Dienstag, 10. November 2020

Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10)

32 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,7-10

In jener Zeit sprach Jesus: Wenn einer von euch einen Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen? 

Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich, und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. 

Bedankt er sich etwa bei dem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde? 

So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10)

 

Wir sollen keinen Dank oder kein besonderes Entgegenkommen von anderen erwarten für unsere Dienste. Das macht uns unabhängig. Wenn wir uns vom Dank der anderen abhängig machen, dann werden wir oft enttäuscht und frustriert, und dann kann das dazu führen, dass wir eine Aufgabe, die wir an sich gern machen, aufhören auf Grund von Enttäuschungen. Es wäre doch schade, wenn jemand, der etwas sehr gut kann, weil Gott ihm das Talent dazu gegeben hat, die Sache beendet, nur, weil manche ihm nicht genug Danke gesagt haben. Da ist es doch besser, man erwartet erst gar keinen Dank, und man macht die Aufgabe immer weiter mit großer Freude.

 

Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Soll man den gar nicht Danke sagen? Nein, keineswegs! Es ist ein Akt der Liebe, wenn wir Menschen einander danken. Man kann eigentlich gar nicht genug danken. Man soll nur keinen Dank erwarten. Wenn dann doch jemand Danke sagt, kann man sich ja freuen. Aber man ist genauso glücklich, wenn niemand Danke sagt. Es geht nur darum, dass man die Dinge, die man macht, aus eigenem Antrieb und für Gott macht, und nicht, um Anerkennung und Dank von anderen Menschen zu erhalten.

 

Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Ich habe mich einmal bei einem ehrenamtlichen Mitarbeiter für eine große Arbeit bedankt, die er für die Kirche getan hatte. Darauf antwortete er mir: „Herr Pastor, Sie müssen mir nicht Danke sagen. Ich danke Gott jeden Tag dafür, dass ich das alles noch kann. Es kann sehr schnell ein Tag kommen, wo ich das nicht mehr tun kann. Und solange es geht, danke ich Gott. Und es ist mir eine Freude zu helfen." Das ist die richtige Einstellung! Danken wir Gott jeden Tag für alles, was wir für andere tun können, wo wir helfen können, und wo er uns sinnvolle Aufgaben für unsere Mitmenschen gibt!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich so viel Gutes tun kann. Ich erhalte auch viel Dank von andern. Ich will aber dein Wort befolgen und unabhängig davon sein. Ich spüre in mir, dass ich immer noch sehr abhängig von der Anerkennung anderer bin. Ich möchte, dass die anderen sehen und anerkennen, dass es gut ist, was ich mache. Aber besser wäre es, wenn ich noch mehr Sicherheit in dir bekäme. Du findest es gut, du gibst mir die Anerkennung. Vielleicht verstehen nicht alle, was ich mache und warum ich etwas mache. Aber du weißt es und du verstehst es, und das soll mir genügen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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