Samstag, 29. Juli 2017

Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. (Mt 13,44)

17 Sonntag im Jahreskreis

 

EVANGELIUM 

Mt 13, 44-52

 

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

44Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

45Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.

46Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.

47Weiter ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen.

48Als es voll war, zogen es die Fischer ans Ufer; sie setzten sich, lasen die guten Fische aus und legten sie in Körbe, die schlechten aber warfen sie weg.

49So wird es auch am Ende der Welt sein: Die Engel werden kommen und die Bösen von den Gerechten trennen

50und in den Ofen werfen, in dem das Feuer brennt. Dort werden sie heulen und mit den Zähnen knirschen.

51Habt ihr das alles verstanden? Sie antworteten: Ja.

52Da sagte er zu ihnen: Jeder Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. (Mt 13,44)

 

Jesus ist Gott und war ewig in der göttlichen Herrlichkeit. Aber er hat alles losgelassen, was er besaß, um zu uns Menschen zu kommen. Dann hat er wiederum alles losgelassen, hat sich gering gemacht, hat nicht an seinem Leben oder an seinen Vorstellungen gehangen, sondern hat sich gefangen nehmen und kreuzigen lassen. Wenn man so will, kann man sagen, er habe alles verkauft, was er besaß, um den einen Schatz zu kaufen. Der Schatz ist das Reich Gottes. Der Schatz sind wir. Jesus will die ganze herrliche Ewigkeit mit uns vollbringen. Weil er wusste, dass wir nur dabei sein können, wenn er alles verliert, ist er den Weg ans Kreuz gegangen. Er hat alles geschenkt, damit wir für immer im Himmel glücklich sein können.

 

Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

 

Er lädt uns ein, denselben Weg zu gehen. Wir sind in der Welt, aber diese Welt ist nichtig. Sie ist der Vergänglichkeit unterworfen wegen der Sünde. Alles trägt Spuren der Vergänglichkeit. Wir haben Probleme, wir werden krank, es gibt die Sünde. Aber Jesus hat uns den Weg gezeigt, wie wir mit all dem umgehen können. Wir sollen alles verkaufen. Wir sollen nicht an der Welt hängen. Wir sollen ihre Nichtigkeit und Vergänglichkeit annehmen, so wie Jesus sie angenommen hat, um sie zu erlösen, indem er allen Schmerz in Liebe umgewandelt hat. Am Kreuz ist Jesus der Tod des Todes geworden. Der Tod hat keine Macht mehr, das Leiden ist umgewandelt in Liebe. Mit Jesus können wir jedes Leid annehmen, mit ihm vereinigen und so alles in Liebe umwandeln. Aber wenn wir an unserem Leben, an unseren Vorstellungen und Wünschen festhalten, wenn wir nicht täglich sterben, wenn wir nicht alles verkaufen, dann geschieht das nicht. Dann bleibt das Leid unerlöst, dann wird nichts in Liebe verwandelt.

 

Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

 

Vielleicht klingt das alles sehr tiefschürfend und unverständlich. In der Praxis ist es aber sehr befreiend. Wenn ich mit Problemen konfrontiert werde, dann leide ich darunter, selbst wenn es gar nicht meine Probleme sind. Dieses Leid kann ich mit dem Leid Jesu vereinen. Denn wie Jesus bin auch ich dazu berufen, die Vergänglichkeit und das Leid dieser von der Sünde durchtränkten Welt anzunehmen. Und wenn ich die Nichtigkeit dieser Welt bewusst auf mich nehme wie Jesus, mit Jesus, in Jesus, dann kann Jesus das in Liebe verwandeln. Dann ist das Leid damit noch nicht aufgehoben. Es dauert an, so lange, wie es eben sein muss. Aber es ist ein Durchgang, denn meistens erlebe ich, wie Gott dann etwas Gutes daraus macht. Ich erlebe die Wandlung. Aber wie gesagt, wenn ich nicht alle verkaufe, wenn ich an der Welt hänge, das heißt an meinen Wünschen und Vorstellungen, an meinem Willen, dann geschieht die Wandlung nicht. Dann leide ich weiter unter diesen Problemen. Ich bekomme den großen Schatz nur dann, wenn ich alles verkaufe.

 

Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.

 

Warum sollte ich nicht alles verkaufen? Wieso macht mir das Angst? Die Welt ist nun einmal vergänglich und nichtig. Wenn ich in falscher Weise an der Welt hänge, dann mache ich das Leben dadurch nur schlimmer. Wenn ich loslasse, und das Gute ist, ich lasse dann ja auch alle meine Probleme los, dann kann die Welt in Liebe verwandelt werden, dann schaffe ich schon in dieser Welt einen Wert, der für die Ewigkeit bleibt, dann bekomme ich den ganz großen Schatz, dass viele mit uns im Reich Gottes für immer glücklich sein werden. Dieser Schatz ist alles wert, was wir hier auf Erden verlieren müssen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Sinn dieses irdischen Lebens erschlossen hast. Wir wissen, dass die Welt durch die Sünde vergänglich und nichtig geworden ist. Aber weil wir Menschen auf dieser Welt leben, ist sie so unendlich kostbar in deinen Augen, dass du sie erlöst hast. Du hast alles verloren, hast gelitten, damit wir erlöst werden können. Danke Jesus. Und nun sollen wir denselben Weg mit dir gehen. Danke, dass du uns diese großartige Berufung geschenkt hast. Es tut zwar weh, aber der Preis lohnt sich. Jesus, ich will diesen Weg mit dir gehen. Ich bin bereit, alles zu verkaufen. Ich vertraue dir alles an, was heute auf mich zukommt. Wenn nur alles in Liebe verwandelt wird, damit wir den großen Schatz erhalten, der für uns bereit liegt.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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