Montag, 19. Februar 2018

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. (Mt 25,35)

01 Woche der Fastenzeit     Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 25,31-46.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen.
Und alle Völker werden vor ihm zusammengerufen werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet.
Er wird die Schafe zu seiner Rechten versammeln, die Böcke aber zur Linken.
Dann wird der König denen auf der rechten Seite sagen: Kommt her, die ihr von meinem Vater gesegnet seid, nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch bestimmt ist.
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen;
ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben?
Und wann haben wir dich fremd und obdachlos gesehen und aufgenommen, oder nackt und dir Kleidung gegeben?
Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Darauf wird der König ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.
Dann wird er sich auch an die auf der linken Seite wenden und zu ihnen sagen: Weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist!
Denn ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben;
ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden auch sie antworten: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder obdachlos oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht geholfen?
Darauf wird er ihnen antworten: Amen, ich sage euch: Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.
Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.

 

Tagesimpuls:

 

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.   (Mt 25,35)

 

Am Aschermittwoch haben wir im Evangelium die drei Dinge gehört, die wir in der Fastenzeit tun sollen: Fasten, Beten und Almosen geben. Es geht also um mehr als nur um Fasten. In der Fastenzeit sollen wir auch geben. Wir sollen uns unseren Mitmenschen zuwenden, vor allem den Bedürftigen. Meine Erfahrung ist, dass vor allem das Zeit schenken schwierig ist. Wir alle sind so eingebunden. Man kann schon den Hut ziehen vor dem, was viele Ehrenamtliche in unserer Kirche leisten. In unserer Kirche hier in Süsterseel werden z.B. mit teilweise großem Aufwand Exerzitien organisiert. Jetzt in dieser Woche wird ein kroatischer Pater bei uns zu Gast sein, Pater Ivo Pavic. Er hält charismatische Heilungsexerzitien. Ohne die tatkräftige Hilfe von vielen ehrenamtlichen Christen wäre das nicht möglich. Hier wird vielen Menschen geistliche Nahrung gegeben, was zurzeit in Deutschland wahrscheinlich noch viel wichtiger ist als die materielle Nahrung.

 

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.

 

Wenn ich an das Evangelium denke, dann denke ich aber immer auch an unsere Grenzen. Wir machen schon viel, und wir können nicht immer noch mehr machen. Bischof Helmut Dieser von Aachen will einen geistlichen Prozess anstoßen, in dem wir Christen die Freude am Glauben wieder entdecken lernen. Nur wenn das gelingt, nur wenn viele Christen diese Freude wiederfinden, nur dann können wir unsere Aktivitäten multiplizieren und noch mehr bedürftigen Menschen helfen. Die Verkündigung des Evangeliums ist wirklich die Nummer eins, unsere erste Aufgabe, weil wir sonst gelähmt bleiben in allen unseren Aktivitäten. Nur so können wir unsere Grenzen überwinden.

 

Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben.

 

Nehmen wir uns heute vor, unsere Liebe den Menschen zu schenken. Ob es Essen oder Trinken ist, Zuwendung oder Zeit. Wir sind nicht für das große Ganze verantwortlich, sondern für das, was uns heute begegnet. Wir sollen für uns ganz persönlich heute den Fokus auf das Geben legen, bei all unseren Grenzen. Gott weiß, was wir können. Vielleicht können wir in manchem aber auch mehr als wir jetzt tun. Vielleicht können viele von uns z.B. mehr Geld spenden. Manchmal sind Christen auch geizig. Das kann nur jeder vor seinem Gewissen entscheiden. Achten wir heute einmal darauf, wohin uns der Fokus auf das Geben führen wird!

 

Gebet:

Jesus, du willst, dass wir in der Fastenzeit beten, fasten und Almosen geben. Heute sollen wir uns einmal mehr auf das Geben konzentrieren. Zeige uns, wie wir dieses Wort heute verstehen sollen: Vielleicht jemandem Zeit schenken, vielleicht mal was spenden, vielleicht dein Wort verkünden und damit Menschen zu Essen geben. Du Herr wirst uns führen. Danke im Voraus für alles, was du heute in uns durch dieses Wort wirken wirst.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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