Samstag, 6. März 2021

Er aber meinte den Tempel seines Leibes. (Joh 2,21)

03 Sonntag der Fastenzeit

Evangelium                                                                                               Joh 2, 13–25

13Das Paschafest Sprich: Pas-chafest. der Juden war nahe
und Jesus zog nach Jerusalem hinauf.
14Im Tempel
fand er die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben
und die Geldwechsler, die dort saßen.
15Er machte eine Geißel aus Stricken
und trieb sie alle aus dem Tempel hinaus
samt den Schafen und Rindern;
das Geld der Wechsler schüttete er aus,
ihre Tische stieß er um
16und zu den Taubenhändlern sagte er:
Schafft das hier weg,
macht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
17Seine Jünger erinnerten sich, dass geschrieben steht:
Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren.
18Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm:
Welches Zeichen lässt du uns sehen,
dass du dies tun darfst?
19Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder
und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.
20Da sagten die Juden:
Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem Tempel gebaut
und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?
21Er aber meinte den Tempel seines Leibes.
22Als er von den Toten auferweckt war,
erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte,
und sie glaubten der Schrift
und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.
23Während er zum Paschafest in Jerusalem war,
kamen viele zum Glauben an seinen Namen,
da sie die Zeichen sahen, die er tat.
24Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an,
denn er kannte sie alle
25und brauchte von keinem ein Zeugnis über den Menschen;
denn er wusste, was im Menschen war.

 

Tagesimpuls:

 

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.  (Joh 2,21)

 

Der Tempel in Jerusalem war das Wichtigste, was die Juden hatten. Er beherbergte die Gegenwart Gottes. Dass dieser Tempel in Ehren gehalten musste, das verstand sich. Umso mehr überrascht es, dass die Juden das offensichtlich nach den Worten Jesu nicht getan hatten. Sie hatten den Tempel verunehrt, sie hatten sich weit entfernt von dem, was Gottes Absicht war mit dem Kult im Tempel. Das führt Jesus ihnen vor Augen. Zugleich aber macht Jesus eine erste Andeutung, dass Gott den Tempeldienst jetzt nicht mehr haben will, ja er will den Tempel als Ganzes nicht mehr. Warum? Es gibt jetzt einen neuen „Tempel". Seit Jesus da ist, wohnt Gott in Jesus. Das ist unüberbietbar. Paulus sagt, dass Gott mit seiner ganzen Fülle in Jesus wohnt (Kol 1,19).

 

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

 

Man kann also zusammenfassen: Der Tempeldienst wurde nicht so ausgeführt, wie Gott es haben wollte, der Tempel wurde verunehrt. Und dazu kommt, dass seit Jesus der Tempel sowieso nicht mehr aktuell ist, denn jetzt wohnt Gott in Jesus. Jesus löst also den Tempel ab. Für uns ist es wichtig, Jesus zu verehren, in ihm Gott anzubeten. Aber wir haben auch Gotteshäuser, Kirchen, und die sollen wir auch in Ehren halten. Warum? Weil dort Jesus leiblich wohnt. Wir haben nicht nur Jesus, der vor 2000 Jahren in Israel gelebt hat, sondern auch Jesus, der heute in der Hostie im Tabernakel gegenwärtig ist. Wir verehren den Leib Christi. Durch den Leib Christi, durch den Tabernakel,  werden unsere Kirchen zu heiligen Orten. Daher halten wir unsere Kirchen in Ehren, weil sie Orte der lebendigen Gegenwart Gottes sind.

 

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

 

Wie halten wir unsere Kirchen heilig? Indem wir sie ausschließlich für den Gottesdienst gebrauchen, nicht für weltliche Zwecke, etwa für Theateraufführungen, Versammlungen, Essen und Trinken. Den Kindern bringen wir sogar bei, dass sie in der Kirche nicht rennen und nicht laut sein sollen, damit wir die Kirche als einen besonderen Raum erleben, der sich z.B. von einem Schulhof unterscheidet. Wir Menschen brauchen diese Orte der besonderen Gegenwart Gottes, diese heiligen Orte. Wir sind Menschen mit Fleisch und Blut, mit Gefühlen. Daher brauchen wir auch Erfahrungsräume, in denen man das Heilige, den Heiligen, besonders spürt. Diese Erfahrungsräume würden wir uns kaputtmachen, wenn wir die Kirchen nicht heilig halten.

 

Gebet:

Jesus, so sehr danke ich dir für die vielen Kirchen in unserem Land. In jedem Ort, in jedem Stadtteil steht eine Kirche. Hilf uns, deine Gotteshäuser heilig zu halten, zu verehren, denn du lebst dort im Tabernakel. Bitte schenke uns gute Lösungen für nicht mehr gebrauchte Gotteshäuser, aber vielmehr bitten wir dich um einen neuen Aufschwung unseres Glaubens, dass du wieder mehr geliebt und verehrt wirst, so dass wir viele Gotteshäuser behalten können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 








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Kommentare:

  1. Jesus, was bewegt DIch, dass Du so energisch, heftig und streng reagierst?  Ist es Dein Eifer für Gott , wenn ja, wie ist es um meinen Eifer für Gottes Liebe bestellt ?
    Ich glaube, beim betreten des Tempels erinnerst DU dich an "deine Darstellung" und daran  wie Joseph und Maria aus Dank und zur Ehre Gottes die zwei Turteltauben kauften. 
    Jesus, bitte hilf mir bei allem was ich zukünftig im Tempel Gottes tue, alles mit einer reinen Herzensfreude und zur Erhre Gottes tun werde. 
    Hl.Schutzengel, bitte bewahre mich vor Eigensucht, Habgier und Neid. Amen

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  2. Jesus, wie sieht es in meinem inneren Tempel aus? Bitte schaffe auch hier alles raus, was nicht gut ist und reinige mich, damit ich dir den Platz geben kann, der dir gebührt.Amen

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