Mittwoch, 6. September 2017

Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. (Lk 4,39)

22 Woche im Jahreskreis – Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 4,38-44.

In jener Zeit verließ Jesus die Synagoge und ging in das Haus des Simon. Die Schwiegermutter des Simon hatte hohes Fieber, und sie baten ihn, ihr zu helfen.
Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen. Da wich es von ihr, und sie stand sofort auf und sorgte für sie.
Als die Sonne unterging, brachten die Leute ihre Kranken, die alle möglichen Leiden hatten, zu Jesus. Er legte jedem Kranken die Hände auf und heilte alle.
Von vielen fuhren auch Dämonen aus und schrien: Du bist der Sohn Gottes! Da fuhr er sie schroff an und ließ sie nicht reden; denn sie wussten, dass er der Messias war.
Bei Tagesanbruch verließ er die Stadt und ging an einen einsamen Ort. Aber die Menschen suchten ihn, und als sie ihn fanden, wollten sie ihn daran hindern wegzugehen.
Er sagte zu ihnen: Ich muss auch den anderen Städten das Evangelium vom Reich Gottes verkünden; denn dazu bin ich gesandt worden.
Und er predigte in den Synagogen Judäas.

 

Tagesimpuls:

 

Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen.  (Lk 4,39)

 

Jesus heilt auf unterschiedliche Weise. Weiter unten heißt es, dass er allen die Hände auflegte. Hier heißt es, dass er sich über die im Bett liegende Frau beugt und dem Fieber befiehlt. Vielleicht hat er ihr auch die Hände aufgelegt dabei, auch wenn es nicht erwähnt wird. Wir wissen es nicht. Wichtiger ist, was erwähnt wird. Er befiehlt dem Fieber. Wir denken jetzt an Genesis 1. Gott spricht, und es geschieht. Das Wort ist wirkmächtig. Das Wort schafft Leben, das Wort schafft eine neue Wirklichkeit. An einer anderen Stelle gebietet Jesus dem Sturm, still zu werden. Er spricht das Wort in die Schöpfung hinein und schafft damit eine neue Wirklichkeit.

 

Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen.

 

Wenn Jesus uns, seinen Jüngern, den Auftrag gibt, „heilt die Kranken", dann dürfen wir von ihm lernen, wie er es gemacht hat. Wir Priester kennen die Handauflegung auch aus dem Sakrament der Krankensalbung. Aber darüber hinaus wird das Heilungsgebet (ggf. mit Handauflegung) in der Kirche immer mehr praktiziert. Mit Kirche meine ich jetzt nicht das Gebäude. Im Gegenteil, es wird sogar praktiziert auf der Straße, wo Menschen evangelisieren uns damit Jesus zu den Menschen bringen. Wir können es bei allen Gelegenheiten praktizieren. Es ist ganz leicht, Menschen zu fragen: „darf ich für Sie beten?" Die meisten, auch Ungläubige, sagen dann nicht Nein. Das ist sogar besser vor allem und leichter, als sie vom Glauben überzeugen oder als sie zu Veranstaltungen einzuladen. Viele wollen sich von uns nicht überzeugen oder einladen lassen, schnell fühlen sie sich genervt, wenn man zu aufdringlich wird. Aber ein Gebet lehnen sie nur selten ab, für ein Gebet sind die Menschen meistens offen, mehr als für alles andere. Und ehrlich gesagt: Beim Gebet nehmen wir uns zurück und lassen Jesus wirken. Und noch ein Vorteil des Gebets: Es ist auch für uns selber entspannter, wir müssen nicht viel machen, es liegt dabei kein Druck auf uns.

 

Er trat zu ihr hin, beugte sich über sie und befahl dem Fieber zu weichen.

 

Natürlich muss man fragen: „Darf ich ihnen die Hände auflegen?" Je nach Situation könnte das Handauflegen zu aufdringlich sein. Es muss auch nicht immer sein, Jesus hat es auch nicht immer gemacht. Da müssen wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen. Was wir aber auf jeden Fall von Jesus lernen können, ist, zum Fieber (oder was immer es für eine Krankheit ist) zu sprechen und zu gebieten, es weichen muss. Im Namen Jesu spreche ich zu der Krankheit und gebiete ihr zu weichen. Wir nehmen teil am Schöpfungsauftrag Gottes und sprechen im Namen Jesu wirkmächtige Worte aus.  Bei all dem bleibt Gott souverän. Wir bleiben in der Haltung: „Dein Wille geschehe!" Wir sind seine Diener, ja unnütze Knechte. Aber wir schenken Jesus unsere Stimme, unsere Hände, damit er hier auf der Erde wirken kann.

 

Gebet:

Jesus, ich will von dir lernen. Wenn du mit den Kranken gebetet hast, und zwar ziemlich viel und oft, dann will ich das auch tun. Jedem von uns hast du andere Charismen gegeben. Aber wir sollen laut Paulus auch nach den Charismen streben. Du gibst uns die Charismen, damit dein Leib, die Kirche, lebendig und stark wird. Und dazu sollen wir evangelisieren. Und das ist der Grund, warum ich dir helfen will mit meinen Charismen. Ich will dir helfen, dass die Kirche stärker und lebendiger wird durch eine kraftvolle Evangelisierung. Danke, das vor allem beim Beten mit Menschen für mich kein Druck entsteht, dass die Last sozusagen bei dir liegt und nicht bei mir. Ich darf ganz entspannt mit den Menschen beten, und du bewirkst dann, was du willst.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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