Mittwoch, 4. November 2020

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. (Lk 14,26)

31 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 14,25-33

In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. 

Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. 

Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? 

Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten 

und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. 

Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 

Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. 

Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.  (Lk 14,26)

 

Es gibt in mir unterschiedliche Phasen oder Zeiten. In den Momenten, wo ich ganz glücklich bin, da brenne ich für Jesus. Da ist Jesus, sein Wille, der Einsatz für sein Reich, für mich das Wichtigste. Die anderen Dinge in meinem Leben sind sehr schön, aber sie sind nicht das Wichtigste. Dann kenne ich aber auch Zeiten, wo ich irgendwie nicht so glücklich bin, wo mich das Weltliche mehr beschäftigt, wo ich Jesus etwas aus den Augen verloren habe. Und diesen Unterschied kenne ich im Großen wie im ganz Kleinen. Mit dem Kleinen meine ich, dass es Stunden oder Minuten am Tag sein können, wo ich Jesus nicht so stark suche, sondern mich in etwas anderem verliere, das können auch kirchliche Aufgaben sein, Dinge, die mit meinem kirchlichen Dienst zu tun haben.

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

 

Zum Glück gibt es in mir die Sehnsucht nach dem Glücklich-Sein. Ich spüre, wenn es mir nicht so gut geht, wenn ich wieder mal orientierungslos herumirre. Und inzwischen weiß ich, woran es dann liegt und was ich tun muss, um wieder glücklich zu werden. Ich muss mich wieder Jesus zuwenden, muss wieder das Gebet an die erste Stelle setzen. Und sobald ich wieder zurückkehre zu dieser Ausrichtung auf Jesus, wenn ich wieder sein Reich als erstes suche, wenn die Prioritäten wieder klar werden, dann werde ich auch wieder glücklich. Ich brauche also dieses Brennen für Jesus, ansonsten bin ich unglücklich und unzufrieden.

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

 

Ich glaube zu verstehen, was Jesus meint, wenn er sagt, man müsse alles andere hintanstellen. Die schönen Sachen sind schön, aber sie dürfen nie zur Hauptsache werden. Ich möchte es aber noch mal mehr konkretisieren. Alles hintanstellen meine ich wörtlich. Ich muss dann – das ist meine Form – den Rosenkranz zur Hand nehmen und erst mal beten. Vielleicht geht das gerade nicht. Dann nehme ich eben die erste freie Minute, wo es wieder geht. Und sobald ich beginne zu beten, also wirklich ausdrücklich eine Gebetszeit zu halten, dann beginnt schon nach wenigen Minuten der Heilige Geist zu wirken, und ich finde zurück in die richtige Ausrichtung auf Jesus. Es kommt wieder diese gute innere Spannung, dieses Brennen für Jesus und für das Reich Gottes, und ich bin wieder glücklich. Ich kann also Jesus nur beipflichten. Es entspricht voll meiner Erfahrung. Man muss alles andere hintanstellen, wenn man sein Jünger sein will. Ich danke Jesus, dass ich ohne das nicht mehr glücklich sein kann. Ich erinnere mich, dass ich genau das vor vielen Jahren einmal von ihm erbeten habe, dass ich ohne ihn nicht mehr glücklich sein kann, dass ich nie mehr zurückfalle in ein Leben ohne ihn.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die Sehnsucht, die du mir geschenkt hast. Ohne dich kann ich nicht mehr glücklich sein. Danke, dass du mir das geschenkt hast. Ich bitte dich für alle Christen, dass sie auch diese Erfahrung machen, dass sie nur dann glücklich leben können, wenn sie dich an die erste Stelle setzen. Hilf uns, eine Kirche von Jüngern Jesu zu werden, die diesen Namen verdienen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, ich frage mich;  wie kriege ich das hin,  deine Nachfolge mit meinem Beruf und Familie und Freizeit unter einen Hut zu bringen?
    Das alles schaffe ich nur, wenn DU es willst, dass ich es schaffe. Denn ohne DICH bin ich nichts und kann ich nichts.
    Ohne DICH kann ich doch gar nicht meine Familie ,meinen Beruf und meine Freizeit zufriedenstellend erfüllen.
    Da kommt mir das Wort "Treue" in den Sinn.
    Nur wenn ich bemüht bin in allem was DU mir anvertraust  "treu" zu sein, wird es mir auch durch DEINE GNADE  gelingen, Deine Nachfolge zu leben.
    Ja ich glaube,  dass ein jeder durch DEINE "heiligmachende" Gnade zu Nachfolge berufen ist.

    Gottesmutter Maria ich bitte dich; hilf mir in rechter Weise die "Gnade der Nachfolge" bestmöglichst und treu zu leben,  und die "weltlichen Sündhaftigkeiten" zu meiden.
    O Maria immer hilf.

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  2. Jesus, wenn der Alltagsstress nicht zu hoch ist, ist es leichter dir den Vorrang zu geben. Dann spüre ich auch wie leicht der Alltag zu bewältigen ist. Auch für mich persönlich, demütig zu sein, nicht im Vordergrund stehen und dir alles überlassen zu dürfen.
    Im Moment erlebe ich neu Menschen, die Absichtslos anderen Hilfe anbieten, ehrenamtlich tätig sind.
    Jesus Christus, stehe du ihnen bei, mit deiner Gnade und deiner Liebe und Nähe. Für mich gibt es im Moment ein neues Einüben in dieser Sehnsucht nach dir, der Kontemplation und im Ehrenamt da zu sein für andere Menschen.
    Heiliger Geist, hilf mir und zeige mir den richtigen Weg. Amen!

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