Samstag, 10. Februar 2018

Jesus hatte Mitleid mit ihm. (Mk 1,41)

 06 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM

Mk 1, 40-45

 

In jener Zeit

40kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.

41Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!

42Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.

43Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein:

44Nimm dich in acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein.

45Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

 

 

Tagesimpuls:

 

Jesus hatte Mitleid mit ihm.  (Mk 1,41)

 

Der Aussätzige war sich nicht sicher, wie Jesus zu ihm steht. Er fühlte sich von Gott bestraft und von den Menschen ausgestoßen. Würde Jesus ihn auch ausstoßen? Wenn Jesus Gott ist, und wenn es wahr wäre, dass Gott ihn ablehnt, dass Gott ihn bestraft, würde Jesus ihn dann auch ablehnen? Daher die vorsichtige Frage: „Wenn du willst…" Aber Jesus antwortet eindeutig: „Ich will es!" Jesus steht auf seiner Seite. Er lehnt ihn nicht ab, er verstößt ihn nicht.

 

Jesus hatte Mitleid mit ihm.

 

Jesus sorgt auch dafür, dass er wieder in die Gesellschaft integriert wird. Er sagt: „Geh, zeig dich dem Priester." Damit vollzieht Jesus an dem Kranken eine dreifache Heilung! Er heilt ihn körperlich; er heilt seine Beziehung zu Gott (Gott ist nicht gegen ihn); er heilt seine Beziehung zu den Mitmenschen, indem er ihn wieder in die Gemeinschaft integriert. Das ist genau die Heilung, die wir alle brauchen, eine ganzheitliche Heilung.

 

Jesus hatte Mitleid mit ihm.

 

Durch die Sünde und die Folgen der Sünde werden unsere zwischenmenschlichen Beziehungen gestört. Viele Menschen z.B. haben als Folge von früheren Verletzungen Ängste und können nur schwer Beziehungen zu anderen leben. Das macht sie einsam und krank. Für diese Menschen bedeutet Heilung nicht nur Heilung des Körpers, sondern auch der Seele, und vor allem: Heilung der Beziehungen zu Menschen. Das Integriert-Sein in eine Gemeinschaft ist lebenswichtig für alle. Sonst ist unsere Seele krank, und auch unser Körper.

 

Jesus hatte Mitleid mit ihm.

 

Lassen wir uns von Jesu Mitleid heute anstecken! Bemühen wir uns darum, dass Menschen integriert sind in die Gemeinschaft! Für viele Menschen wäre das schon die Lösung ihrer Probleme, dann bräuchten sie gar keine psychologische Behandlung mehr. Aber helfen wir den einsamen Menschen auch, dass sie wieder in ihre Mitmenschen vertrauen können! Das ist nicht leicht, und auf diesem Weg wird es viele Enttäuschungen geben. Aber wenn wir wirklich Mitleid mit den Menschen haben, dann werden wir am Ball bleiben, dann werden wir sie trotz der Enttäuschungen nicht aufgeben, und sie werden uns dankbar dafür sein.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du so vielen Menschen geholfen hast. Schenke auch uns das Mitleid zu den einsamen Menschen, das du für sie empfunden hast und empfindest. Hilf uns, ihnen zu helfen, auch wenn es ein langer und mühsamer Weg ist. Gib, dass alle in eine funktionierende Gemeinschaft integriert werden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

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