Donnerstag, 23. April 2020

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm. (Joh 3,36)

02 Woche der Osterzeit    Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 3,31-36

Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. 

Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. 

Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. 

Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 

Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.  (Joh 3,36)

 

Kann Gott also doch zornig sein? Das ist jetzt nicht Altes Testament. Das ist auch nicht Johannes der Täufer, dessen Predigt Jesus ja nach Aussagen einiger Theologen relativiert hätte. Es ist auch nicht Paulus, dem viele nachsagen, er hätte die wahre Lehre Jesu verändert. Nein, es ist Jesus selber. Wer es immer noch nicht glauben will, könnte dem Evangelisten unterstellen, dass er die Lehre Jesu verfälscht und Falsches wiedergegeben hätte. Aber wenn wir das in Zweifel ziehen, dann nehmen wir uns jede Grundlage, auf der wir überhaupt von Jesus reden können. Alles, was wir über Jesus wissen, wissen wir aus der Bibel. Und die frühe Christenheit hat diese Schriften als authentisch anerkannt. Das ist unsere Grundlage. Also müssen wir anerkennen, dass Jesus das gesagt hat. Anderenfalls denkt sich jeder seinen Jesus ganz persönlich aus, aber ob das dann noch viel zu tun hat mit dem wirklichen Jesus, bezweifele ich.

 

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

 

Ich gehe davon aus, dass es die Worte Jesu sind. Also müssen wir, auch wenn es in der heutigen Zeit nicht „politisch korrekt" ist, davon ausgehen, dass Gott böse sein kann, ja sogar zornig. Wenn jemand einem Geschöpf Gottes, das er unendlich liebt, etwas zuleide tut, dann kann man vielleicht nachvollziehen, dass das Gott nicht nur traurig, sondern auch zornig macht. Ist das vereinbar mit Gottes Liebe? Weil wir wissen, dass Gott uns unendlich liebt, muss die Antwort lauten: Ja! Gott liebt uns, und das schließt auch ein, dass er böse auf uns sein kann. Das ist kein Entweder – Oder. Wenn jemand nicht im Einklang mit Gott lebt, dann liegt Gottes Zorn auf ihm. Wenn wir uns von Jesus retten lassen, wenn wir an ihn glauben im Sinne des tiefen liebenden Vertrauens, wenn wir ihm gehorchen, dann liegt Gottes Zorn nicht mehr auf uns.

 

Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

 

Ich zerbreche mir nicht den Kopf darüber, wie Gottes Zorn und seine Liebe zusammenpassen. Ich glaube einfach vollkommen an seine Liebe. Und ich glaube dem, was er mir durch Jesus sagt. Wenn Jesus das nicht ausschließt, dann schließe ich das auch nicht aus. Für mich heißt das, dass ich mich in so vielen Lebensbereichen wie nur möglich von ihm retten lassen will. Ich weiß, dass das ein lange Weg ist. Aber ich vertraue ihm, und es macht mir Mut, dass er den Geist unbegrenzt gibt.

 

Gebet:
Jesus, ich glaube dir, ich vertraue dir, ich vertraue auch allem, was du uns sagst. Ich will nicht, dass Gott böse auf mich ist. Ich will ganz an dich glauben und fest auf dich vertrauen, ich will mich von dir retten lassen. Jesus, nimm mein Leben, und schenke mir deinen Heiligen Geist, damit mein Leben immer mehr in Einklang mit Gott kommt.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, in der heutigen Apostelgeschichte lese ich auch den folgenden Vers. Apg. 5,27-33
    29 Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

    Hier höre ich schon meine erste Frage: " bist DU wie mein irdischer Papa, der wenn ich nicht höre, aus Sorge um mich, streng und zornig werden kann"?

    Jesus, zunächst "muss ich erkennen" dass DU Gott in der Dreifaltigkeit bist. Da DU der Allmächtige bist, "muss" ich DIR gehorchen.

    Ob DU ein "zorniger Gott" bist, kann ich nicht sagen. Zumal ich DICH nicht dafür verantwortlich machen kann, was bisher in meinem Leben falsch ( nach meiner Meinung) oder nicht so richtig gelaufen ist.
    Ich selbst muss mich fragen, an was hängt mein Herz. Richte ich mich nach dem "Weltlichen" oder nach "dem Willen Gottes"?
    Eines weiss ich, dass DU immer für uns Menschen da warst, da bist und da sein wirst. Auch hast Du für die Jünger und die Menschen immer gebetet.
    Somit muss ich mich zuerst einmal selbst betrachten, und fragen, wie ist mein Verhalten DIR gegenüber? Wem gehorche ich mehr, DIR Gott Vater, oder gehorche ich mehr meinem "ICH und meiner Selbstsucht"?

    Für mich stelle ich fest;
    mein Glaube zu DIR mein Herr und Gott, ist entscheidend für mich, und darüber, welche Gnaden ich in meiner "Lebenszeit" von DIR erhalte.

    Hl.Schutzengel mein, hilf mir das in meinem Herzen zu sehen, was du mit deinen Engelaugen immer schaust.
    Amen

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