Samstag, 1. Februar 2020

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt. (Lk 2,27)

Darstellung des Herrn

Evangelium                                                   Lk 2, 22–32

22Als sich für die Eltern Jesu
die Tage der vom Gesetz des Mose 
vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten,
brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf,
um es dem Herrn darzustellen,
23wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist:
Jede männliche Erstgeburt 
soll dem Herrn heilig genannt werden.
24Auch wollten sie ihr Opfer darbringen,
wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt:
ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.
25Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Símeon.
Dieser Mann war gerecht und fromm
und wartete auf den Trost Israels
und der Heilige Geist ruhte auf ihm.
26Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden,
er werde den Tod nicht schauen,
ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.
27Er wurde vom Geist in den Tempel geführt;
und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten,
um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war,
28 nahm Símeon das Kind in seine Arme
und pries Gott mit den Worten:
29Nun lässt du, Herr,
deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
30Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
31 das du vor allen Völkern bereitet hast,
32ein Licht, das die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

 

Tagesimpuls:

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt.  (Lk 2,27)

 

In den ersten Sätzen dieses Evangeliums wird dreimal betont, dass Maria und Josef sich an alle Vorschriften des Gesetzes halten. Sie sehen sich nicht als etwas Besonderes an, obwohl sie es könnten. Aber sie unterstellen sich dem Gesetz wie jeder andere auch. Von Simeon wird gesagt, dass er gerecht und fromm war. Ich gehe ganz fest davon aus, dass auch er sich in allem an die Vorschriften des Gesetzes hielt.

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt.

 

Aber zugleich ist vom Heiligen Geist die Rede! Dreimal wird das Wirken des Heiligen Geistes betont. Simeon wird vom Heiligen Geist geführt, wie man es sich nur wünschen kann. Der Heilige Geist ruht auf ihm. Wie lange könnte man allein darüber nachdenken! Nicht das Schnelle, Hektische, nicht das Auf und Ab, sondern Ruhen! Von Jesus wird gesagt, dass der Heiligen Geist auf ihm „blieb" (im Gegensatz zu vielleicht vielen Menschen, die mal für kurze Zeit vom Heiligen Geist berührt sind). Wenn man von einem Menschen sagen kann, dass der Geist auf ihm ruht, dann ist das allein schon etwas ganz Besonderes. Und es macht auch deutlich, dass es da nicht auf eine Aktivität ankommt. Der Heilige Geist ist einfach bei mir, ganz egal, ob ich etwas mache oder ruhe.

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt.

 

Darüber hinaus schenkt der Heilige Geist dem Simeon seine Berufung. Er zeigt ihm dem Sinn seines Lebens. Das gibt ihm seine Identität. Er kann viele Jahre auf die Erfüllung warten. Er muss nicht irgendwas machen, um anerkannt zu werden. Ihm ist es auch egal, ob die anderen ihm glauben oder ihn verstehen. Er weiß, was er will, er weiß wozu er lebt, weil der Heilige Geist ihm das offenbart hat.

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt.

 

Der Heilige Geist führt ihn. Das ist beneidenswert. Es gibt eine ganz konkrete Führung durch den Heiligen Geist, die die Menschen erleben, die wirklich bereit sind, auf Gott zu hören. Er weiß im richtigen Moment genau, was er zu tun hat.

 

Er wurde vom Geist in den Tempel geführt.

 

Wir sehen ein wunderbares Zeugnis vom Leben mit dem Heiligen Geist. Und zugleich wird mehr als deutlich betont, dass wir uns an die Gebote und Regeln halten sollen. Das steht nicht gegeneinander, sondern miteinander. Nur wer versteht, gehorsam zu sein, kann vom Heiligen Geist geführt werden. Für uns als Katholiken heißt das: Wir müssen die Regeln der Kirche beachten, ganz im Gehorsam zur Kirche leben. Dann kann der Heilige Geist beginnen, uns zu führen, und zwar nicht nur ab und zu sporadisch, sondern dauerhaft, weil er auf uns ruhen will.

 

Gebet:

Jesus, danke für den Gehorsam, den deine Eltern vorgelebt haben, den auch du vorgelebt hast. Danke für das wunderbare Zeugnis des Lebens mit dem Heiligen Geist, dass wir in der Bibel lesen. Hilf uns, beides zu erleben: Den Gehorsam gegenüber den Geboten, und das Geführt-Werden durch den Heiligen Geist.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
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1 Kommentar:

  1. Im Evangelium finde ich es lohnenswert, für mich, auf die Art der Hingabe von Josef und Maria zu schauen.
    Denn in liebenden Dank knien sie nieder vor Gott und danken für ihr Kind Jesus, auch weiß Maria was ihrem Kind "noch bevorsteht". Diese vorhergesagte Verheißung, wird durch Simion prophetisch bestätigt. Und doch danken sie Gott voller Aufopferung und Hingabe.

    So will ich mit meiner Frau, Dir Gott danken, für das Leben unser Kinder, auch wenn nicht alles nach "unserer Vorstellung" ist. Doch schließlich beten wir..."dein Wille geschehe wie im Himmel so auch auf Erden..."

    Gott, lass auch uns immer, so wie Simion und Hanna in unseren Kindern, tgl. diene "Gnaden-Jesus" erkennen, egal welchen Lebensweg DU für sie gewählt hast.

    Gott, vertreibe den "Geist der mörderischen Abtreibungen" und schenke allen Müttern die ein schlagendes Babyherz unter ihren Herzen tragen, die gleiche mütterliche Liebe, die deine Mutter für DICH empfunden hast.

    AMEN

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