kranken Mitmenschen in Alten und Pflegeheimen anrühren lassen...uvm.
    Jesus, wie gehe ich damit um....?
    Bin ich für DICH ein Mensch mit einer "Gleichgültigkeit" im Herzen?

    Hl. SCHUTZENGEL bitte hilf mir in dieser Fastenzeit mein Ich - in Nächstenliebe verwandeln zu können.
    Amen

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