Dienstag, 9. März 2021

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. (Mt 18,27)

03 Woche der Fastenzeit     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,21-35

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal? 

Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal. 

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. 

Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen. 

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. 

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. 

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! 

Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. 

Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte. 

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. 

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. 

Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? 

Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. 

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.  (Mt 18,27)

 

Wir dürfen uns der Liebe Gottes ganz sicher sein. Er vergibt unsere Schuld. Wir könnten sie doch nicht zurückzahlen. Wir können unmöglich alles gutmachen. Dazu brauchte es die Liebe des allmächtigen Gottes, dazu braucht es Jesu Kreuzesopfer, dazu braucht es die Liebe des Heiligen Geistes. Wir können nicht unsere Schuld bezahlen. Was wir können, das ist, immer wieder Zeichen unserer Liebe schenken, Zeichen unserer Umkehr, Zeichen, dass wir es ernst meinen, dass wir auf Jesu Liebe antworten.

 

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

 

Wir dürfen uns also der göttlichen Vergebung immer gewiss sein. Heißt das nun, dass wir uns nicht mehr anstrengen müssten, dass wir sündigen dürfen ohne Konsequenzen? Nein, unsere Sünden haben immer negative Konsequenzen, sonst wären es keine Sünden. Eine Sünde ist kein sinnloses Verbot. Eine Sünde ist eine Sünde, weil sie jemandem schadet, meist mir selbst und anderen. Und dieser Schaden wird immer angerichtet, durch jede Sünde. Und jeder Mensch muss versuchen, nicht zu sündigen, sich von der Sünde abzuwenden und von sündigen Haltungen befreit zu werden. Wenn z.B. ein Kind sich der Vergebung seiner Mutter immer 100prozentig bewusst ist, dann kann es doch deswegen der Mutter nicht andauernd wehtun.

 

Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

 

Die Vergebung  Gottes ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir uns bessern können. Die meisten Menschen, die sich in ganz tiefe Sünden verstrickt haben, hatten irgendwann einmal einen Punkt, wo sie sich ganz verloren gefühlt haben. Z.B. sagt eine Frau: „Ich war jetzt entehrt und geschändet, ich sann nur noch auf Rache. Jetzt war mir alles egal." Wenn man sich hoffnungslos fühlt, wenn man glaubt, dass es jetzt sowieso zu spät sei, dass es für einen sowieso keine Rettung mehr gäbe, dann lässt man sich immer tiefer fallen in das Böse. Daher ist es so wichtig, zu erkennen, dass jede Form von Hoffnungslosigkeit eine Lüge des Teufels ist. Es gibt immer Hoffnung, es ist nie zu spät. Gott will immer vergeben. Das ist unsere einzige Chance, dass wir gut sein können, gut werden können, selber die Liebe leben können, selber anderen Verzeihung gewähren können.

 

Gebet:

Jesus, wir können unsere Schuld nie gut machen, keiner kann das. Wir dürfen und sollen auf deine Barmherzigkeit vertrauen. Dies ist unsere Grundlage, und auf dieser Grundlage können wir lernen, selber liebevoll und barmherzig zu werden. Hilf uns dabei. Amen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 








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1 Kommentar:

  1. Jesus es steht geschrieben; "In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal? "
    Mir fällt auf, dass Petrus fragt wie häufig er denn vergeben soll. Ich denke darüber nach, ob ich DICH jetzt im Gebet fragen kann,  nicht nur wie oft  - sondern auch wieviel ich vergeben muss?

    Denn das Beispiel vom gnadevollen König gibt mir zu denken...vergibt er nicht nur die Schuld des Dieners, sondern der König erlässt ihn alles, wodurch der König auf  "zehntausend Talente" verzichtet. (welches Vertrauen setzt der König in seinen Diener)

    Anstatt der Diener nun in "dankender Liebe verweilt" und mit freudigem Herzen "seinem Schuldner" die viel geringere Schuld  von "nur hundert Denare" erlässt, -  nein das tut er  nicht und muss mit der Konsequenz die der  König ausspricht, leben.

    Doch das zeigt mir eins, dass ich nicht mit einer Strafe leben möchte, sondern die Zeit des Fastens und darüber hinaus nutzen möchte, mit der Kraft der "Jesus-Liebe"  in Frieden zu leben und mich bemühe allen- alles zu vergeben.

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