Dienstag, 28. November 2017

Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten. (Lk 21,8)

34 Woche im Jahreskreis – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,5-11.

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus:
Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleiben; alles wird niedergerissen werden.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?
Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es!, und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach!
Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere.
Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.

 

Tagesimpuls:

 

Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten.  (Lk 21,8)

 

Jesus will uns davor bewahren, dass wir falschen Propheten nachlaufen. Nachdem sich in der Vergangenheit eine materialistische Denkweise in unserer Gesellschaft ausgebreitet hatte („ich glaube nur, was ich sehe"), stehen Religionen heute wieder höher im Kurs. Menschen entdecken die Seele wieder, man will Wellness nicht nur für den Leib, sondern auch für die Seele. Man ist wieder empfänglich dafür geworden, dass es geistige Dinge gibt. Und sehr viele religiöse Strömungen, die nicht christlich sind, benutzen aber trotzdem den Namen Jesu Christi, geben vor, dass sie mit dem christlichen Glauben vereinbar wären. Die Anhänger dieser Strömungen glauben das meistens auch wirklich. Zunächst erkennen sie die Unvereinbarkeit mit dem christlichen Glauben nicht.

 

Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten.

 

Wir haben es heute stark mit dem Phänomen zu tun, was Paulus schon vorausgesagt hatte: „Der Satan tarnt sich als Engel des Lichts" (2 Kor 11,14). Wegbereiter einer solchen Entwicklung war die Haltung: „Jesus Ja – Kirche Nein!" Mit dieser scheinbar frommen Haltung haben Massen von Menschen die Kirchen verlassen. „Man muss ja nicht sonntags zur Kirche gehen, um ein guter Christ zu sein", das war das „Credo" der Mehrzahl der Katholiken, und es ist es noch heute. Die Abwendung von der regelmäßigen Beziehung zur Kirche hat es dem Engel des Lichts leicht gemacht, sich der Menschen zu bemächtigen. Die Kirche bietet einen Schutzraum. Wenn man den verlässt, dann ist man den Verführungen stark ausgesetzt. In der Kirche ist Jesus Christus gegenwärtig. Durch die Kirche empfangen wir Orientierung. Durch die Kirche sind wir verankert in einem echten Christus-Bezug. Wenn man die Kirche verlässt und meint, eine rein private Religiosität an ihre Stelle setzen zu können, dann wird man offen für all diese Verführungen, die sich zwar teilweise auch auf Christus berufen, aber langfristig von Christus wegführen.

 

Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten.

 

Lassen wir uns nicht irreführen! Bleiben wir mit der Kirche verbunden und verankert! So werden wir bewahrt vor den Täuschungen, und wir bleiben wirklich mit Christus verbunden.

 

Gebet:

Jesus, es tut mir leid, dass es heute so viele Täuschungen gibt, und gut meinende Menschen lassen sich täuschen. Sogar innerhalb der Kirche haben diese Täuschungen Einzug gehalten. Bitte hilf uns, dass wir eine gute Unterscheidung der Geister erhalten, hilf uns, dass unser Glaube nie abweicht vom Fundament der Heiligen Schrift, vom wahren Glauben der Kirche.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

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