Mittwoch, 28. April 2021

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. (Joh 12,49)

04 Woche der Osterzeit      

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 12,44-50

In jener Zeit rief Jesus aus: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat, 

und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. 

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. 

Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten. 

Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag. 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll. 

Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.  (Joh 12,49)

 

Wir haben in den letzten Tagen viel über das Prophetische gesprochen, und das ist gut. Ich meine, wir müssen uns viel mehr daran gewöhnen, dass Gott zu uns spricht, oder besser: dass wir damit rechnen, dass wir darauf achten, dass wir versuchen, seine Stimme zu hören. Man könnte auch sagen, dass wir in der Kirche eine prophetische Kultur bekommen müssen. Kultur bedeutet, dass es in unseren Gemeinschaften normal ist, dass es dazugehört, dass man ganz normal darüber spricht, ohne dass es als etwas Besonderes empfunden wird. So, wie man z.B. früher eine Kultur des Sonntagsgottesdienstes hatte, oder wie man heute eine Kultur der Erstkommunionfeiern hat, oder eine christliche Begräbniskultur, usw. So brauchen wir eine prophetische Kultur.

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

 

Hier gibt uns Jesus ein gutes Vorbild. Er spricht nicht aus sich heraus, sondern er hört auf Gott, was Gott ihm sagt. Jesus lebt das selber, so wie wir es auch leben sollen. Wir können nicht vollkommen sicher sein, dass es uns immer gelingt, aber wir könnten uns darum bemühen. Wir könnten immer wieder auf Gott hören und ihn fragen: „Was soll ich sagen? Was soll ich machen?"

 

Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.

 

In diesem Evangelium wird auch deutlich, was der Sinn dieses göttlichen Redens zu uns ist: Er spricht uns unseren Auftrag zu. Von Gott empfängt Jesus seinen Auftrag, und das ist der Sinn seines Lebens. Darüber hinaus gibt es noch einen anderen großen Sinn des prophetischen Redens, der hier nicht so deutlich herauskommt, aber an anderen Stellen: Gott spricht uns unsere Identität zu. Er sagt uns, wer wir sind. Das geschieht z.B. in der Taufe Jesu („Du bist mein geliebter Sohn"), oder gegenüber Petrus („Du bist der Fels"). Dies sind die zwei großen Aspekte der Prophetie: Gott spricht uns zu, wer wir sind – unsere Identität als seine geliebten Kinder – und welchen Auftrag wir haben. Durch diesen göttlichen Zuspruch bekommt unser Leben seinen Sinn. Und dabei kann es sein, dass ich es selber von Gott für mich persönlich höre, oder dass ich es im Auftrag Gottes anderen Menschen zusprechen soll und darf.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für das göttliche Reden, auf das wir uns mehr konzentrieren müssten. Ich danke dir für dein göttliches Vorbild, dass du dich bemüht hast, nur das zu reden, was du vom Vater empfangen hattest. Ich will deinem Vorbild folgen und auch offen dafür sein, dass du zu mir sprichst. Ich bitte dich, hilf mir, immer wieder ganz konkret meinen Auftrag von dir her zu erkennen. Hilf uns aber auch, durch prophetisches Reden anderen Menschen zu helfen, dass sie ihre Identität als Kinder Gottes finden und ihren Lebenssinn finden.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








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1 Kommentar:

  1. Jesus, nach dem Lesen des heutigen Evangelium "muss" ich mich "im Gewissen - gewissermaßen" prüfen.
    Wer bin ich und wie bin ich für DICH?
    Bin ich für Dich so wie Du mich hast erdacht?
    - oder geht da noch was...?
    Wie gehe ich mit deinen gesprochenen Worten um. Verstehe ich das diese Worte,  Worte von Gott-Vater sind, die Du mir liebevoll in mein Herz legst. Lasse ich es zu, dass deine Worte in mir "Raum" einnehmen und mich von innenher "nach deinem Willen " für den heutigen Tag formen wollen. Was mache ich denn daraus, aus dem Wort welches DU mir gibst,  gebe ich es weiter, oder fällt dein heiliges Wort in mir hinein und wird durch das "alltägliche Dornengestrüpp" klein gehalten?

    Muttergottes ich bitte um deine Fürsprache, dass ich frei und offen bin für Gotteswort, und das ich das Wort Gottes so "achte" wie du es getan hast.
    O Maria immer hilf.  Amen

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