Samstag, 15. Februar 2020

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. (Mt 5,17)

 06 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mt 5, 17-37

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

17Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

18Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

19Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

20Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

21Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

22Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

23Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

24so lass deine Gebe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

25Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, so lange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.

26Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

27Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.

28Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

29Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.

30Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.

31Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.

32Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

33Ihr habt gehört. dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.

34Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,

35noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.

36Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.

37Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.  (Mt 5,17)

 

Die zehn Gebote gelten heute immer noch. Jesus hat das Gesetz des Alten Testaments nicht aufgehoben, sondern erfüllt. Das, was Jesus verändert hat, besteht darin, dass die Gebote jetzt nicht nur äußerlich gelten, sondern auch innerlich. Früher konnte man noch sagen: „Ich bin ein guter Mensch, ich habe ja nicht gesündigt, ich bringe ja keinen um." Heute muss man sich fragen: Hatte ich böse Gedanken gegen jemanden? Es zählt also nicht nur die Tat, sondern schon die Gedanken.

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

 

Nun könnte man gegen die Bergpredigt einwenden: Das ist eine Utopie, das schafft ja niemand. Hier ist zu antworten, dass Jesus uns durch sein Blut am Kreuz die Sündenvergebung und den Heiligen Geist geschenkt hat. Daher haben wir jetzt die Möglichkeit, ein ganz reines Herz zu bekommen und nicht nur äußerlich Gebote zu erfüllen. Mit Gottes Geist, der in uns wirkt, ist es keine Utopie mehr, es ist möglich.

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

 

Ein anderer ähnlicher Einwand könnte trotzdem sein: Ist das nicht alles viel zu streng, verlangt Jesus nicht zu viel von uns? Hier muss man betrachten, dass Jesus uns liebt und unser Bestes will. Er will nicht nur, dass wir uns nicht gegenseitig totschlagen, er will uns ganz frei machen von allem, was uns belastet. Alle bösen Gedanken, alles, was unser Herz unrein macht, ist eine Belastung für uns, die uns daran hindert, ganz frei und glücklich zu sein. Es ist eine Lüge, dass wir freier wären, wenn wir noch ein bisschen sündigen dürfen. Das stimmt nicht. Solange unser Herz nicht rein ist, leiden wir. Und davon will Jesus uns befreien. Und die gute Nachricht ist, dass dies möglich ist, weil er sein Blut für uns vergossen und uns den Heiligen Geist geschenkt hat.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du unser Herz ganz rein machen willst und kannst. Es ist möglich! Wir haben durch dich diese Hoffnung. Du bist nicht unendlich streng, du willst uns vielmehr Heilung schenken, damit unser Herz ganz heil wird. Danke, dass das möglich ist, und danke, dass du uns den Weg dorthin zeigst.

 

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, DU lenkst meinen Blick auf die Gebote. Da ich Mensch bin - bin ich schwach, doch soll dies nicht als "Entschuldigung" gelten, vielmehr als Ansporn dienen.

    DU sagst mir,
    - mein Kind, es geht mehr als nur um Gebote, Gesetze, Regeln und Normen...
    Es geht um deine "Herzens-Gesinnung"!!
    Es geht darum, dass du lernst, alles aufzugeben, das "Weltbild dieser Zeit" zu verlassen, und dich in deinem Innersten ganz MIR zuwendest.
    Bemühe dich diesen Weg zu gehen, damit du einst davor bewahrt bleibst, "den letzten Pfennig zu bezahlen".

    Hl.Schutzengel hilf mir ein ehrliches Leben, Gott zur Ehre, zu leben. Amen

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