Mittwoch, 28. Februar 2018

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? (Mt 20.22)

02 Woche der Fastenzeit     Mittwoch      

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 20,17-28.

In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen:
Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen
und den Heiden übergeben, damit er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.
Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben dir sitzen dürfen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie sagten zu ihm: Wir können es.
Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.
Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

Tagesimpuls:

 

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? (Mt 20.22)

 

Dieser Vers springt mir gleich ins Auge. Es ist Fastenzeit. Wir gehen auf Karfreitag zu. Und Jesus fragt uns:

 

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 

 

Wir sollen nicht nur über das Leiden Jesu nachdenken in dieser Zeit, wir sollen uns auch fragen, ob wir selber bereit sind, den Weg durch das Kreuz zur Auferstehung zu gehen, oder noch besser gesagt, er will diesen Weg in uns gehen, in der mystischen Vereinigung. Sind wir dazu bereit?

 

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 

 

Was bedeutet das für uns konkret? Ich sehe die vielen kleinen Gelegenheit am Tag, wo man ein kleines Opfer bringen kann, aus Liebe zu Jesus. Das können aktive oder passive Opfer sein. Beim aktiven verzichte ich freiwillig auf etwas, was ich mir nehmen könnte. Beim passiven kommt etwas auf mich zu, was ich dann annehme und Jesus aufopfere. Ich selber tue mich damit schwer. Ich finde nicht, dass ich ein guter Asket bin. Aber ich muss das schreiben, weil es so ist, und ich schreibe es auch für mich, und ich höre, wie Jesus mich jetzt fragt:

 

Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? 

 

Jemand hat mir einen guten Tipp gegeben, einen sehr barmherzigen Tipp. In mir entsteht oft eine Resignation, weil ich das eben nicht so lebe, wie ich es hier schreibe. Ich suche die Bequemlichkeit, ich kann schwer auf etwas verzichten, und das fällt mir in der Fastenzeit natürlich besonders auf. Und weil das so ist, kommt dann oft eine Enttäuschung und Selbstanklage, die auch nicht gut ist. Der Tipp war nun, dass man sich nicht das Schwerste vornimmt, sondern wirklich etwas Leichtes, was einem eher liegt. Wir sollen also die Buße tun, die uns irgendwie auf den Leib geschnitten ist, die gut zu uns passt. Und das sollen wir als Startpunkt nehmen. Wir müssen uns dabei nicht mit anderen vergleichen, die vielleicht imponierende Vorsätze erfüllen jetzt in der Fastenzeit. Tun wir das, was für uns gut geht! Wenn sich das dann im Laufe der Zeit steigert, dann ist es ja gut. Aber erkennen wir auch erst einmal an, dass wir schwach sind und klein anfangen müssen! In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir uns immer mehr darauf einstellen, mit Jesus den Kelch zu trinken und gemeinsam mit ihm durch sein Leiden zur Auferstehung gelangen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir in dieser Fastenzeit immer tiefer mit dir verbunden sein können. Wir dürfen ganz nah bei dir sein, ja du willst in jedem von uns leben, und gemeinsam sind wir dein Leib. Hilf uns, deinen Kelch zu trinken, auch wenn es uns manchmal schwer fällt. Lass uns immer das Ziel vor Augen haben, die Auferstehung mit dir.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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