Samstag, 2. September 2017

Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mt 16,23)

22 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mt 16, 21-27

 

In jenen Tagen

21begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.

22Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen!

23Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

24Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.

25Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.

26Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

27Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen. (Mt 16,23)

 

Die Menschen wollen nicht leiden, sie wollen Lösungen für alle Probleme, und am besten so schnell wie möglich. So sind wir alle. Gott dagegen will, dass wir das Kreuz annehmen. Gott will auch, dass es uns gut geht. Aber das, was wir Menschen oberflächlich als gut ansehen, ist nicht immer das Beste. Der leichtere Weg ist nicht immer der bessere. Gott mutet uns in dieser Welt Schmerz zu, den wir annehmen und dadurch in Liebe verwandeln können und sollen. Die Welt ist voller Schmerz. Und die Weise, wie Gott mit diesem Schmerz umgeht, ist nicht eine Magie, die alles wegzaubert, sondern das Kreuz, durch das der Schmerz in Liebe verwandelt wird.

 

Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

 

Jesus hat das Kreuz angenommen. Damit hat er uns ein Beispiel gegeben. Annehmen ist nicht gleich Fatalismus, es ist kein Resignieren, sich in sein Schicksal ergeben, weil man sowieso alle Hoffnung verloren hätte. Fatalismus ist Hoffnungslosigkeit, ist Unglaube, ist keine Liebe. Das Kreuz annehmen bedeutet, an die Liebe zu glauben, Hoffnung zu haben. Genau weil wir glauben und hoffen, dass Gott uns in allem hilft, dass alles gut wird, genau darum nehmen wir das Kreuz an und versuchen, im Auftrag  Jesu so viel Schmerz wie möglich aus dieser Welt anzunehmen und in Liebe zu verwandeln.

 

Du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.

 

Bei mir ist die Bereitschaft dazu noch sehr klein. Bei den kleinsten Opfern, die Gott von mir verlangt, versage ich schon immer wieder. Wenn ich bei den großen Heiligen lese, dann bin ich erstaunt, wie sehr sie sich danach sehnten, mit Jesus und für Jesus schwere Dinge auf sich zu nehmen, aus Liebe zu Jesus, aus Liebe zu den Menschen, damit Gottes Heil noch mehr in die Welt kommen kann. Diese Zeugnisse spornen mich an. Ich will nicht hochmütig sein. Ich stehe an der Stelle auf dem Weg, wo ich stehe. Und von hier aus will ich nach vorne gehen. Ich kann mich nicht mit den großen Heiligen messen, aber ich kann mit ganz kleinen Opfern anfangen, Jesus meine Liebe zu zeigen. Ich will Jesus nachfolgen, die ganz kleinen Kreuze annehmen, hinter ihm hergehen und so wenigstens einen kleinen Teil des Schmerzes dieser Welt in Liebe verwandeln.

 

Gebet:

Jesus, mir ist klar, dass wir dir nachfolgen sollen, dass wir unser Kreuz annehmen sollen. So oft bin ich ausgewichen, habe ich es nicht gewollt. Bitte verzeih mir. Heute will ich wieder neu anfangen. Du gibst mir Gelegenheiten, das Kreuz in Liebe zu verwandeln. Ich will dir helfen, mehr Liebe in die Welt hineinzubringen, indem ich versuche, die Kreuze anzunehmen, die du mir heute schickst.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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