Samstag, 9. September 2017

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein. (Mt 18,18)

23 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mt 18, 15-20

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

15Wenn dein Bruder sündigt, dann geh zu ihm und weise ihn unter vier Augen zurecht. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.

16Hört er aber nicht auf dich, dann nimm einen oder zwei Männer mit, denn jede Sache muss durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen entschieden werden.

17Hört er auch auf sie nicht, dann sag es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.

18Amen, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

19Weiter sage ich euch: Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.

20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.  (Mt 18,18)

 

Sir haben hier auf der Erde die Vollmacht, zu binden und zu lösen. Ganz sicher ist das gemeint im Sinne der Kirche, von Sünden loszusprechen. Aber ich meine, dass man es auch umfassender verstehen darf. Wir binden uns auch durch Festlegungen und Flüche, und wir können solche Festlegungen und Flüche auch lösen. Wir binden und lösen durch unsere Sprache. Wenn z.B. jemand sagt. „Ich habe immer Pech", oder „Ich muss immer für mich allein sorgen, mir hilft sowieso niemand", dann bindet man sich mit dieser Sprache, und gewiss gibt es Dämonen, für die das ein „gefundenes Fressen" ist, die dann ihren Teil dazu beisteuern, dass ein Mensch möglichst fest an eine solche Festlegung gebunden ist. Dagegen können wir dann aber auch lösen! Wenn ich widersage, dann löse ich solche Flüche, mit der ich die Macht des Bösen an mich gezogen habe. Ich kann z.B. sagen: „Ich widersage der Macht der Entmutigung", ich widersage der Lüge, dass mit keiner helfen würde", usw.

 

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

 

Dazu kann man auch das Gute „proklamieren". Man kann z.B. beten: „Ich setze Freude frei in diesem Raum", oder einfach nur: „Ich bete für Freude", und natürlich für alles andere, z.B. für Mut, Vertrauen, Gelassenheit oder was auch immer man gerade braucht. Das klingt vielleicht banal, aber mit solchen Gebeten schaffen wir Wirklichkeiten. Wir lösen das Böse auf und schaffen Raum für das Gute. Die geistige Wirklichkeit folgt sozusagen dem, was wir sagen. Und in gewisser Weise hält sich sogar Gott daran. Wenn wir das Böse anrufen, dann zieht sich Gott irgendwie zurück (in einer Weise wie wir es nie ganz verstehen werden, und hoffentlich nie ganz), aber wenn wir das böse vertreiben und Gott einladen, dann kann er unser Leben stärker mit seiner Gegenwart erfüllen.

 

Alles, was ihr auf Erden binden werdet, das wird auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden lösen werdet, das wird auch im Himmel gelöst sein.

 

Binden wir also viel Böses, proklamieren wir viel Gute, damit Gott immer mehr Raum bekommt in unserem Leben und in unserer Welt!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns darauf hinweist, wie viel Macht in unserer Sprache liegt. Wir können das Böse binden, wir können Fesseln auflösen, Freiheit proklamieren und finden. Danke, dass du uns beistehst im Kampf gegen das Böse. Danke, dass wir mit deiner Hilfe die Welt immer mehr mit Frieden und Liebe erfüllen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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