Donnerstag, 10. Februar 2022

Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen. (Mk 7,29)

05 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

 

EVANGELIUM

Mk 7, 24-30

 

In jener Zeit

24brach Jesus auf und zog von dort in das Gebiet von Tyrus. Er ging in ein Haus, wollte aber, dass niemand davon erfuhr; doch es konnte nicht verborgen bleiben.

25Eine Frau, deren Tochter von einem unreinen Geist besessen war, hörte von ihm; sie kam sogleich herbei und fiel ihm zu Füßen.

26Die Frau, von Geburt Syrophönizierin, war eine Heidin. Sie bat ihn, aus ihrer Tochter den Dämon auszutreiben.

27Da sagte er zu ihr: Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.

28Sie erwiderte ihm: Ja, du hast Recht, Herr! Aber auch für die Hunde unter dem Tisch fällt etwas von dem Brot ab, das die Kinder essen.

29Er antwortete ihr: Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.

30Und als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bett liegen und sah, dass der Dämon es verlassen hatte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.  (Mk 7,29)

 

Der Glaubensakt hat eine entscheidende Bedeutung. Hier drückt die Frau ihren Glaubensakt Jesus gegenüber aus. Und Jesus bestätigt, wie wichtig das ist. Man könnte das nun verwechseln mit dem „positiven Denken". Aber das positive Denken, was durch den Glaubensakt ausgedrückt wird, wäre wertlos, wenn es Gott nicht gäbe, der die Heilung und die Befreiung bewirkt. Der Glaubensakt ist wie ein Schlüssel, mit dem ich einen Raum betreten kann. Ohne den Schlüssel komme ich nicht in den Raum. Aber wenn ich nur den Schlüssel hätte, aber den Raum gäbe es in Wirklichkeit gar nicht, dann nützte mir der Schlüssel nichts. Nur weil es Gott wirklich gibt, weil er wirklich heilt und befreit, nur deswegen ist der Glaubensakt so wichtig und so wertvoll.

 

Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.

 

Es ist gut, den Glaubensakt Jesus gegenüber auszudrücken. Aus der Antwort Jesu kann man entnehmen, dass das das Allesentscheidende war. „Weil du das gesagt hast." Das musste von ihr ausgesprochen werden. Wie ist es in uns? Haben wir in uns die Vorstellung, dass Gott allmächtig ist und alles bewirken kann? Es gibt auch ein Beispiel für das Gegenteil. Beim Gleichnis von den Talenten sagt der Dritte: „Ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mann bist…" (Lk 19,21). Es gab überhaupt keinen Grund zum Fürchten. Warum hat dieser Mann so ein negatives Denken, so ein negatives Bild von seinem Herrn?

 

Weil du das gesagt hast, sage ich dir: Geh nach Hause, der Dämon hat deine Tochter verlassen.

 

Wenn ich also immer nur denke: „Gott hilft sowieso nicht", dann habe ich keinen Glauben. Dann wird Gott sich mir nicht zeigen können. Wir müssen unser Denken umstellen, erneuern. Gott will sich uns zeigen. Er ist nicht der „strenge Mann". Er ist der, der helfen will. Und diesen Glauben müssen wir Jesus gegenüber ausdrücken. Damit bewegen wir das Herz Gottes. Maria hatte das übrigens auch gemacht, damals bei der Hochzeit zu Kana. Die Zeit war noch nicht gekommen für die Wunder. Aber Maria hat so an Jesus geglaubt, sie hat schon alles in die Wege geleitet, da musste Jesus das Wunder wirken. Das ist echter Glaube.

 

Gebet:

Jesus, ich will auch deine Wunder erwarten. Bitte verzeih mir alles negative Denken, wo ich zu klein von dir gedacht habe. Verzeih uns alle kollektive Naturwissenschaftsgläubigkeit in unserem Land, durch die unser Denken verseucht ist. Wir widersagen dem Denken, dass du nicht eingreifen könntest in die Welt, dass du machtlos wärst, und dass wir allein gelassen wären im unausweichlichen Gang von irgendwelchen von dir unabhängigen Naturgesetzen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

4 Kommentare:

  1. Jesus, für mich ist das ein sehr "cooles" Evangelium.  Eine Frau die um das Leben ihres Kindes bangt, kommt zu DIR, fällt vor Dir nieder und richtet eine Bitte um Heilung an DICH.  Für mich wird deutlich, dass DU, während DU die Bitte der Frau hörst, ihr schon schon Heilungsgnade schenkst. Heilung, die ihrer selbst zu Gute kommt. Heilung, die ihren Glauben freisetzt und sie diesen auch im weiteren Gespräch mit DIR offen bezeugt.
    Denn die Heilung die DU ihr gewährst, dient zunächst ihrer eigenen "Gewissenserforschung".
    Die Frau erwidert und  sagt:
    " Ja, DU hast recht! HERR "
    Die Frau, im Glauben,  nennt DICH Herr, und glaubt das auch für sie selbst (sie, Hunde = gering geschätzt) Brotkrümel unter den Tisch fallen.
    Jesus,  in dem Moment (das glaube ich) wo die Frau sagt, "Ja, DU hast recht! HERR" schenkst DU ihr eine noch tiefere Heilung. Es ist die Heilung ihrer Tochter.  Die bezeugte Mutterliebe zu ihrem Kind, ist der "Schlüssel" der Gnade, wodurch der Dämon in deinen Namen JESU,  vertrieben wird.

    Herr und mein Gott, Jesus!
    Ich danke Dir für Deine Mutter,  die DU uns auch zur Mutter gegeben hast. Ich danke Dir, dass ich den Mut zur Gewissenserforschung und zur Beichte habe. Ich danke DIR,  das ich im Gebet den Weg zu DIR finde und auf Deine Gnade hoffen darf. Amen

    AntwortenLöschen
  2. Von Reinhard Dismas

    Bei dem Wort ''Naturwissenschaftsgläubigkeit'' sollte man auf jeden Fall die Betonung auf die falsche ''Gläubigkeit'' legen. Denn nur die ist gefährlich und verseucht unser Denken. Die Wissenschaft, mit ihrer Erkenntniss der Naturgesetze, steht auf keinen Fall im Widerspruch zum Glauben. Im Gegenteil, jeder Forscher macht die Erfahrung, dass seine ungelösten Fragen kein Ende finden.  Hat er eine gelöst, tun sich sofort unzählige neue auf und so weiter bis in alle Ewigkeit.  Gibt es einen schöneren Gottesbeweis?

    Eine offene Frage gibt es auch im heutigen Evangelium. Wie kommt Jesus dazu alle Nichtjuden als ''Hunde'' zu bezeichnen? Jesus war gläubiger Jude und Kind seiner Zeit. Das er, die Liebe in Person, ganz unbefagen eine solche diskriminierende Bezeichnung wählt, sagt uns viel über den radikalen Rassismus im jüdischen Glauben. Das ging schon mit der Blut und Boden Theologie bei Abraham los und hält die Welt bis heute, mit Siedlern des ''auserwählten Volks'' im Nachbarland Palästina, in Atem. Für das ''gelobte Land'' wurde in den 2000 Jahren vor Jesu Geburt unzählige Kriege geführt und Völkermorde begangen. Alles befohlen und erzwungen von einem strafenden unbarmherzigen Gott. Der ist nicht mein Gott,  weil er unmöglich der liebende Gott sein kann, den Jesus uns gelehrt hat.
    Gott sei Dank fängt sich Jesus nach diesem verbalen Ausrutscher schnell. Er heilt, beeindruckt von der Antwort und dem Glauben der Frau, umgehend deren Tochter. Ein echter Trost für uns alle, wenn wir uns auch mal verbal verhauen. Aber auch eine Warnung an jeden von uns, dass sich in unserer Muttersprache, oft ganz unauffällig aber wirksam, die  ''Volksseele'' verstecken kann. Gerade wir Deutschen kennen uns ja sprachlich mit dem Thema ''auserwähltes Volk'' besonders gut aus.

    AntwortenLöschen
  3. Jesus,hat nie einen verbalen Ausrutscher gehabt. Alle Worte aus dem Munde Jesus sind göttlichen und heilbringende Worte, die uns Menschen im Geist erhellen und uns den Weg der Umkehr zeigen.

    Gelobt sei Jesus Christus

    AntwortenLöschen
  4. Antwort von Reinhard Dismas:

    Natürlich ist Jesus göttlich und seine Worte dazu da, um unseren Geist zu erhellen.  Deswegen lesen wir ja auch jeden Tag so genau das Evangelium. Wir  reflektieren, kontemplieren, beten darüber und beschäftigen uns mit Auslegungen von Menschen, die uns vielleicht zeigen können, was wir bisher in seinem Wort noch nicht erkannt hatten. Aber Jesus war neben seiner Göttlichkeit auch ganz Mensch und gläubiger Jude und sprach im Kontex seiner Zeit. Dazu ein kleines Beispiel aus unserem Kulturkreis:

    Da gibt es doch in der deutschen Sprache das Wort ''Neger''. Es ist nicht mal hundert Jahre her,  da gebrauchte man dieses Wort in Deutschland ganz unbefangen. In unseren Kirchen, meist direkt am Eingang oder am Kerzenstand bei der Muttergottes, stand ein Opferstock und oben drauf die Figur eines süßen Negerkindes. Da war über den Schlitz zum Einwurf der Münzen ganz nett geschrieben: ''Für die armen Negerkinder'' und ein Mechanismus sorgte dafür, daß das ''Negerkind'' bei jedem Münzeinwurf dankend nickte. In fast jeder Kirche gab es solch einen originellen Spendenaufruf und die ganze Kirchengemeinde dachte sich überhaupt nichts Schlechtes dabei, rechneten es sich als Verdienst zur christlichen Nächstenliebe an. Heute sehen wir das anders, erkennen, wie diskriminierend und herabwürdigend das Wort ''Neger'' ist. Unsere Sprache und Ausdrucksformen ändern sich permanent, passen sich unserer Kultur und Erkenntnisstand an.
    Daher ist die von Jesus gewählte Bezeichnungen ''Hunde'' kein Beispiel dafür, dass er ein Rassist war, sondern wie rassistisch die Religion der Juden war und leider immer noch ist.
    Übrigens sollte man viel mehr entspannt sein,  wenn man tagtäglich mit Bruder Jesus auf einem Weg wandert. Er ist ein ausgesprochen cooler Typ. Man kann gut mit ihm zusammen sitzen, interessante Gespräche führen, ausgezeichnet essen, hervorragenden Wein trinken und mein Bruder ist überhaupt nicht sauer, wenn man ihm, aus unserer heutigen Sicht, auf einen verbalen Ausrutscher aufmerksam macht.

    AntwortenLöschen

Unser nächster Livestream