Freitag, 17. November 2017

Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier. (Lk 17,37)

32 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,26-37.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein.
Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle.
Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten.
Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um.
Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart.
Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren.
Denkt an die Frau des Lot!
Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen.
Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen.
Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen.
Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr?
Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

 

Tagesimpuls:

 

Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.  (Lk 17,37)

 

Vor kurzem haben wir einen Keller aufgeräumt. Dort gab es einen Schrank, in dem dummerweise Reste von Lebensmitteln aufbewahrt waren, die dann vergessen wurden. Über die Jahre waren diese Reste natürlich schlecht geworden, ein übler Geruch verbreitete sich in dem Raum. Und es waren Mäuse gekommen. Da gab es dann viel in dem Schrank, was weggeworfen werden musste, weil die Mäuse sich darin wohl gefühlt hatten, nicht nur die verdorbenen Lebensmittel.

 

Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

 

Manchmal ist es auch so: wenn irgendwo Unrat ist, dann kommen viele Fliegen. Das ist ein ähnliches Phänomen. Man kann nun versuchen, immer wieder die Fliegen zu verscheuchen, oder im ersten Beispiel könnte man eine Mausefalle aufstellen. Aber jeder würde empfehlen, dass der sinnvollste Weg, die Mäuse oder die Fliegen zu entfernen, wäre, dass man den Unrat, das Verdorbene entfernt. Dann lockt man das ungewollte Ungeziefer erst gar nicht an.

 

Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

 

So ist es auch in unserem Leben. Die Dämonen werden angezogen durch die Sünde. Man kann viele Befreiungsgebete sprechen, aber das beste wäre, dass man die Sünden vermeidet. Dann haben die Dämonen kein Anrecht mehr, dann können sie nicht mehr an uns haften. Unrat in uns entfernen, das heißt auch, dass wir alle Unversöhnlichkeiten und alle Bitterkeit in uns loslassen und an Jesus abgeben. Wenn wir am Ärger gegen Menschen, die uns verletzt haben festhalten, dann ist das wie Unrat, der die Dämonen anlockt. Das Trügerische daran ist, dass wir uns in einem solchen Fall als Opfer fühlen und glauben, ein Recht zu haben, unversöhnt zu bleiben. Aber der Ärger, an dem wir festhalten, ist eine Sünde, und damit sind wir nicht besser als der, der uns verletzt hat. Und dieses Festhalten an der Sünde in uns ist ein „Paradies" für die Dämonen. Dann fühlen sie sich in uns wohl und „feiern Party". Wenn wir uns aber für die Liebe Christi öffnen und unseren Feinden vergeben, dann halten die Dämonen es nicht mehr aus in uns und müssen gehen.

 

Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.

 

Wir sollen für die Wiederkunft Christi vorbereitet sein. Das heiß, wir sollen allen Unrat, der noch in uns lagert, entfernen. Vielleicht ist für den ein oder anderen von uns einmal wieder eine Beichte dran. In der Beichte geben wir alles an Gott ab, was noch an Bösem in uns schlummert. Durch die Beichte werden wir befreit. Wirken wir mit Gottes Gnade mit, damit unser Herz rein wird!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich darum sorgst, dass wir alle ein reines Herz bekommen. Herr, in einem Psalm heißt es: „Befrei mich auch von der Schuld, die mir nicht bewusst ist!" Vielleicht liegt noch mancher Unrat in mir, den ich gar nicht erkenne. Hilf mir in meinem Bemühen, ein reines Herz zu bekommen! Ich will immer wieder in mir „aufräumen", alles rein machen, mit deiner Gnade, mit deiner Hilfe. Hilf mir, den Menschen zu verzeihen, denen ich verzeihen muss. Und wenn du dann kommst, dann nimm mich mit zu dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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