Mittwoch, 1. November 2017

Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. (Mt 5,12)

ALLERHEILIGEN – HOCHFEST

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,1-12a.

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
Dann begann er zu reden und lehrte sie.
Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

 

Tagesimpuls:

 

Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.  (Mt 5,12)

Das Ziel unseres Lebens ist der Himmel. Je älter ein Mensch wird, umso mehr denkt er daran, wie kurz dieses irdische Leben ist. Im Himmel erhalten wir den Lohn für die Mühsal, die wir im irdischen Leben auf uns nehmen mussten. „Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit des Himmels", sagt Paulus (vgl. Röm 8,18). Im Himmel werden wir glückselig sein, glücklich und selig, so wie es Jesus heute in der Bergpredigt sagt. Da wir wissen, dass das Glück nicht in der Erfüllung irgendwelcher niedriger und egoistischer Bedürfnisse besteht, sondern in der Liebe, ist es gewiss, dass wir im Himmel voller Liebe sein werden. Das beschreibt Paulus auch in 1 Korinther 13. Die Liebe ist es, die für immer bleibt, über den Tod hinaus, im Himmel.

 

Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Ganz wichtig ist es, den gemeinschaftlichen Aspekt des Himmels zu betonen. Glückseligkeit im Himmel ist nicht nur eine individuelle Belohnung für den einzelnen, sondern zuerst und vor allem eine Gemeinschaft der Liebe, so wie Gott die dreifaltige Liebe ist. Das Fest Allerheiligen betont, dass diese Liebe den ganzen Leib Christi erfüllt, dass die Heiligen uns lieben und für uns beten. Nach dem Tod fällt unser Leben nicht ins Nichts, sondern die Seelen der Heiligen sind wie die Engel bei Gott, sie sind lebendig, sie beten Gott an, so lesen wir es in der Offenbarung (z.B. 4,10).  Sie beten für uns, wir haben Gemeinschaft  mit ihnen, wenn wir beten, so lesen wir in Hebräer 12,22f. Der Leib Christi ist verbunden, wir bilden eine Gemeinschaft, die über die Grenze des Todes hinaus geht. Die kleine Therese von Lisieux drückt es vor ihrem Tod so einfach aus: „Ich werde den Himmel damit verbringen, für euch Gutes zu tun."

 

Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele, der Glaube an die Gemeinschaft der Heiligen ist für uns Katholiken sehr wichtig. Viele prophetische Erfahrungen der Mystiker aller Zeiten bestätigen das. Die Kirche als ganze hat diese Erfahrungen geprüft und bestätigt. Und wir erleben, wie das tiefe Leben in der Gemeinschaft der Heiligen Menschen zu einer tiefen Beziehung zu Jesus führt. Gott segnet die Kirche. Er segnet die Gemeinschaft, er segnet es, wenn wir uns an die Hand nehmen lassen und begleiten lassen von den Heiligen (Heilige, die uns hier im irdischen Leben begleiten ebenso wie Heilige aus der Schar derer, die schon bei Gott vollendet sind). Je mehr wir diese Kraft und diese Verbundenheit einmal erlebt haben, umso mehr wollen wir sie nicht mehr missen. Auf diese Weise stärkt Gott die Verbundenheit der Liebe im Leib Christi. Und er stärkt unsere Beziehung zum Himmel, zu dem wir unterwegs sind.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir von ganzem Herzen für die Gemeinschaft der Heiligen, mit der wir verbunden sind. Ich danke dir, dass du uns Menschen so wichtig nimmst, dass wir alle beitragen zum Heil der Mitmenschen. Wir dürfen für sie beten, wir dürfen sie segnen, wir sind Vorbild, wir stehen ihnen bei durch die Liebe. Danke, dass die Liebe fortbesteht über die Grenze des Todes hinaus, dass die Liebe niemals aufhört (1 Kor 13,8). Danke für die Gemeinschaft der Heiligen, mit der ich verbunden sein darf.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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