Samstag, 11. November 2017

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit. (Mt 25,4)

32 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mt 25, 1-13

 

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:

1Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.

2Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug.

3Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl,

4die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

5Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

6Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!

7Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.

8Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus.

9Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu den Händlern und kauft, was ihr braucht.

10Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen, kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.

11Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach und auf!

12Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.

13Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

 

 

Tagesimpuls:

 

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.  (Mt 25,4)

 

Lampen sind Gefäße, das Öl ist der Inhalt. Ein Gefäß ohne Inhalt ist nicht sinnvoll, sagt Jesus in diesem Gleichnis. Man kann die äußere Form bewahren, aber es kommt auf den Inhalt an. Der Inhalt braucht das Gefäß, sonst geht er verloren. Aber nur ein Gefäß ohne Inhalt macht keinen Sinn, so wichtig das Gefäß auch sein mag.

 

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

 

Was damit gemeint ist, liegt sehr nahe. Der Inhalt ist unser Glaube, unsere Liebe, unsere persönliche Beziehung zu Jesus. Am Ende sagt der Bräutigam zu denen, die kein Öl hatten: „Ich kenne euch nicht." Diejenigen, die Öl haben, kennt der Bräutigam. Das Öl ist also das Kennen des Bräutigams, die Beziehung, die Liebe.

 

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

 

Wenn vom Glauben nur noch eine äußere Form übrig bleibt, eine leere Tradition ohne Inhalt, dann ist das zu wenig, dann stirbt die Kirche. Man lässt sich zwar taufen, lebt aber den Glauben nicht mehr. Das ist nur eine Befolgung einer äußeren Tradition. Bei bestimmten gesellschaftlichen Anlässen geht man in einen Gottesdienst, z.B. bei einer Beerdigung. Auch das ist nur noch eine Tradition für viele. Wie viel Öl jeder in seinem Gefäß hat, kann man von außen nicht beurteilen. Und es kann vorkommen, dass einer zunächst nur wegen der äußeren Tradition an einem Gottesdienst teilgenommen hat, dann aber ein Funke des Glaubens überspringt, also ein wenig Öl in die Lampe gekommen ist.

 

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

 

Was die anderen machen und denken, geht uns sowieso nichts an. Wir können auch nichts daran machen. Was uns betrifft, so sollen wir uns fragen: wie ist es mit meinem Öl? Habe ich genug Öl in meiner Lampe? Mir z.B. geht es so, dass ich manchmal das Stundengebet bete, aber dann ist es mehr Gefäß als Öl, mehr Form als Inhalt. Ich will mich bemühen, mehr mit dem Herzen zu beten, mit mehr Liebe zu Gott. Wir können eigentlich bei jeder Handlung darauf bedacht sein, dass es nicht nur ein Ablauf ist, den wir tun müssen, sondern dass es mit Liebe gefüllt ist. Man kann z.B. beim Staubsaugen mürrisch sein und denken: „Alles muss ich allein machen, den anderen ist es ja sowieso egal, wie es hier aussieht!" Oder man macht es mit Liebe. Ohne Liebe ist es nur eine Pflicht, mit Liebe ist es ein Ausdruck meiner Beziehung zu den anderen, ich tue es für sie. Das schließt nicht aus, dass man die anderen mal ermahnen muss, ihrerseits auch mehr Liebe zu investieren. Und auch das kann man dann mit Liebe tun.

 

Die klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

 

Achten wir also darauf, dass wir heute alles mit Liebe tun! Wir wollen immer das Öl bei uns haben, nie nur inhaltslose Gefäße sein. Immer soll das Feuer Gottes in uns brennen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du unser Herz mit Liebe erfüllen willst. Es gibt noch harte Stellen in meinem Herzen, wo deine Liebe nicht hineinfließt, jedenfalls nicht so spürbar. Ich bitte dich, mache mein ganzes Herz weich wie einen Schwamm, dass ich deine Liebe voll und ganz aufnehme, dass sie in mir brennt, dass ich sie anderen weiter schenke. Hilf mir, heute alles mit Liebe zu tun.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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