Donnerstag, 9. November 2017

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten. (Joh 2,19)

Fest des Weihetages der Lateranbasilika - Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 2,13-22.

Das Paschafest der Juden war nahe, und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.
Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus, dazu die Schafe und Rinder; das Geld der Wechsler schüttete er aus, und ihre Tische stieß er um.
Zu den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
Seine Jünger erinnerten sich an das Wort der Schrift: Der Eifer für dein Haus verzehrt mich.
Da stellten ihn die Juden zur Rede: Welches Zeichen lässt du uns sehen als Beweis, dass du dies tun darfst?
Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

 

Tagesimpuls:

 

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.  (Joh 2,19)

 

Hier geht es um den neuen Tempel. Jesus will deutlich machen, dass der Dienst im alten Tempel abgelöst wird durch die Gemeinschaft mit ihm selber, denn er ist der neue Tempel. Der Tempel ist ja der Ort, wo Gott wohnt, wo er zu finden ist in der Welt. Jetzt wohnt Gott in Jesus, im Leib Christi, d.h. im Tabernakel, in der Hostie, aber auch in der Gemeinde, in der Kirche, denn wir alle bilden den Leib Christi. Und den alten Tempel gibt es gar nicht mehr. Der Gottesdienst im alten Tempel hat aufgehört. Dafür gibt es jetzt Jesus.

 

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

 

Unser heutiger Gottesdienst geschieht also im neuen Tempel, in Jesus Christus, durch ihn und mit ihm und in ihm. Wir tragen also die Gegenwart Gottes in uns. Wir können und sollen in dieser Gegenwart leben und so seine Gegenwart überall hintragen, wohin wir gehen, wo wir leben. Manchmal spürt man das. Manchmal werden Menschen an Gott erinnert allein durch mein Dasein, ohne dass ich noch über Gott geredet hätte. Wir sollen uns auch dieser Gegenwart Gottes bewusst sein, damit wir uns nicht unter Druck setzen, etwas für Gott leisten zu müssen. Z.B. muss ich mich nicht bemühen, andere Menschen zu überzeugen. Wenn ich in der Gegenwart Gottes lebe und die Gegenwart Gottes überall hintrage, dann ist es Gott in mir, der den anderen überzeugt, wenn das sein Wille ist. Ich muss also nicht mit meinen kleinen Mitteln etwas bewirken, sondern Gottes Gegenwart handelt durch mich. Und dasselbe gilt für die Gemeinschaft. Gottes Gegenwart soll in der Gemeinschaft spürbar werden. Wir müssen Gottesdienste feiern, in denen das geschehen kann. Wir müssen Orte haben, in denen Menschen die Gegenwart Gottes finden können. Dann kann Gott in ihnen wirken, viel mehr, als wir mit menschlichen Mitteln je erreichen könnten.

 

Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

 

Machen wir uns also bewusst, dass wir Träger der Gegenwart Gottes sind! Leben wir in der Offenheit für Gott! Als betende Menschen werden wir Träger seiner Gegenwart. Und dann kann er durch uns in der Welt handeln.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du der neue Tempel bist. In dir finden wir jetzt die Gegenwart Gottes. Danke, dass du nicht nur in der Eucharistie, sondern sogar in uns wohnst. In jeden einzelnen und in der Gemeinschaft. Lass und echte Träger deiner Gegenwart sein, lass uns in deiner Gegenwart leben! Lass uns heute in diesem Bewusstsein den Tag leben. Das ist für uns sehr entlastend, denn du willst durch uns wirken, wir können dadurch sehr entspannt sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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