Samstag, 25. April 2020

Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? (Joh 21,5)

03 Sonntag der Osterzeit

Evangelium                                                                                               Joh 21, 1–14

1In jener Zeit
offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal,
am See von Tibérias,
und er offenbarte sich in folgender Weise.
2Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus,
Natánaël aus Kana in Galiläa,
die Söhne des Zebedäus
und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.
3Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen.
Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit.
Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot.
Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.
4Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer.
Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.
5Jesus sagte zu ihnen:
Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?
Sie antworteten ihm: Nein.
6Er aber sagte zu ihnen:
Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus
und ihr werdet etwas finden.
Sie warfen das Netz aus
und konnten es nicht wieder einholen,
so voller Fische war es.
7Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus:
Es ist der Herr!
Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei,
gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war,
und sprang in den See.
8Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot
– sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt,
nur etwa zweihundert Ellen –
und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.
9Als sie an Land gingen,
sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer
und darauf Fisch und Brot liegen.
10Jesus sagte zu ihnen:
Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt!
11Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land.
Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt,
und obwohl es so viele waren,
zerriss das Netz nicht.
12Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst!
Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du?
Denn sie wussten, dass es der Herr war.
13Jesus trat heran,
nahm das Brot und gab es ihnen,
ebenso den Fisch.
14Dies war schon das dritte Mal,
dass Jesus sich den Jüngern offenbarte,
seit er von den Toten auferstanden war.

 

Tagesimpuls:

 

Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?  (Joh 21,5)

 

Am Anfang steht, dass Jesus sich offenbart. Er will sich also den Jüngern zeigen. Warum macht er das dann nicht gleich. Warum wartet er mal wieder, bis sie hilflos und erfolglos dastehen? Er stellt uns auf die Probe, er konfrontiert uns mit unserem Nicht-Können, mit unserer Ohnmacht. Und er fragt sogar noch danach. Er weiß es ja genau, aber er will, dass die Jünger es zugeben. Wir haben nichts.

 

Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?

Man muss immer im Blick haben, dass Jesus die vollkommene Liebe ist. Nicht, dass wir denken, da wäre etwas Schadenfreude drin. So etwas wäre menschlich verständlich, dass er denken könnte: „Seht ihr? Ich habe es euch doch gleich gesagt, dass ihr ohne mich nichts tun könnt. Warum  hört ihr denn nicht auf mich?" Aber so etwas hat Jesus nicht nötig. Seine Liebe zu uns ist vollkommen rein. Warum offenbart er sich uns denn immer nur, nachdem wir erst durch eine Krise gehen mussten?

 

Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?

Ich glaube, es muss so sein, sonst würde Jesus es so nicht machen. Ich vermute, dass wir keine Ahnung haben, wie zerstörerisch der menschliche Stolz ist. Aber Jesus weiß das. Und er weiß, dass er uns irgendwie von diesem Stolz reinigen muss. Und scheinbar ist das einer der Gründe, warum Jesus uns immer wieder mit unserem Nicht-Alleine-Können konfrontieren muss. Wir müssen nicht nur mit dem Kopf, sondern ganz existentiell verstehen, dass wir auf ihn angewiesen sind. Andererseits ist dieses Angewiesen-Sein unsere ganz große Stärke. Wir leben mit Gott, der allmächtige Gott ist bei uns und löst für uns alle Probleme. Aber es dauert immer so lange, bis wir mal wieder ganz zurückgekehrt sind in dieses volle Gottvertrauen. Und dazu brauchen wir scheinbar immer wieder diese Krisen.

 

Gebet:

Jesus, ich vertraue dir. Wenn du mich durch Krisen schickst, dann will ich dir mein volles Ja dazu geben. Ich will nicht mehr ohne dich leben. Ich will so leben, dass ich ganz auf dich angewiesen, vollkommen von dir abhängig bin. Du sollst alle Probleme für mich lösen, ich kann es sowieso nicht. Dazu will ich dir alles abgeben, was mich belastet und was du mir ans Herz gelegt hast. Und ich danke dir für die Krisen, weil ich dir so sehr vertraue. Ich weiß, dass du mich reinigst, und ich glaube dir, dass das wichtig ist. Und ich weiß, dass du dich mir offenbaren willst, meistens nach der Krise.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Herr Herr Jesus, bitte gib auch mir einen "Herzlichen Hinweis" damit ich von deinem Wort gefüllt werde, um mit DIR gestärkt in die kommende Woche gehen zu können.
    Amen

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