Donnerstag, 1. Februar 2018

Die Zwölf machten sich auf den Weg. (Mk 6,12)

04 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 6,7-13.

In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben,
und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel,
kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen.
Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter, und schüttelt den Staub von euren Füßen, zum Zeugnis gegen sie.
Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf.
Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.

 

Tagesimpuls:

 

Die Zwölf machten sich auf den Weg.  (Mk 6,12)

 

Jesus ruft seine Jünger, und er sendet sie aus. Er sendet sie in die Welt. Die Apostel machen sich auf den Weg. Wenn ich das höre, dann spüre ich, dass es mir und uns als katholische Kirche schwerfällt, uns auf den Weg zu machen. In vergangenen Jahrhunderten zogen Missionare aus nach Afrika oder Asien. Hier in der Heimat brauchte man sich scheinbar nicht auf den Weg zu machen. Hier waren alle scheinbar christlich. Aber hier gab es sogenannte Volksmissionare, die die Gemeinden von Zeit zu Zeit besuchten und Gemeindemissionen hielten. Die älteren Menschen erinnern sich noch daran, vor allem an sehr strenge Predigten.

 

Die Zwölf machten sich auf den Weg.

 

Aber was heißt es für einen Katholiken und für uns als Kirche heute, dass wir uns auf den Weg machen sollen? Es gibt notwendige Veränderungen, aber kaum jemand macht sich auf den Weg. Ich erlebe, dass fast alle nur am Alten festhalten wollen. Man will das Alte so weitermachen wie bisher, so lange es noch irgendwie geht. Die Mehrheit der Menschen macht schon lange nicht mehr mit, aber uns gelingt es nicht, aufzubrechen, uns auf den Weg zu machen, um diese Mehrheit anzusprechen. Die Jünger Jesu sind zunächst nicht in ferne Länder gezogen. Sie haben sich auf den Weg gemacht in ihrer Heimat, zu den Menschen dort, um diese für Jesus zu begeistern. Wie können wir uns auf den Weg machen, um in unserer Heimat Menschen für Jesus zu begeistern?

 

Die Zwölf machten sich auf den Weg.

 

Ich sehe nur einen Weg: wir müssen uns von Jesus rufen lassen, uns von ihm mit Vollmacht ausstatten und senden lassen. Auch auf die Gefahr hin, dass ich immer dasselbe schreibe, frage ich, ob wir schon genügend beten als Kirche, damit wir wirklich von Jesus mit dieser Vollmacht ausgestattet werden können. Aber irgendwann kommt dann auch der Moment, wo wir uns senden lassen müssen, wo wir uns bewegen müssen, wo wir etwas riskieren müssen. Böse Geister austreiben, heilen, das geht doch nur, wenn wir es riskieren, mit Menschen zu beten. Zur Umkehr aufrufen, das kann man doch nur, wenn man irgendwie über Gott uns Jesus ins Gespräch kommt mit den Menschen. Über Jesus reden, mit anderen beten, das sind für die meisten Katholiken sehr ungewohnte Dinge. Das geschieht in der Kirche, aber fast nie im Alltag. Wir brauchen aber Formen der Jesusbegegnung außerhalb der Kirche, in persönlichen Begegnungen, in kleinen Gruppen, die wir bilden müssen. Zurzeit sprechen z.B. viele über Alphakurse. Das scheint mir ein Weg zu sein, wie Kirche missionarisch werden kann, wie wir uns auf den Weg machen könnten. Ja, wir brauchen neue Wege, neue Formen, damit wir in der heutigen Zeit wieder die Menschen erreichen können.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns in Bewegung setzen willst. Hilf uns, aufzustehen aus unserer Lethargie, aus unserer Festgefahrenheit! Lass uns mit deiner Hilfe neue Wege finden, wie wir die Menschen erreichen können. Hilf uns, dass wir mitten im Alltag von dir reden und mit Menschen beten können. Lass uns erleben, wie das Böse vertrieben und Menschen geheilt werden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

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