Dienstag, 27. Februar 2018

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen. (Mt 23,5)

02 Woche der Fastenzeit     Dienstag       

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 23,1-12.

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt.
Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen.
Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.
Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang,
bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben,
und auf den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von den Leuten Rabbi - Meister - nennen.
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.
Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel.
Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.
Der Größte von euch soll euer Diener sein.
Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

 

Tagesimpuls:

 

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen.   (Mt 23,5)

 

Als Kind tun wir alles, damit die Eltern es sehen. Wir wollen den Eltern gefallen, wollen ihre Liebe. Wenn die Eltern böse sind, dann ertragen die Kinder das nicht. Sie tun alles, damit die Eltern nicht böse auf sie sind. Dann kommt die Pubertät. Dann achten die Jugendlichen nur noch auf das was die Gleichaltrigen sagen. Man will in der Clique ankommen, kein Außenseiter sein. Durch eine gute christliche Erziehung müsste danach die Phase kommen, wo man seine eigenen Urteile fällt, wo man mit einem Gewissen lebt, dass von biblischen, christlichen Werten geprägt ist, in der Verantwortung vor Gott und den Menschen. Man müsste sich Gott gegenüber verantwortlich fühlen und nicht nur Mitläufer in der Masse sein. Aber leider kommen die meisten Menschen nicht an diesen Punkt. Ihr Gewissen ist weiterhin geprägt von dem, was die anderen Menschen sagen, wie bei den Jugendlichen. Das, was alle tun, wird zur Norm, ist „normal", und was Gott sagt, spielt für sie keine Rolle.

 

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen.

 

Wir sollen uns an Gott orientieren und nicht Dinge tun, nur damit die Menschen es sehen. Wir sollen bereit sein, gegen den Strom zu schwimmen, auch wenn wir dann nicht immer von allen akzeptiert werden. Es ist schade, dass sogar die religiösen Führer zur Zeit Jesu alles nur tun, damit die Menschen es sehen, dass sogar sie sich nicht an Gott orientieren. Wir müssen unabhängig werden von dem, was die Menschen sagen, ob sie uns gut finden oder nicht. Es darf nicht unser Lebensziel sein, bei allen beliebt zu sein, das wäre der sichere Weg ins Unglück.

 

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen.

 

Bemühen wir uns heute um eine gesunde Unabhängigkeit von den anderen Menschen! Orientieren wir uns an Gott! Lassen wir uns von ihm führen! Wir werden spüren, wie entlastend das ist. Es nimmt einen großen Druck von uns. Wir stehen dann nicht mehr unter dem Druck, beliebt zu sein, anerkannt zu werden usw. Wir leben das, was wir im Angesicht Gottes für richtig halten, und so werden wir zu Führungspersönlichkeiten, an denen sich die anderen orientieren können.

 

Gebet:

Jesus, ich will nicht immer darauf achten, was die Menschen von mir denken. Ich will mich in meinem Gewissen an dir orientieren. Du willst mich entlasten vom Urteil anderer Menschen. Es fällt mir aber immer noch schwer. Ich will immer noch die Rollenerwartungen anderer erfüllen. Ich will in den Augen der anderen ein guter Priester sein, und dadurch mache ich mich von ihnen abhängig, lasse ich mich unter Druck setzen. Hilf mir, noch unabhängiger zu werden, wirklich allein auf dich zu hören und deinen Willen zu tun.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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