Freitag, 28. Juli 2017

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht. (Mt 13,23)

16 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

EVANGELIUM

Mt 13, 18-23

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

18Hört, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet.

19Immer wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.

20Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt,

21aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.

22In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht.

23Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

 

 

Tagesimpuls:

 

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht. (Mt 13,23)

 

Jesus betont, wie wichtig es ist, dass wir das Wort Gottes auch verstehen. Ich selber mache in jeder Messe eine kleine Predigt, obwohl dies nicht der Tradition in unserer katholischen Kirche entsprach. Ich habe die Tradition vorgefunden, dass werktags nicht gepredigt wurde. Und als ich mit der kurzen Predigt auch werktags begann, wunderten sich viele, und es schien mir, dass auch manche nicht damit einverstanden waren. Aber mein Motiv war ganz klar: Man sollte das Wort Gottes verstehen. Wenn man das Evangelium nur hört, und danach geht man sofort zu den Fürbitten über, dann kann sehr leicht das passieren, was im ersten Vers von Jesus gesagt wird: Der Böse kommt und nimmt alles weg, was ins Herz der Menschen gesät wurde. Schon am Ende der Messe erinnert man sich kaum noch an das, was man gehört hatte.

 

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht.

 

Damit man das Wort Gottes besser versteht, darum schreibe ich auch den Tagesimpuls. Für mich ist das eine große Hilfe, als erstes am Morgen in das Wort Gottes einzudringen, es zu betrachten. Ich kenne viele Menschen und höre die Glaubenserfahrung von vielen Menschen. Besonders berühren mich Erfahrungen, wenn Menschen tief von Gott berührt werden, wenn ihr Leben von Gott verwandelt wird. Fast immer sind dies Menschen, die damit begonnen hatten, das Wort Gottes täglich zu betrachten, in das Wort Gottes einzudringen, sich um ein tieferes Verstehen zu bemühen. Damit steht für mich fest: Das tägliche Betrachten des Wortes Gottes ist das A und O unseres christlichen Glaubens.

 

Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht.

 

Maria ist uns darin Vorbild. Sie bewegt die Worte Gottes in ihrem Herzen. In der Tradition wird die Verkündigungsszene oft so dargestellt, dass Maria in einem offenen Buch liest, in der Heiligen Schrift, während der Engel Gabriel ihr das Wort Gottes vermittelt. Ein schönes und wahres Motiv! Während wir das Wort Gottes lesen und betrachten, kommt der Engel Gabriel und hilft uns, es zu verstehen. Der Engel Gabriel wiederum sagt das Wirken des Heiligen Geistes an, und dann wirkt der Heilige Geist in uns, so wie er in Maria gewirkt hat. Jesus wird in uns geboren, wir werden ein anderer Jesus, nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir (Gal 2,20).

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich mich täglich mit deinem Wort befassen kann. Ich will dein Wort lesen und betrachten wie Maria. Es soll nicht oberflächlich bleiben, es soll in mich eindringen und Frucht bringen. Heiliger Erzengel Gabriel, bitte hilf mir, das Wort gut zu verstehen. Heilige Maria, lass mich ganz vom Wort durchdrungen werden wie du.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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