Mittwoch, 19. Februar 2020

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen. (Mk 8,25)

06 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 8,22-26

In jener Zeit kamen Jesus und seine Jünger nach Betsaida. Da brachte man einen Blinden zu Jesus und bat ihn, er möge ihn berühren. 

Er nahm den Blinden bei der Hand, führte ihn vor das Dorf hinaus, bestrich seine Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? 

Der Mann blickte auf und sagte: Ich sehe Menschen; denn ich sehe etwas, das wie Bäume aussieht und umhergeht. 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen; nun sah der Mann deutlich. Er war geheilt und konnte alles ganz genau sehen. 

Jesus schickte ihn nach Hause und sagte: Geh aber nicht in das Dorf hinein!

 

 

Tagesimpuls:

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen.  (Mk 8,25)

 

Alles, was Jesus hier auf der Erde getan hat, hat er für uns zum Vorbild getan. Er hätte ihn mit seiner göttlichen Vollmacht sofort komplett heilen können. Er hätte auch kein Ritual gebraucht (Speichel, Hände auflegen). Aber er will uns etwas zeigen. Wir sollen lernen: Manchmal muss man auch mehrmals beten. Das erkennt man insbesondere daran, wenn schon eine leichte Besserung eintritt. Dann weiß man: Hier wirkt Gott auf Grund unserer Gebete. Also muss ich weiterbeten, weitermachen, dranbleiben.

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen.

 

Ausdauer im Gebet ist sehr wichtig. Viele beten einmal und geben danach auf. Sie meinen, sie hätten alles versucht, alles getan. Aber wenn schon Jesus zweimal gebetet hat, dann müssen auch wir dranbleiben im Gebet. Jetzt könnte man fragen: wie lange denn? Aber darauf habe ich keine genaue Antwort. Es gibt Menschen, die über viele Jahre für etwas beten. Es kann aber auch sein, dass man spürt, dass man eine Sache jetzt in die Hände Gottes legen soll. Meine Antwort ist: Ich kann es nur spüren, was Gott mir ans Herz legt. Oft bete ich eher allgemein, manchmal legt Gott mir etwas konkret ans Herz. Manchmal spüre ich es als Schmerz, wenn Gott mir etwas ans Herz legt. Dann muss ich solange beten, bis es wieder gut ist in mir.

 

Da legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen.

 

Also ohne die Frage nach dem Wie-lange genau beantworten zu können, können wir doch lernen: Manchmal genügt einmal Beten nicht. Auch an anderen Stellen hat Jesus betont, dass wir im Gebet nicht nachlassen sollen. Und letztlich können wir nur durch die Intuition spüren, wen oder was Gott uns besonders ans Herz legt.

 

Gebet:

Jesus, oft bete ich nicht nachhaltig genug. Hilf mir, noch besser zu spüren, wen du mir ans Herz legst, für wen ich beten soll. Bewahre mich aber auch davor, mich unter einen falschen Druck zu setzen. Hilf mir, so zu beten, wie es gut ist, wie es deinem Willen entspricht.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, ich denke darüber nach, weshalb DU den "Blinden" hinaus führst- aus dem Dorf heraus...und nachdem DU ihn berührt hast und ihn "sehend hast werden lassen" zu ihm sagst, " Geh aber nicht in das Dorf hinein"

    Liegt etwa das Übel seiner Blindheit im Dorf? Liegt so manches "Übel unserer / meiner Blindheit" wie ein "unsichtbarer Schleier" über unser Dorf...über einen jeden einzelnen von uns?

    Bin auch ich ein Dorfbewohner, der so manchesmal meinen Mitmenschen durch mein "Denken, Reden oder Tun" einen "Schleier" über die Augen lege?

    Bin ich etwa selbst der Blinde, den DU herausführst aus dem Dorf...damit ich DICH besser sehen und hören kann?
    Habe ich Freunde, die mich in DEINE ANBETUNG führen, damit ich durch die "Gottes-Liebe" geheilt werde?

    Jesus, habe Erbarmen mit mir,
    bitte öffne meine Augen, meine Ohren meinen Mund, damit ich meine Mitmenschen von deiner überfliessenden Gnade erzählen kann.

    Amen

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