Donnerstag, 24. Dezember 2020

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe! (Lk 2,13)

Heiligabend

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 2,1-14

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. 

Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. 

Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. 

So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. 

Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. 

Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, 

und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. 

In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. 

Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, 

der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: 

Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. 

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. 

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: 

Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe!  (Lk 2,13)

 

An Weihnachten feiern wir, dass Gott in die Welt kommt. Die Welt existiert nicht losgelöst von Gott, Gott kann in unserer Welt wirken. Das Wort Gottes wird Fleisch, es wird Materie, es wird greifbar, auch bis heute, besonders in der Eucharistie. Das ist der Grund, warum wir als Kirche an Wunder glauben: Das Wunder der Jungfrauengeburt, das Wunder der Menschwerdung Gottes, das Wunder der Brotvermehrung zum Beispiel, die Heilungen, die Auferstehung, das Wunder der Eucharistie. Der Glaube an Wunder bedeutet nichts anderes als das Bekenntnis zur Menschwerdung Gottes, dass das Wort Gottes Fleisch wird, d.h. Materie, d.h. dass wir bekennen, dass Gott uns nah ist, dass Gott in unserer Welt wirkt. Das ist auch der Grund, warum wir Fürbitten machen, denn wir glauben, dass Gott real in der Welt handeln kann. So bitten wir z.B., dass er uns vor einer weiteren Ausbreitung der Pandemie beschützen möge. Bei den Fürbitten ist allerdings zu beachten, dass wir nur bitten können. Wir können Gott nicht zwingen, und wir werden auch nie verstehen, warum Gott wie handelt.

 

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Im Evangelium kommen die beiden Teile, das Menschliche und das Göttliche, zusammen. Im ersten Teil hören wir nur vom Menschlichen. Maria und Josef halten sich an die damaligen Gesetze, sie machen eine Reise, haben Probleme, ein Quartier zu finden, Jesus wird in einem Stall geboren. Das alles klingt gar nicht göttlich, man könnte fragen: „wo ist Gott da? Warum hilft er nicht? Warum lässt er das junge Paar so allein?" Im zweiten Teil spricht das Evangelium dann von göttlichen Zeichen, von Engeln, von himmlischen Botschaften, von Licht, Frieden und Trost. Wenn wir nur diesen einen Teil haben wollten, dann wären wir schon im Himmel, dann würden wir nicht mehr auf der Erde leben. Wenn wir aber nur den irdischen Teil haben, dann leben wir ohne Gott, ohne Trost, letztlich wäre unser Leben dann sinnlos. Wir Christen erleben beides, ebenso wie dieses junge Paar. Wir fühlen uns einerseits auf dieser Erde oft ganz auf uns selbst gestellt, vermissen Gott, vermissen seine übernatürliche Hilfe. Aber dann hören wir von Menschen – wie von den Hirten – die Übernatürliches erlebt haben. Von diesen Menschen kommt dann wieder Trost. Die Hirten haben vielleicht Geschenke gebracht, aber sie haben die menschlichen Probleme von Maria und Josef nicht beseitigen können. Das Göttliche kommt zum Menschlichen dazu, aber wir bleiben auch immer in dieser Welt mit all unseren Problemen. Aber wir glauben an Gottes Beistand, wir beten um göttliche Hilfe, wir bekennen, dass Gott in unserer Welt wirkt, auch wenn wir es nicht immer erkennen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du in der Welt wirkst, manchmal verborgen, manchmal spürbar. Ich danke dir für Menschen wie die Hirten, die deine Herrlichkeit für einen Augenblick erkennen durften und uns Zeugnis davon geben, so dass wir Hoffnung bekommen. Hilf uns und stärke uns, im Glauben unsere weltliche Situation ganz anzunehmen, wie auch Maria und Josef es getan haben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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