Dienstag, 21. November 2017

Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen. (Lk 19,4)

33 Woche im Jahreskreis – Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 19,1-10.

In jener Zeit kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt.
Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich.
Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein.
Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.
Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.
Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.
Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.

 

Tagesimpuls:

 


Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen. 
(Lk 19,4)

 

Zachäus gibt sich Mühe, um Jesus zu sehen. Er steigt dazu extra auf einen Baum. Die Menschenmenge versperrt ihm die Sicht auf Jesus. So ist es heute auch. Unsere Gesellschaft fördert nicht den Glauben an Jesus, im Gegenteil. Man muss irgendwie trotz der Gesellschaft zu Jesus vordringen, die Menschenmenge hilft uns nicht dabei. Das mag früher anders gewesen sein. Da hatten wir eine Volkskirche, in der die Gesellschaft dem einzelnen nicht nur geholfen hat Jesus zu finden, sie hat die einzelnen sogar gezwungen, zumindest äußerlich. Heute ist der große Trend, dass man nicht an Jesus glaubt. Viele halten Religion sogar für schädlich, für die Ursache von Kriegen und Entzweiungen unter den Menschen.

 

Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen. 

 

Auch wir müssen uns Mühe geben, Jesus zu sehen. Oft geht es mir so, dass ich am Morgen das Wort lebe, mich immer wieder an Jesus erinnere, aber im Laufe des Tages verblasst dieses Leben, ich bin dann ganz eingenommen von dem, was gerade dran ist, ich bin beschäftigt, aber verliere Jesus dabei aus den Augen. Eigentlich müsste ich mir klar machen, dass er in allem, was am Tag geschieht, zu mir sprechen will, er will immer irgendetwas Gutes bewirken. Auch die Dinge, die ich nicht gut finde, hindern Jesus nicht daran, dadurch Gutes in mir und anderen zu bewirken. Aber dazu muss ich ihn sehen, muss ihn erkennen, ich muss versuchen, zu erspüren, was er gerade wirken will in der jeweiligen Situation.

 

Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen. 

 

Was wäre dann für mich der Baum, auf den ich steigen muss, damit mir die Menschenmenge, die Betriebsamkeit des Alltags, nicht die Sicht auf Jesus versperrt? Welche Mühe, welche Anstrengung muss ich unternehmen, damit ich Jesus besser erkennen kann? Ich komme für mich persönlich immer wieder darauf zurück: Ich möchte im Verlauf des Nachmittags mehr Akzente setzen, auf das Wort Gottes zurückzugreifen. Ich müsste mich nach dem Mittagessen bewusst an das Wort Gottes erinnern. Und in der Zeit vor dem Abend sollte ich auch noch einmal so einen Akzent setzen, indem ich mir das Tagesevangelium noch einmal zur Hand nehme. So bleibe ich besser drin im Leben des Wortes, erkenne das Wirken Jesu besser, kann besser mit ihm kooperieren.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir lernen, dass man sich Mühe geben muss, um dich zu erkennen. Es kommt nicht von alleine. Wir müssen wie Zachäus etwas Besonderes unternehmen, damit wir dich sehen. Jesus, ich will dich mehr in meinem Leben sehen, vor allem nachmittags und abends. Bitte hilf mir dabei! Heiliger Geist, zeige mir, was ich persönlich machen kann, um Jesus noch mehr zu erkennen!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

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