Mittwoch, 10. November 2021

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden? (Lk 17,18)

32 Woche im Jahreskreis     

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,11-19

Es geschah auf dem Weg nach Jerusalem: Jesus zog durch das Grenzgebiet von Samarien und Galiläa.

Als er in ein Dorf hineingehen wollte, kamen ihm zehn Aussätzige entgegen. Sie blieben in der Ferne stehen

und riefen: Jesus, Meister, hab Erbarmen mit uns!

Als er sie sah, sagte er zu ihnen: Geht, zeigt euch den Priestern! Und es geschah: Während sie hingingen, wurden sie rein.

Einer von ihnen aber kehrte um, als er sah, dass er geheilt war; und er lobte Gott mit lauter Stimme.

Er warf sich vor den Füßen Jesu zu Boden und dankte ihm. Dieser Mann war ein Samariter.

Da sagte Jesus: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind die neun?

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

Und er sagte zu ihm: Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gerettet.



Tagesimpuls:

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?  (Lk 17,18) 

Was hier geschieht, ist eigentlich typisch für das Verhalten sehr vieler Menschen. Es gibt viele, die punktuell den Kontakt zu Jesus suchen, aber es sind wenige, die bei Jesus bleiben. Jemand sagte mal sinngemäß: „Christsein ist out, Jüngerschaft ist in." Mit Christsein ist hier gemeint, dass man getauft ist, aber keine intensive Beziehung zu Christus und zur Kirche pflegt. Jüngerschaft dagegen meint, dass man Jesus und seiner Kirche verbunden ist. Man hat regelmäßigen Kontakt zu Jesus und zu den anderen Jüngern in der Kirche. 

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

Es ist einer von zehn, der diesen Kontakt zu Jesus und seinen Jüngern sucht. Die neun anderen wollen zwar gern geheilt werden, aber sie wollen keine Jünger Jesu sein. Eigentlich ist Jesus ihnen sogar egal, sie wollen nur geheilt werden. Vermutlich wären sie auch zu jedem anderen Scharlatan oder Guru gegangen. 

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

Es gibt also viele Christen. Die Frage ist nur, ob es uns gelingt, sie einzuladen zu einem Leben als Jünger Jesu, mit einer engen persönlichen Beziehung zu Jesus und zu seiner Kirche, also zu seinen Jüngern. Ich selbst wurde einmal in diesem Sinne eingeladen. Mir sagten damals andere Jugendliche, ich wäre noch kein richtiger Christ. Vielleicht sollte man heute besser sagen: „Du bist noch kein Jünger Jesu." Wenn man zu etwas einlädt, was für den anderen neu ist, dann liegt es in der Natur der Sache, dass man ihm klarmachen muss, dass er es jetzt noch nicht hat. Diese Spannung kann man nicht vermeiden. 

Ist denn keiner umgekehrt, um Gott zu ehren, außer diesem Fremden?

Ich möchte aber zum Schluss noch unterstreichen, dass dieses Evangelium uns einlädt, Jesus immer wieder zu danken. Meist werden wir so sehr verwöhnt von ihm, wir bekommen so viel! Jemand sagte einmal: „Wenn wir morgen nur das bekämen, wofür wir heute gedankt haben, dann könnte das morgen evtl. nur sehr wenig sein." Ich will das heutige Evangelium zum Anstoß nehmen, Jesus noch viel mehr für alles zu danken. 

Gebet: 
Jesus, nur einer von zehn ist dankbar, nur einer von zehn bleibt als Jünger bei dir. Ich will dein Jünger sein, ich will dir immer wieder für alles danken. Für mich ist die Messe, die Eucharistie, ein großer Ausdruck der Dankbarkeit. Ich will die Messe bewusster als Dank feiern. Heiliger Geist, bitte erinnere mich daran, immer zu danken! 


Pastor Roland Bohnen  
www.tagesimpuls.org 
 

Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627  
Fax 02456 - 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de

1 Kommentar:

  1. Jesus, Danke sagen - ein Zeichen von Höflichkeit und Anstand. Danke sagen,  ist die Freundlichkeit des Annehmen eines Geschenk, das Annehmen der Hilfe des Nächsten uvm.
    ABER, ich kann auch " dankend auf etwas verzichten" und es ablehnen und nicht annehmen.
    Ich glaube Herr, dass DEINE HEILUNG,
    zwar körperlich geschieht und das sich der Mensch daran erfreuen kann / darf, doch DIR gehts um "mehr" als das!

    Ich sehe, dass die körperliche Heilung wie eine brennende Zündschnur ist, je länger sie brennt um so mehr löst sie aus. Wird die Zündschnur zu früh gelöscht kommt es nicht zum erwartenden "großflächigen Brand".

    Deine Heilung die DU schenkst, muss dankend angenommen werden ( das geht oftmals Schritt um Schritt  ) damit diese HEILUNG eine "explosive Tiefenwirkung " auslösen kann.  Eine tiefe Wirkung,  die die wahre "Gottes-Erkenntniss" in unsere Herzen freudig und dankend freisetzt.
    Ich erkenne in deinem Gleichnis aber auch,  dass nicht jede Heilung "Gott-dankender Weise" angenommen wird, und das betrübt dein göttliches liebendes Herz..

    Hl.Leo der Größe, du hast in deinem unermüdlichen Glauben immer Gott gedankt. Bitte für mich am Throne des Allmächtigen Gottes, der Allerhöchsten, um die Gnade des Dankens. 

    Danke Gott Vater
    Danke Jesus
    Danke Hl.Geist
    Danke Gottesmutter Maria
    Danke Hl.Joseph
    Danke ihr meine Namenspatrone
    Danke du mein Schutzengel
    Danke ihr Heiligen Schutzengel
    Danke ihr Heiligen Erzengel
    Danke all ihr Heiligen Engelchöre,
    Mächte und Gewalten Gottes
    Danke all ihr unsere Verstorbenen - unserer Familie, dass ihr für uns betet.
    Amen

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