Freitag, 10. November 2017

Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters. (Lk 16,8)

31 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 16,1-8.

In jener Zeit sagte Jesus zu seinen Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?
Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib «fünfzig».
Dann fragte er einen andern: Wieviel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib «achtzig».
Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.

 

Tagesimpuls:

 

Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters.  (Lk 16,8)

 

Wir sollen klug sein. Wir sollen jetzt, wo wir die Gelegenheit haben, vorbeugen für die Zukunft. Wir sollen nicht unehrlich sein. Darum geht es nicht in diesem Gleichnis. Es geht um die Klugheit. Es geht darum, dass man rechtzeitig Vorkehrungen trifft für die Zukunft, bevor es zu spät ist. Es ist fast so wie bei einer Versicherung. Man muss rechtzeitig die Beiträge einzahlen, damit man nachher die Prämie bekommen kann.

 

Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters.

 

Und was bedeutet das für uns Kinder des Lichts? Was ist es, das wir rechtzeitig tun müssen, damit wir später im Himmel aufgenommen werden? Es ist die Liebe. Wenn wir in der Liebe sind, dann wachsen Beziehungen. Das sind Beziehungen zu den Mitmenschen, und ebenso die Beziehung zu Jesus, der uns erlöst hat. In dem Maße, wie in uns die Beziehungen wachsen, beginnt der Himmel schon jetzt in uns. Denn im Himmel lebt man nichts anderes als Beziehungen. Wir wissen das vom dreifaltigen Gott. Seine Natur ist es, in Beziehungen zu leben: die drei göttlichen Personen untereinander, und dann zu uns Menschen, zu Maria, zu den Heiligen, zu den Engeln, zu uns. Deshalb schreibt Paulus: „Die Liebe hört niemals auf." (1 Kor 13,8) Sie ist sozusagen das Kontinuum, das die Erde mit dem Himmel verbindet. Während alles andere vergeht, bleibt die Liebe. Was wir also hier auf Erden an Liebe gelebt haben, hat Wert für den Himmel.

 

Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters.

 

Hier auf der Erde gibt es ein Sprichwort: „Man sieht sich immer zweimal." Ich weiß nicht, ob das stimmt. Es geht auch nicht um einen Aberglauben. Was aber mit dem Sprichwort gemeint ist, das ist, man soll freundlich miteinander umgehen, denn irgendwann trifft man diesen Menschen wieder. Und dann ist man froh, dass man damals freundlich war, und möglicherweise wird die Freundlichkeit dann erwidert. Man soll also in die Beziehungen investieren. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo sich das „auszahlt". Es ist nie falsch, Güte zu schenken. Wenn wir so leben, dann haben wir das in uns, was wir brauchen, um in den Himmel aufgenommen zu werden. Denn im Himmel wird die Liebe gelebt. Für geizige oder hasserfüllte Menschen ist dort kein Platz.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns ermahnst, hier auf der Erde in Beziehungen zu investieren, Beziehungen zu unseren Mitmenschen und zu dir. Je mehr die Liebe in uns wächst, umso mehr leben wir schon hier auf der Erde im Himmel. Ich will heute darauf achten. Dieser Tag soll ein Tag werden, in dem die Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Hilf mir, dass ich bereit und fähig seine werde, meine eigenen Angelegenheiten zurückzustellen, damit ich für die Beziehungen leben kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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