Samstag, 3. Februar 2018

Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen. (Mk 1,38)

05 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mk  1, 29-39

 

In jener Zeit

29ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.

30Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen mit Jesus über sie,

31und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr, und sie sorgte für sie.

32Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.

33Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt,

34und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu reden; denn sie wussten, wer er war.

35In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.

36Simon und seine Begleiter eilten ihm nach,

37und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich.

38Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

39Und er zog durch ganz Galiläa, predigte in den Synagogen und trieb die Dämonen aus.

 

 

Tagesimpuls:

 

Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.  (Mk 1,38)

 

Gestern betrachteten wir, wie Simeon vom Heiligen Geist geführt wurde. Heute erleben wir Jesus, der sich von Gott führen lässt. Er erkennt den Willen Gottes im Gebet. Um diesen Willen Gottes zu erfüllen, lässt er menschliche Wünsche unerfüllt. Menschlich betrachtet war er mit seinem Wirken in Kafarnaum noch gar nicht fertig. Menschlich gesehen war das sogar ziemlich unfair, dass er gegangen ist. Wer weiß, wie viele Menschen am Vortag Stunden lang gewartet hatten, um geheilt zu werden. Dann ging Jesus schlafen, und nun hofften sie darauf, am nächsten Tag an die Reihe zu kommen. Aber Jesus geht weg. Das muss für viele Menschen eine große Enttäuschung gewesen sein. Aber Jesus muss den Willen Gottes tun. Und diesen Willen Gottes erkennt er, indem er sich früh morgens von den Menschen zurückzieht zum Gebet. Dort ist er ungestört. Er kann mit Gott reden. Und dort empfängt er neue Weisungen.

 

Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

 

Uns geht es nicht viel anders als Jesus. Auch wir sind umgeben von vielen Ansprüchen der Menschen, die wir unmöglich alle erfüllen können. Die Ansprüche sind an sich gut, aber trotzdem darf das nicht unser Maßstab sein. Wir werden es nie allen Recht machen können.

 

Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.

 

Jesus lässt sich von Gott an einen anderen Ort rufen, obwohl er noch nicht fertig ist. Wie oft will ich erst noch meine Arbeit fertigmachen! Schon bei den Kindern beginnt das. Die Mutter ruft zum Essen, aber die Kinder wollen das Spiel noch zu Ende spielen. Im Grunde machen wir Erwachsene genau das Gleiche. Ich will erst noch meine Emails zu Ende bearbeiten. Aber ist der Posteingang mein Maßstab? Es spricht nichts dagegen, dass wir versuchen ordentlich zu arbeiten. Und man kann nicht immer eine Sache halb fertig liegen lassen. Aber der Wille Gottes ist der Maßstab! Und wenn Gott mich ruft, dann muss ich die Dinge liegen lassen. Die Mönche im Kloster leben einen festen Rhythmus. Wenn die Glocke zum Gebet ruft, dann lassen sie ihre Arbeit liegen, egal ob sie gerade fertig sind oder nicht. Ich glaube, dass wir nur dann den Willen Gottes tun können, wenn wir uns einem Rhythmus unterwerfen. Wir brauchen feste Gebetszeiten am Tag. Dann können wir versuchen, auf Gott zu hören, von im Weisung zu empfangen. Dann werden wir stark, auch manchmal menschliche Erwartungen zu enttäuschen, weil Gott etwas anderes von uns will.

 

Gebet:

Jesus, ich will deinen Willen tun. Ich will mich deinem Rhythmus anpassen. Wenn ich das nicht tue, dann habe ich nur Stress, dann fühle ich mich getrieben. Ich danke dir für dein Vorbild. Du hast dich zurückgezogen, hast die Einsamkeit, die Stille gesucht. So will auch ich täglich die Stille suchen, um auf das Wort Gottes zu hören. Dort empfange ich die Wegweisung von dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen