Montag, 3. Februar 2020

Jesus erlaubte es ihnen. (Mk 5,13)

04 Woche im Jahreskreis     Montag

 

EVANGELIUM

Mk 5, 1-20

 

In jener Zeit

1kamen Jesus und seine Jünger an das andere Ufer des Sees, in das Gebiet von Gerasa.

2Als er aus dem Boot stieg, lief ihm ein Mann entgegen, der von einem unreinen Geist besessen war. Er kam von den Grabhöhlen,

3in denen er lebte. Man konnte ihn nicht bändigen, nicht einmal mit Fesseln.

4Schon oft hatte man ihn an Händen und Füßen gefesselt, aber er hatte die Ketten gesprengt und die Fesseln zerrissen; niemand konnte ihn bezwingen.

5Bei Tag und Nacht schrie er unaufhörlich in den Grabhöhlen und auf den Bergen und schlug sich mit Steinen.

6Als er Jesus von weitem sah, lief er zu ihm hin, warf sich vor ihm nieder

7und schrie laut: Was habe ich mit dir zu tun, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht!

8Jesus hatte nämlich zu ihm gesagt: Verlass diesen Mann, du unreiner Geist!

9Jesus fragte ihn: Wie heißt du? Er antwortete: Mein Name ist Legion; denn wir sind viele.

10Und er flehte Jesus an, sie nicht aus dieser Gegend zu verbannen.

11Nun weidete dort an einem Berghang gerade eine große Schweineherde.

12Da baten ihn die Dämonen: Lass uns doch in die Schweine hineinfahren!

13Jesus erlaubte es ihnen. Darauf verließen die unreinen Geister den Menschen und fuhren in die Schweine, und die Herde stürzte sich den Abhang hinab in den See. Es waren etwa zweitausend Tiere, und alle ertranken.

14Die Hirten flohen und erzählten alles in der Stadt und in den Dörfern. Darauf eilten die Leute herbei, um zu sehen, was geschehen war.

15Sie kamen zu Jesus und sahen bei ihm den Mann, der von der Legion Dämonen besessen gewesen war. Er saß ordentlich gekleidet da und war wieder bei Verstand. Da fürchteten sie sich.

16Die, die alles gesehen hatten, berichteten ihnen, was mit dem Besessenen und mit den Schweinen geschehen war.

17Darauf baten die Leute Jesus, ihr Gebiet zu verlassen.

18Als er ins Boot stieg, bat ihn der Mann, der zuvor von den Dämonen besessen war, bei ihm bleiben zu dürfen.

19Aber Jesus erlaubte es ihm nicht, sondern sagte: Geh nach Hause, und berichte deiner Familie alles, was der Herr für dich getan und wie er Erbarmen mit dir gehabt hat.

20Da ging der Mann weg und verkündete in der ganzen Dekapolis, was Jesus für ihn getan hatte, und alle staunten.

 

 

Tagesimpuls:

 

Jesus erlaubte es ihnen.  (Mk 5,13)

 

An diesem Evangelium ist auf den ersten Blick alles schwer zu verstehen. Die erste Schwierigkeit liegt in unserer sogenannten aufgeklärten Gesellschaft, die einfach derartige Phänomene leugnet oder alles als Fälle für die Psychiatrie erklärt. Aber es gibt nachweislich diese Phänomene, dass Menschen völlig unerklärliche Kräfte entwickeln. Und die biblische Erklärung ist, dass sie dann unter dem Einfluss von Dämonen sind. Eigentlich ist es nicht logisch, wenn ich einerseits an eine geistige, übernatürliche Realität, also an Gott, glaube, andererseits aber die Existenz von Engeln und Dämonen für völlig ausgeschlossen halte. Es ist doch alles eine Sache des Glaubens. Aber die moderne aufgeklärte Gesellschaft schließt bestimmte übernatürliche Phänomene wie Engel, Dämonen, aber auch Wunder einfach willkürlich aus. Man sagt, dass sei mittelalterliches Denken.

 

Jesus erlaubte es ihnen.

 

Die zweite Schwierigkeit ist, wieso erlaubt Jesus den Dämonen, in die Schweineherde zu fahren? Hier sehe ich zwei Erklärungen: Erstens will Jesus uns die Realität dieser Dinge vor Augen führen. Er ist ja gekommen, um uns Gott zu offenbaren. Zu dieser Offenbarung gehört auch dazu, dass er uns die Wirklichkeit offenbart, die hinter den sichtbaren Dingen liegt, die „unsichtbare Welt", wie es im Glaubensbekenntnis heißt, die Realität der Engel und der Dämonen. Solche Phänomene sollen immer die Ausnahme bleiben. Wir beten immer, dass solche sichtbaren Phänomene nicht geschehen. Wenn wirklich irgendwelche Dämonen Menschen beeinflussen, dann sollen sie still und ohne Getöse verschwinden. Aber Jesus macht hier eine Ausnahme, weil er will, dass wir das einmal sehen. Wir sollen erkennen, welche Kräfte da am Werk sind.

 

Jesus erlaubte es ihnen.

 

Die zweite Erklärung ist meiner Meinung nach, dass wir erfahren sollen, dass Jesus Macht hat über den Teufel und alle Dämonen. Es geht hier um das Erlauben. Jesus erlaubte es ihnen. Der Teufel ist wie ein Hund, der an der Leine ist. Er kann uns Angst machen, aber er kann keinen Zentimeter weiter gehen, wie die Leine ihn lässt, wie Jesus es zulässt, wie er es erlaubt. Wenn wir viel sündigen, dann wird die Leine länger, weil wir ihn einladen, weil wir ihm Anrechte geben, hier in der Welt zu wirken. Adam und Eva haben ihn eingeladen, und mit jeder Sünde laden wir ihn mehr ein, wobei die Sünden gegen das erste Gebot besonders schwer wiegen.

 

Jesus erlaubte es ihnen.

 

Wenn es so ist, dass Jesus es erlaubt, dann müssen wir keine Angst haben. Alles dient zu unserer Heiligung. Nichts läuft Jesus aus dem Ruder. Alles kann dazu genutzt werden, dass die Liebe in der Welt wächst. Der scheinbare Triumph des Teufels, als Jesus gekreuzigt wurde, war seine größte Niederlage. Gott hat es erlaubt. Jesus hat es erlaubt. „Keiner nimmt mir mein Leben," sagt er, „ich gebe es freiwillig" (Joh 10,18).  Wenn Gott es erlaubt, dann ist es gut für uns, dann dient es unserer Erlösung und der Erlösung der Welt.

 

Gebet:

Jesus, unsere Gesellschaft ist vom sogenannten rationalen und aufgeklärten Denken geprägt. Und zugleich glauben die Menschen an so viel Unsinn, der nicht rational ist. Der Aberglaube hält wieder Einzug, sogar in die offizielle Medizin, in so viele Lebensbereiche. Und damit werden die dämonischen Kräfte gerufen und gestärkt. Hilf uns, das zu erkennen und die richtigen Mittel dagegen anzuwenden. Jesus, du hast die Menschen aufgeklärt, was wirklich hinter den Dingen steht. Wir wollen es in deinem Namen und in deiner Kraft auch versuchen. Jesus, bitte hilf uns dabei.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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1 Kommentar:

  1. Jesus, so wie DU den Besessenen geheilt hast, so bittest DU ihn "nach Hause zu gehen" ( also dort wo er wohnt und in seinem Umfeld ) davon zu sprechen "was DU Gutes an ihm getan hast.

    Jesus, schenke mir bitte die Gnade der Glaubensstärke davon Zeugnis zu geben, wer / was in mir meinen Lebenswandel bewirkt hat.

    Amen

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