Montag, 15. Juni 2020

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab. (Mt 5,42)

11 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,38-42

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. 

Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. 

Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. 

Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. 

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.  (Mt 5,42)

 

Normalerweise hat man am Ende selber nichts mehr, wenn man allen etwas gibt. Das ist zumindest unsere Befürchtung. Daher machen wir uns Gedanken, wo man sinnvoll etwas spenden kann. Aber Jesus geht offenbar noch weiter. Es scheint so, als solle man sich gar nicht um die Motive des anderen kümmern. Sogar wenn der andere keine gute Absicht hat, soll man ihm trotzdem etwas geben.

 

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

 

Ich muss sagen, dass ich das nicht schaffe. Ich kann es mir auch kaum erklären, wie Jesus das meint. Vielleicht liegt es so sehr auf der Ebene des Übernatürlichen wie gestern seine Worte: „Heilt Kranke, weckt Tote auf!" Das ist möglich, aber nur, wenn Gottes Kraft in und durch uns wirkt. Vielleicht ist es ähnlich mit dem Geben. Wenn Gottes Vorsehung so stark in unserem Leben wirkt, dann wird es unwichtig, das Geld zu zählen und darauf zu achten. Dann gibt man großzügig, und man bekommt auch immer wieder etwas.

 

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

 

Ich bin ehrlich. Ich lebe so nicht. Vielleicht gibt es Menschen, die so intensiv in der Nachfolge Jesu leben, dass das für sie Realität ist. Aber was kann ich dann von den Worten Jesu für mich mitnehmen? Für mich ist es das Gottvertrauen. Darin will ich wachsen. Gott wird für alle meine materiellen Bedürfnisse immer sorgen, so wie er es bisher getan hat. Ich könnte mehr Mut haben, mehr zu geben. Gott würde es wieder ausgleichen. Ich will mehr auf diese übernatürliche Dynamik vertrauen.

 

Gebet:

Jesus, du ermutigst mich, mehr auf dich zu vertrauen, besonders auch in den materiellen Dingen. Wenn mich jemand um etwas bittet, muss ich nicht jedes Mal vollkommen die Motive ergründen und untersuchen, wie sinnvoll das jetzt ist. Man kann nach deinen Worten eigentlich gar nicht zu großzügig sein. Ich will mehr geben im Vertrauen auf deine Vorsehung.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Kommentare:

  1. Jesus, erlaube mir bitte, dass ich heute deinem Kreis der Zuhörer beitreten darf. Denn nur so kann ich durch Deine Gnaden, ein besseres Verständnis und Gefühl bekommen für das was Du unter Gerechtigkeit verstehst, wenn Du sagst:
    "Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand".

    Hl. Vitus, der du ein hartes Martyrium erlitten hast, bitte halte für mich / für uns alle Fürsprache am Throne Gottes. Amen

    AntwortenLöschen
  2. Jesus, hier soll ich geben ohne zu empfangen. Die Bitte des Anderen nicht abschlagen sondern bereit sein zu geben. Das kann ich nur, wenn in mir keine Sorgen sind zu kurz zu kommen. Es funktioniert nur aus der Tiefe heraus, in einer großen Liebe zu dir, Jesus. Dann wird der Ölkrug nicht leer werden, im Bild gesprochen.
    Wenn ich aus der Vergebung lebe, die ich empfange von dir, Jesus. Wenn ich aus der Liebe lebe, die mir geschenkt wird von dir. Hinzu kommt die Freude, die mein Herz im Alltag offen macht für die Mitmenschen.
    Heiligstes Herz Jesu bitte für mich!

    AntwortenLöschen