Samstag, 21. November 2020

Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden. (Mt 25,32)

Christkönigssonntag

 

Evangelium                                                                      Mt 25, 31–46

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
31Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt
und alle Engel mit ihm,
dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
32Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden
und er wird sie voneinander scheiden,
wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
33Er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen,
die Böcke aber zur Linken.
34Dann wird der König denen zu seiner Rechten sagen:
Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid,
empfangt das Reich als Erbe,
das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist!
35Denn ich war hungrig
und ihr habt mir zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir zu trinken gegeben;
ich war fremd
und ihr habt mich aufgenommen;
36ich war nackt
und ihr habt mir Kleidung gegeben;
ich war krank
und ihr habt mich besucht;
ich war im Gefängnis
und ihr seid zu mir gekommen.
37Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen:
Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen
und dir zu essen gegeben
oder durstig
und dir zu trinken gegeben?
38Und wann haben wir dich fremd gesehen
und aufgenommen
oder nackt
und dir Kleidung gegeben?
39Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen
und sind zu dir gekommen?
40Darauf wird der König ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt,
das habt ihr mir getan.
41Dann wird er zu denen auf der Linken sagen:
Geht weg von mir, ihr Verfluchten,
in das ewige Feuer,
das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
42Denn ich war hungrig
und ihr habt mir nichts zu essen gegeben;
ich war durstig
und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
43ich war fremd
und ihr habt mich nicht aufgenommen;
ich war nackt
und ihr habt mir keine Kleidung gegeben;
ich war krank und im Gefängnis
und ihr habt mich nicht besucht.
44Dann werden auch sie antworten:
Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig
oder fremd oder nackt
oder krank oder im Gefängnis gesehen
und haben dir nicht geholfen?
45Darauf wird er ihnen antworten:
Amen, ich sage euch:
Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt,
das habt ihr auch mir nicht getan.


46Und diese werden weggehen
zur ewigen Strafe,
die Gerechten aber
zum ewigen Leben.

 

Tagesimpuls:

 

Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden.   (Mt 25,32)

 

Jesus spricht über die Endzeit. Er wird wiederkommen als Bräutigam, so hörten wir im Evangelium am vorletzten Sonntag. Er wird wiederkommen als König, so hörten wir es am vergangenen Sonntag. Und heute sehen wir, wie er wiederkommen wird als Richter. Das beißt sich scheinbar mit dem, was Jesus in Joh 3,18 sagt: „Wer an mich glaubt, wird nicht gerichtet." Aber tatsächlich sind hier ja die Völker gemeint, alle Völker, in der griechischen Bibel steht da „ethne" (Ethnien), und das war der Begriff damals für die Heiden, die Nicht-Gläubigen. Trotzdem sollten wir auch Joh 3,18 nicht zu leichtfertig nehmen, denn auch bei den Christen ist es ja nicht ganz so einfach. Denken wir an die Bergpredigt, wo Jesus sagt, dass nicht jeder, der nur „Herr, Herr", sagt, in das Himmelreich kommt (Mt 7,21). Und auch bei den törichten Jungfrauen, die alle einmal Öl hatten, die alle ihre Lampen hatten, was man so deuten kann, dass sie Christen waren, die einmal auf einem guten Weg mit Jesus gewesen sind, auch diese stehen nachher draußen und Jesus sagt, dass er sie nicht kenne. Johannes 3,18 setzt also einen wirklichen Glauben an Jesus voraus, eine echte tiefe Beziehung, ein tiefes Kennen. Vielleicht sind demnach manche Christen draußen vor dem Reich Gottes gemeinsam mit den Heiden, aber wie wir im heutigen Evangelium sehen, sie sind dann nicht chancenlos, sondern sie werden dann nach ihren Taten gerichtet.

 

Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden.

 

Und Jesus zeigt im Evangelium auf, dass die Taten letztlich ihre Beziehung zu ihm widerspiegeln. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Also auch die Heiden werden durch ihre Beziehung zu Jesus gerettet, denn ohne eine Beziehung zu Jesus kann keiner gerettet werden. Aber die Heiden hatten eine Beziehung zu Jesus, weil er ihnen in den Armen und Hilfsbedürftigen begegnet war. Nirgendwo wird dies schöner erläutert als in der Legende des Heiligen Martin, der nach seinem tiefen Schlüsselerlebnis mit dem Bettler nachts davon träumt und im Gesicht des Bettlers das Gesicht Jesu erkennt. Jesus war im Bettler, er hatte seinen Mantel mit Jesus geteilt. Die Beziehung zu Jesus, die dadurch entstanden ist, hat ihn gerettet.

 

Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden und er wird sie voneinander scheiden.

 

Gott will das Heil aller Menschen, und er tut alles, um uns zu sich zu führen. Am besten und einfachsten ist das Leben, wenn wir uns intensiv an Jesus wenden. Je mehr wir die tiefe Beziehung zu ihm suchen, umso mehr kann er uns helfen. Wir werden schon jetzt eingehen ins Reich Gottes, und wir werden optimal vorbereitet für die Ewigkeit. Wir müssen uns aber rechtzeitig das Öl „kaufen". Und diese Zeit haben wir jetzt. Vertrödeln wir nicht unsere Zeit, damit wir dann, wenn es darauf ankommt, genug Öl in unseren Lampen haben!

 

Gebet:

Jesus, ich bin so dankbar, dass ich durch den Glauben an dich gerettet werde. Ich will daher die Beziehung zu dir wirklich suchen. Und ich glaube fest, dass dadurch auch alles andere in meinem Leben besser wird. Ich will auf deine Liebe antworten, indem ich mich bemühe, mehr meine Mitmenschen zu lieben und schlechte Angewohnheiten zu überwinden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, der Tag heute heißt Christkönig, und als solcher wirst DU kommen.   Für mich...
    Ein König der Recht spricht.
    Als himmlischer göttlicher König lenkst DU meinen Blick auf das "Fegefeuer" - und das "Verderben".  Dabei offenbarst DU meinem Herzen was ich in meinem ganzen Erdenleben getan und / oder unterlassen habe. Ich muss mich fragen; zu welcher Menschengruppe gehöre ich, wenn DU kommst. Werde ich zu den  Klugen oder Unklugen gezählt? Habe ich meine Talente liegen gelassen oder habe ich mich bemüht sie zu nutzen?
    Jesus, worauf kommt es an? 
    Du sagst mir...  "schau auf die Liebe" wie sie glüht. Die Liebe will von dir gelebt werden !!
    Spürst du diese Liebe in deinem Herzen?
    Jesus, bitte, was ist denn das besonderes an dieser Liebe? Diese Liebe mein Kind ist "selbstlos" !! und es geht um die innige Verbindung deiner Liebe mit dem göttlichen Willen. Es geht nicht darum "Liebe zu geben" um soviel wie möglich an "Likes und Klicks" dafür zu bekommen. In allem kommt es auf die rechte Gesinnung "in deiner Liebe" an.

    Ja! mein Jesus, ich muss es (wenn DU in deiner göttlichen Herrlichkeit und Majestät kommst) in meiner menschlichen Niedrigkeit erkennen, dass es darauf ankommt, wie mein Leben  "zu Ehre Gottes" hier auf Erden war.

    Jesus ich freue mich auf Dein Wiederkommen, und solange bete ich...
    Mir geschehe nach deinem Wort! Amen

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