Samstag, 22. Februar 2020

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen. (Mt 5,44)

07 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mt 5, 38-48

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: 

38Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn.

39Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

40Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel.

41Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm.

42Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

43Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.

44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,

45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner?

47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden?

48Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.  (Mt 5,44)

 

Wenn wir das befolgen könnten, wären wir die glücklichsten Menschen der Welt. Dann würden wir die lieben, die uns lieben, und das würde uns schon sehr froh machen. Aber auch, wenn uns jemand ärgert, weh tut oder verfolgt, würden wir diese Menschen trotzdem lieben, d.h. wir wären nicht mehr Opfer, wir würden uns nicht aus unserem inneren Frieden bringen lassen, wir könnten sogar aktiv etwas für sie tun, indem wir für sie beten. Wenn die Liebe in uns nicht zerstört wird durch das Gefühl, Opfer zu sein, zu hassen, böse zu sein auf anderen Menschen, dann sind wir glücklich. Dann würden die Verhaltensweisen anderer Menschen nicht mehr unser Glück zerstören. Aber wie oft machen wir unser Glück von anderen abhängig? „Wenn der das und das nicht tun würde, dann könnte ich ja glücklich sein", denken wir. Oder „wenn dieser Mensch mich lieben würde, dann wäre ich glücklich", oder „wenn meine Kinder sich mit mir versöhnen würden, dann wäre ich wieder glücklich", usw. Das zeigt doch, wie wir unser Glück vom Verhalten anderer abhängig machen. Solange wir das tun, bleiben wir Opfer. Wenn wir anfangen zu lieben, auch unsere Feinde, dann ändert sich alles.

 

Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.

 

Dann gibt es in uns aber immer noch diese Stimmungsschwankungen. Warum sind wir trotzdem manchmal unzufrieden, und wir wissen gar nicht warum? Ich glaube, dass kann damit zusammenhängen, dass wir „Feinde" nicht lieben, die wir längst vergessen haben. Vielleicht ist es schon sehr viele Jahre her. Wir können uns nicht mehr erinnern, wir haben es verdrängt, weil es unangenehme Erinnerungen wären, wenn wir sie im Gedächtnis behalten hätten. Aber es gibt diese „Feinde" noch, die uns damals weh getan haben. Und der Schmerz kommt hin und wieder heraus, aber diffus. Es ist nicht so klar erkennbar, woher dieser Schmerz kommt. Daher kann es helfen, auch für die „Feinde" zu beten, die uns vor langer Zeit einmal weggetan haben, an die wir uns kaum noch erinnern können. Je mehr wir verzeihen, loslassen, zu Jesus bringen im Gebet, umso mehr kann Frieden einkehren in unser Herz. Lieben wir also unsere aktuellen und unsere früheren Feinde, damit wir inneren  Frieden finden.

 

Gebet:

Jesus, ich will allen alles verzeihen. Es ist nicht schön, alte unangenehme Erinnerungen hochkommen zu lassen. Ich will es aber zulassen, damit ich all diese Menschen dir übergeben kann. Ich will für sie beten und ihnen verzeihen, damit Frieden in mir einkehren kann, und damit ich frei werde von diesen Stimmungsschwankungen. Nichts soll mich belasten, wenn es nicht von dir kommt. Jesus, ich bete auch für alle, die mir wehtun, unter deren Verhalten ich leide. Bitte segne sie.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, für mich war das in der Mitte meines bisherigen Lebens immer schwer... - ruhig zu bleiben, wenn mich jemand verbal oder sogar körperlich verletzt hatte. So manchesmal sind bei mir die "inneren Sicherungen" durchgebrannt , und dann hat es oftmals starke Auseinandersetzungen gegeben.
    Im Nachhinein sich dann zu entschuldigen fiel mir schwer.

    Doch über die Jahre nun, habe ich erkennen dürfen, dass es in meinem Leben viel besser läuft, mit mehr gegenseitiger Nächstenliebe, Verständnis und Respekt.

    Hl. Schutzengel, steh mir bei in all meinen gegenwärtigen und zukünftigen Lebenssituationen.
    Amen

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