Freitag, 28. Februar 2020

Dann werden sie fasten. (Mt 9,15)

Fastenzeit    Freitag nach Aschermittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 9,14-15

In jener Zeit kamen die Jünger Johannes' des Täufers zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während wir und die Pharisäer fasten? 

Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; dann werden sie fasten.

 

 

Tagesimpuls:

 

Dann werden sie fasten.  (Mt 9,15)

 

Eine klare Aussage von Jesus: Sie werden fasten! Damit sind seine Jünger gemeint, also wir. Dass Jesus, der die Gebote des Alten Testaments erfüllt und nicht gebrochen hat, sich bei den damaligen Fastenvorschriften gewisse Freiheiten genommen hat, darf nicht so interpretiert werden, dass wir in der Nachfolge Jesu nicht mehr fasten würden. Jesus hat sich Freiheiten genommen, um die Geboten wirklich richtig zu erfüllen.

 

Dann werden sie fasten.

 

Dem entspricht die heutige Situation. Das Zweite Vatikanische Konzil hat uns mehr Freiheiten gegeben, aber nicht, um das Fasten abzuschaffen, sondern um es sinnvoller zu machen. Also wiederum geht es um eine bessere Erfüllung, nicht um eine Abschaffung. Ich muss an Jugendliche denken, denen man in der Schule eine Hausaufgabe aufgibt, die aber nicht verpflichtend ist. Was werden die meisten nun tun? Sie werden sagen: „Wenn wir das nicht müssen, dann tun wir es auch nicht." Aber ist das richtig? Man soll etwas freiwillig tun. Die allermeisten Akte der Nächstenliebe sind kein Muss im strengen Sinne. Man wird nicht bestraft, wenn man sie nicht tut. Aber das heißt nicht, dass man sie genauso gut lassen könnte. Im Gegenteil, man soll die Liebe üben, aber freiwillig.

 

Dann werden sie fasten.

 

So ist es auch mit dem Fasten heute. Die strenge Verpflichtung ist abgeschafft. Aber wir sollen uns nicht wie die Schüler verhalten, die sagen, dann müssen wir es nicht tun, es ist ja nicht verpflichtend. Wir sollen es tun, so wie so viele Dienste der Nächstenliebe, die auch nicht im strengen Sinne verpflichtend sind. Gott freut sich über eine freiwillige Gabe viel mehr als über etwas Erzwungenes.

 

Dann werden sie fasten.

 

Fasten wir also für Jesus, für das Reich Gottes, für unsere Mitmenschen! Schenken wir Jesus freiwillig unser Fastenopfer. So dürfen wir dankbar sein, dass es heute keine strenge Verpflichtung mehr gibt. Durch unsere Freiwilligkeit machen wir das Fasten dann noch wertvoller.

 

Gebet:

Jesus, ich will dir heute mein Fastenopfer schenken. Ich bin dankbar, dass es freiwillig ist, dass niemand mich dazu zwingt. Aber ich will es deswegen gerne und freiwillig tun, für dich, und auch für meine Mitmenschen, für die ich bete. Heiliger Geist, gibt mir heute die Kraft, die ich dazu brauche!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, für mich könnte ich heute sagen, dass ich alles hinsichtlich des "Fasten", die Anwort schon in der Lesung , Jes.58, 1-9 finde.

    Doch kommt für mich auch noch das Vorleben meiner Grosseltern und Eltern in den Blick. Denn es war ja nie unnütz zu fasten. Sich bewusst zu machen für was, oder für wen man fastet, hat auch früher schon viel Gutes bewirkt.
    -also warum auch nicht HEUTE !!

    Meine Großeltern und Eltern, aber auch viele aus unserer Verwandschaft und Nachbarn, haben zeitgleich während des Fastens auch "mehr" gebetet.
    Daher finde ich die Fastenzeit, eine Zeit in der ich näher zu Jesus finde.

    Aber für mich ist auch wichtig, dass was die Gottesmutter Maria sagt.
    "Denn in der Botschaft vom 25. September 2017 ruft die Gottesmutter jeden Einzelnen von uns auf, großzügig in Entsagung, Fasten und Gebet zu sein".

    Gerne folgen ich diesem Ruf der Gottesmutter, um mich mit ihr gemeinsam im Gebet zu verbinden.

    Jesus Christus wir vertrauen auf dich
    Amen

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