Dienstag, 9. Februar 2021

Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. (Mt 7,7)

05 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 7,1-13

In jener Zeit hielten sich die Pharisäer und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren, bei Jesus auf. 

Sie sahen, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen aßen. 

Die Pharisäer essen nämlich wie alle Juden nur, wenn sie vorher mit einer Handvoll Wasser die Hände gewaschen haben, wie es die Überlieferung der Alten vorschreibt. 

Auch wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich vorher zu waschen. Noch viele andere überlieferte Vorschriften halten sie ein, wie das Abspülen von Bechern, Krügen und Kesseln. 

Die Pharisäer und die Schriftgelehrten fragten ihn also: Warum halten sich deine Jünger nicht an die Überlieferung der Alten, sondern essen ihr Brot mit unreinen Händen? 

Er antwortete ihnen: Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte: Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir. 

Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. 

Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen. 

Und weiter sagte Jesus: Sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebot außer Kraft und haltet euch an eure eigene Überlieferung. 

Mose hat zum Beispiel gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter!, und: Wer Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. 

Ihr aber lehrt: Es ist erlaubt, dass einer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Was ich dir schulde, ist Korbán, das heißt: eine Opfergabe. 

Damit hindert ihr ihn daran, noch etwas für Vater oder Mutter zu tun. 

So setzt ihr durch eure eigene Überlieferung Gottes Wort außer Kraft. Und ähnlich handelt ihr in vielen Fällen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.  (Mt 7,7)

 

Wir wundern uns manchmal wieso Jesus so unterschiedlich mit den alttestamentlichen Geboten umgeht. Manchmal legt er Wert auf ihre Einhaltung, manchmal setzt er sich darüber hinweg. Hier haben wir seine Antwort. Wenn es Gebote von Menschen sind, dann hält er sich bewusst nicht daran. Jesus kennt den göttlichen Willen genau. Er kann genau sagen, was von unseren religiösen Überlieferungen wirklich dem göttlichen Willen entspricht und was nicht.

 

Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.

 

Daraus wird ersichtlich, dass wir bei unseren göttlichen Überlieferungen immer in der Gefahr sind, Falsches, Menschliches, einzumischen. Daher muss sich die Kirche immer reinigen. Es gibt einen Ausspruch: „Ekklesia semper reformanda", d.h.  die Kirche muss immer erneuert werden. Das ist in diesem Sinne gemeint, dass sie immer gereinigt werden muss von den falschen menschlichen Beimischungen. Immer wieder müssen wir darauf achten, dass das, was Jesus wirklich gewollt und gelehrt hat, in unserer Kirche verwirklicht wird.

 

Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.

 

Die Rede von der Reform kann natürlich auch missbraucht werden, dort, wo man seine eigenen Vorstellungen auf die Kirche übertragen will und behauptet, das wäre der ursprüngliche Wille Jesu gewesen. Bei allen Reformbemühungen müssen wir uns immer an der biblischen Grundlage und an der im Laufe der Jahre offenbarten kirchlichen Lehre halten. Wir müssen immer auf den Heiligen Geist hören und darauf achten, dass wir nicht nur unsere eigenen Wünsche und Vorstellungen verkünden. Die Reform muss die Kirche immer neu an die Reinheit des Ursprungs bringen, nicht an den aktuell wirkenden Zeitgeist.

 

Was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.

 

Danken wir Gott, dass wir heute eine großartige Reform der Kirche durch den Heiligen Geist erleben dürfen. Es gibt viele geistliche Aufbrüche, die Hoffnung machen. Bitten wir ihn, dass er sich selber seiner Kirche annehmen möge und sie zu einer neuen Blüte führen möge. Maria hat dies öfter so formuliert: „Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren."

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du durch den Heiligen Geist eine echte Reform der Kirche bewirkst. So ist es immer wieder geschehen, in allen Generationen. Ja, bitte reinige uns von allem, was nur menschlich ist, was nicht deinem Willen entspricht. Lass uns eine große Gnadenzeit erleben, eine neue Evangelisierung, in der viele Menschen deine Liebe und deine Hilfe kennenlernen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, wer bin ich für Dich ? !
    Bin ich für Dich ein  "Pharisäer-"  der an Vorschriften festhält, und immer gut dastehen will, - der sich in "Selbstgefallen" wälst. Bin ich jemand der die Vorschriften hält, sich jedoch dadurch nur selbst hervorheben möchte, nach dem Motto - bin ich nicht gut, ich kann das alles besser, uvm. !?

    Du mein Schutzengel, bitte hilf mir, dass ich die Vorschriften befolge, dabei aber die tiefe Verbindung mit dem der uns die "Gebote"  geschenkt hat nicht auf dem Herzen verliere. Damit ich dann  auch in "Liebe der Opfergabe" mich um meine Eltern kümmern werde. Damit ich so in die "Jüngerschaft Christi" eintreten darf.
    Danke Jesus
    Amen

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