Mittwoch, 3. November 2021

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? (Lk 14,28)

31 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 14,25-33

In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte:

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?

Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten

und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.

Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?

Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.

Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.



Tagesimpuls:

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?  (Lk 14,28) 

Jesus will von Anfang an realistisch sein. Er will so viele Menschen wie möglich gewinnen, aber er will das nicht mit falschen Versprechungen tun. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht: Der Weg ist schmal, die Tür ist eng. Man kann nicht so leben wollen wie alle anderen, man kann nicht alles mitmachen, völlig normal mit dem Strom schwimmen, ohne aufzufallen, wenn man Jesus nachfolgen will. Wir müssen uns klarmachen: Wenn wir Jesus nachfolgen, dann sind wir besondere Menschen, dann werden wir auffallen, dann wird man uns das anmerken. Wer nicht auffallen will, wer von allen geliebt und akzeptiert werden will, der wird Jesus nie wirklich nachfolgen. 

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?

Das heißt nicht, dass wir uns ständig streiten sollen. Im Gegenteil, die Heiligen sind die Sanftmütigen, das haben wir in der Bergpredigt gehört. Aber als Christen werden wir nicht zu allem Ja sagen, als Christen können wir nicht zu allen Gruppen dazugehören. Ja, wir werden uns manchmal als Außenseiter fühlen. Aber ist das so schlimm? Ist es nicht auch sehr kostbar, ein besonderer Mensch zu sein, nicht eine kleine Nummer in einer großen Masse? Ich klagte einmal bei einem guten Freund, dass ich immer das Gefühl habe, nicht wirklich dazuzugehören, dass ich mich immer irgendwie anders fühle als die anderen. Da antwortete er: „Stell dir vor, du wärst Millionär. Dann wärst du auch anders als die anderen, würdest ein anderes Auto fahren, würdest in anderen Läden einkaufen, würdest anderswo Urlaub machen, usw. Fändest du das so schlimm? Du bist eben etwas Besonderes!" Stimmt das  nicht? Sind wir als Christen nicht Millionäre, die einen unbezahlbaren Schatz in sich und mit sich tragen? Ist es nicht normal, dass wir anders sind als die meisten? Ist das wirklich so beklagenswert? Ist es nicht vielmehr etwas Kostbares, etwas Besonderes? 

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?

Ja, Jesus sagt es uns im Voraus: Die Nachfolge hat seinen Preis, aber dieser Preis ist genau das Wertvolle in unserem Leben: Wir dürfen endlich so sein, wie wir wirklich sind, wie Er uns geschaffen hat.  Wir sind nicht nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe. Wir sind etwas ganz Besonderes, und dazu dürfen wir stehen. 

Gebet: 
Jesus, ich danke dir, dass ich dir nachfolgen darf. Manchmal empfinde ich den Preis hoch, weil ich nicht mehr mit dem Strom der Masse schwimmen kann, aber hauptsächlich bin ich doch dankbar, dass ich mit dir einen ganz besonderen Weg gehen darf. Bitte hilf mir, andere Menschen nicht mit falschen Versprechungen anzulocken, sondern immer realistisch zu sagen, was es heißt, dir nachzufolgen. 


Pastor Roland Bohnen  
www.tagesimpuls.org 
 

Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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1 Kommentar:

  1. Jesus, klar und deutlich, herausfordernd und brennenend ist Deine Lehre im heutigen Evangelium. Ich höre wie DU zu mir sagst;
    - mein Kind, bevor du jetzt in den Tag gehst, überlege genau, was du tun musst. Beachte alles, doch halte an nichts fest. Stelle den Tag, den Moment oder den Augenblick nicht auf dein Wissen und Können,
    sonst kann am Abend alles, auch nur durch einen Windhauch, wie ein Kartenhaus zu sammenfallen.
    Setze alles auf das Fundament Gottes,
    lass in allem los und erfülle alles nur nach Gottes Willen.
    Jesus, ich frage mich; 
    DU gibst mir mein Leben, die  Familie unsere Kinder, doch wie weit kann ich wirklich in "Vertrauen" loslassen?
    Ja, Jesus ich vertrau auf dich
    Hl.Hubertus bitte für uns
    Amen

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