Donnerstag, 30. April 2020

Und alle werden Schüler Gottes sein. (Joh 6,45)

03 Woche der Osterzeit    Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 6,44-51

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 

Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. 

Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. 

Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 

Ich bin das Brot des Lebens. 

Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 

So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. 

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Und alle werden Schüler Gottes sein.   (Joh 6,45)

 

Ich finde es sehr schön, Schüler Gottes sein zu dürfen. Ich stelle mir das so vor, dass Gott direkt zu mir spricht. Ich muss nicht nur von anderen Menschen über ihn hören, sondern darf von ihm selber hören. In der Charismatischen Erneuerung wird von der Gabe der Prophetie gesprochen. Dies bezieht sich auf die Bibel, vor allem auf die Apostelgeschichte und auf die Briefe des Apostels Paulus, aber auch auf vielfältige Berichte aus dem Alten Testament, vor allem die Prophetenbücher, aber auch alle anderen Schriften. Und natürlich auf diese Aussage Jesu:

 

Und alle werden Schüler Gottes sein. 

 

Oft habe ich eine Diskrepanz zwischen der Erfahrung in der Charismatischen Erneuerung und den vielen anderen Christen erfahren. Aber inzwischen merke ich, wie diese Diskrepanz immer geringer wird. Prophetische Erfahrungen existieren längst nicht nur in der Charismatischen Erneuerung. Viele Christen erleben intensive Berührungen und Eingebungen Gottes, erleben ganz persönlich die Unterstützung des Heiligen Geistes in ihrem Leben.

 

Und alle werden Schüler Gottes sein. 

 

Vielleicht gibt es noch einen kleinen Unterschied. In der Charismatischen Erneuerung wird darüber gesprochen, es gehört dort sozusagen zur gemeinschaftlichen Kultur. Man sehnt sich auch danach. Im übrigen Bereich der Kirche ist die – ich nenne es mal – „Kultur des Prophetischen" noch nicht so sehr im Gespräch. Man erlebt es zwar, aber man traut sich nicht, darüber zu sprechen, weil man Angst hat, von anderen für verrückt gehalten zu werden. Aber daran könnte man ja arbeiten. Man könnte ja mehr ermutigen, über solche Erfahrungen zu sprechen. Wie wäre es z.B., wenn man ein Gespräch mit der Frage beginnt: „Hast du schon einmal erlebt, dass Gott zu dir gesprochen hat?" Wichtig ist natürlich, dass man die Art und Weise des Prophetischen nicht zu sehr eingrenzt. Es können Worte oder Bilder sein, Träume, oder einfach andere Wahrnehmungen, die man im Laufe der Jahre als seine Stimme erkannt hat. Mir kommen z.B. immer die Tränen, wenn ich spüre, dass Gott in besonderer Weise zu mir sprechen will. Wenn die Tränen kommen, dann weiß ich: „Jetzt ist sie wieder da, die Stimme!"

 

Und alle werden Schüler Gottes sein. 

 

Fördern wir also die Kultur des Prophetischen in unseren Gemeinden und Gemeinschaften! Wahrscheinlich will und Gott sehr konkrete Wegweisung geben, wie wir mit den Situationen unseres Lebens umzugehen haben. Dass es dabei auch wieder Extreme und Gefahren gibt, versteht sich. Wir wollen keine Orakel und keine Wahrsagerei. Wir wollen auch keinen Individualismus, dass man die Stimme der Kirche ablehnen würde, weil Jesus ja direkt zu mir spricht. Offenheit für Prophetie erfordert auf der anderen Seite eine große Demut und einen großen Gehorsam zur Kirche. Anderenfalls sind den Täuschungen und Irrwegen Tür und Tor geöffnet.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir Schüler Gottes sein dürfen, dass Gott direkt zu uns sprechen will. Lass das in unserer Kirche lebendiger und stärker werden, damit wir viele Antworten auf unsere Fragen bekommen. Weise uns den Weg, ganz konkret in den schwierigen Situationen unseres Lebens. Bewahre uns aber auch vor Irrwegen, vor Stolz und Alleingängen. Danke für die Gemeinschaft der Kirche, in der wir gemeinsam auf deine Stimme hören können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, in Vers 48 sagst DU:
    "Ich bin das Brot des Lebens."
    Hierbei denke ich an all jene, die krank, schwerkrank, und sterbend sind. Ich denke an all jene, die aufgrund der jetzigen Situation nicht DEINEN HEILIGEN LEIB als Stärkung und Wegzehrung nehmen dürfen.
    Sei ihnen als Heiland nahe und geh mit ihnen auf all ihren Wegen. Sei mit ihnen und mit uns allen, wie auch Phillipus mit dem Äthiopier mitreiste ( heutige Lesung Apg 8, 26-40 )
    Amen

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