Mittwoch, 29. November 2017

Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. (Lk 21,13)

34 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,12-19.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Man wird euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen.
Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
Nehmt euch fest vor, nicht im voraus für eure Verteidigung zu sorgen;
denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so dass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.
Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden.
Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden.
Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

 

Tagesimpuls:

 

Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.  (Lk 21,13)

 

Die Verfolgung ist eine Situation, in der wir Zeugnis ablegen können. Wir sollen also nicht eingeschüchtert und kleinlaut werden in der Verfolgung, sondern im Gegenteil: Sie bietet uns die Gelegenheit, dass wir unseren Glauben an Jesus bekennen. Und wenn wir das tun, dann verheißt Jesus uns eine besondere Gegenwart des Heiligen Geistes, der uns die Worte eingeben wird, die wir aussprechen sollen. In der Verfolgung werden wir also besonders fruchtbar. Wir evangelisieren in einer Weise, in der wir sonst nie evangelisiert haben. Keiner wünscht sich Verfolgung, aber offensichtlich bietet die Verfolgung einzigartige Chancen für die Christen, ihren Glauben zu verkünden und zu bezeugen.

 

Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.

 

Es gibt verschiedene Formen und Intensitäten der Verfolgung. Vielleicht können wir schon im ganz Kleinen „üben". Manchmal ist es uns unangenehm, unseren Glauben zu bezeugen. Warum? Irgendwie glauben wir, dass die anderen nicht damit übereinstimmen, dass wir dadurch zum Außenseiter würden, vielleicht von den anderen abgelehnt würden. Wenn wir den Glauben dann doch bezeugen wollen, dann müssen wir uns dazu überwinden. Das ist bei weitem noch keine Verfolgung, aber es ist ein gutes Übungsfeld. Wir haben immer wieder Gelegenheiten, wo wir über unseren Schatten springen können, wo wir kleine Überwindungen auf uns nehmen können, um den Glauben zu bezeugen. So können wir lernen, frei zu werden und die Angst vor den Menschen abzulegen.

 

Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.

 

Können wir heute üben, Zeugnis abzulegen für unseren Glauben? Denken wir daran, wie sehr geistlich unterernährt unsere Mitmenschen sind! Sie brauchen es. Vielleicht schaffen wir es, in unserer Umgebung ein Klima zu schaffen, in dem es irgendwie dazu gehört, dass man den Glauben lebt, dass man sich dazu bekennt, und dass dies von allen gern gesehen wird. Ich habe z.B. in einer Runde ein Tischgebet eingeführt, was mich beim ersten Mal auch viel Überwindung gekostet hat. Inzwischen finden es alle aber schön, und es ist schon eine gute Gewohnheit, dass sie mich fragen, ob ich wieder bete. So kann man ein Klima schaffen, dass dem Glauben zuträglich ist. Davon profitieren alle.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir an dich glauben können. Ich danke dir für die Menschen, die den Mut hatten, den Glauben zu bezeugen, ohne die ich nicht zu einem lebendigen Glauben gefunden hätte. Hilf mir, dass ich selber das zurückgebe, was ich empfangen habe. Hilf mir, den Glauben zu bezeugen, auch wenn es mich ab und zu Überwindung kostet. Hilf uns, dass wir in unserer Umgebung das Klima verändern können, dass das Sprechen über Gott wieder möglich wird.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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