Montag, 20. November 2017

Was soll ich dir tun? (Lk 18,41)

33 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 18,35-43.

Als Jesus in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder an der Straße und bettelte.
Er hörte, dass viele Menschen vorbeigingen, und fragte: Was hat das zu bedeuten?
Man sagte ihm: Jesus von Nazaret geht vorüber.
Da rief er: Jesus, Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Die Leute, die vorausgingen, wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!
Jesus blieb stehen und ließ ihn zu sich herführen. Als der Mann vor ihm stand, fragte ihn Jesus:
Was soll ich dir tun? Er antwortete: Herr, ich möchte wieder sehen können.
Da sagte Jesus zu ihm: Du sollst wieder sehen. Dein Glaube hat dir geholfen.
Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen. Da pries er Gott und folgte Jesus. Und alle Leute, die das gesehen hatten, lobten Gott.

 

Tagesimpuls:

 

Was soll ich dir tun? (Lk 18,41)

 

Jesus fordert den Blinden auf, konkret zu sagen, was er sich wünscht. Wir Menschen sollen und dürfen konkret beten. Wenn es nicht so wäre, könnten wir jeden Tag nur dieses eine kleine Gebet beten: „Jesus, ich bitte dich, mach alles gut!" Darin wäre alles enthalten, mehr müssten wir dann nicht beten. Aber so ist es nicht. Wir erleben, dass dann, wenn wir konkret beten, Segensströme beginnen zu fließen. Wenn wir nur dieses eine Gebet beten würden, dann würden nicht so viele Segensströme fließen.

 

Was soll ich dir tun?

 

Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass die Heilungsgnaden Gottes dann fließen, wenn wir im Namen Jesu zu den konkret betroffenen Organen des Körpers sprechen. Z.B.: „Im Namen Jesus sage ich den Augen, dass sie gesund sein sollen." Das ist ein konkretes Gebet. Wir machen die Erfahrung, dass die göttlichen Segensströme dann fließen, wenn wir konkret für einzelne Menschen im fürbittenden Gebet beten, manchmal, so dass wir täglich für sie beten über längere Zeit. Wir erleben, dass es genau so ist wie hier im Evangelium. Jesus will, dass wir konkret beten. Es soll mehr sein als nur ein allgemeines kurzes Gebet.

 

Was soll ich dir tun?

 

Das heißt aber nicht, dass es eine spezifische Formel gäbe, mit der wir das Wirken Gottes herbeiführen könnten. Gebet ist keine Magie. Wir werden nie verstehen, wann und warum Gott wie handelt. Es bleibt immer ein Geheimnis. Wir wissen nur: Wir sollen konkret beten, wir sollen die Anliegen konkret nennen. Das Gebet wird dadurch nicht zu einer Zauberformel, es bleibt immer das liebevolle Gespräch mit dem liebenden Gott. Immer ist es so, dass wir uns Gott anvertrauen im Gebet, und dass wir ihm die Oberhand lassen in allem. Wenn wir konkret beten, dann tun wir das nicht, weil wir Gott zu etwas zwingen wollten, sondern allein weil er es so will. Wir beten aus Gehorsam, weil Jesus will, dass wir beten. Und er will, dass wir konkret und spezifisch für die Anliegen beten, die er uns ans Herz legt.

 

Was soll ich dir tun?

 

Lassen wir Jesus heute immer wieder diese Frage an uns stellen! Was soll er jetzt für mich tun? Und später dann wieder: Was soll er jetzt für mich tun? So können wir mit dieser Frage durch den Tag gehen. Und auf diese Weise werden wir erkennen, was Jesus gerade in meinem Leben wirkt. Wir werden mit ihm verbunden bleiben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich mit dir verbunden bleiben kann, den ganzen Tag heute. Ich will dir sagen, was du für mich tun kannst... Ich nennen dir meine Anliegen, jedes der Reihe nach. Ich habe den ganzen Tag Zeit dafür. Ich kann an alle Menschen denken. Danke, dass wir auf diese Weise deine Partner sein können, dass wir mitwirken können, dass deine Segensströme in die Welt fließen.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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