Freitag, 24. März 2017

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. (Mt 12,30)

03 Woche der Fastenzeit – Freitag

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk ‪12,28b-34.

‪In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?

‪Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.

‪Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

‪Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

‪Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen anderen außer ihm,

‪und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.

‪Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

 

 

Tagesimpuls:

 

 

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. (Mt 12,30)

 

„Mit all deiner Kraft!" Wir sollen nicht geteilt sein, sondern wir sollen alle unsere Kräfte auf das eine Ziel ausrichten: Gott! Das heißt nicht, dass wir den ganzen Tag nur beten sollen. Wir sollen Gott auch lieben, indem wir seinen Willen tun und unseren Nächsten lieben. Aber wichtig ist, dass wir es immer mit ganzer Kraft tun.

 

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

 

Das heißt, wir müssen uns für Gott entscheiden. Wir müssen eine Entscheidung treffen, dass wir alle unsere Aktivitäten darauf ausrichten, dass Gott mehr geliebt wird. Gott ist dann nicht mehr nur eine Randfigur in unserem Leben. Das heißt aber auch, dass wir viele Dinge auf ihren richtigen Platz verweisen. Manches tun wir vielleicht zu viel, es passt nicht zusammen mit unserem ersten Ziel, Gott mit ganzer Kraft zu lieben. Das sollten wir dann weniger tun, damit wir nicht gespalten sind, sondern ganz und gar auf unser Ziel ausgerichtet, Gott mehr zu lieben.

 

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

 

Lieben wir ihn heute mit ganzer Kraft! Distanzieren wir uns von allen Ablenkungen und von der Lauheit, die sich eingeschlichen hat! Wenn wir gespalten sind, dann wird unser Leben anstrengend, aber wenn wir ganz auf Gott ausgerichtet sind, dann wird vieles leichter, einfacher.

 

Gebet:

Jesus, ich will dich heute ganz lieben, nicht halb. Ich will mich neu ganz für dich entscheiden und alle Lauheit vertreiben. Hilf mir dabei!

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

Donnerstag, 23. März 2017

Wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. (Lk 11,22)

03 Woche der Fastenzeit – Donnerstag

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk ‪11,14-23.

‪In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.

‪Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.

‪Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

‪Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.

‪Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.

‪Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.

‪Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

‪Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;

‪wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

‪Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. (Lk 11,22)

 

Das Böse ist stark in der Welt, aber Gott ist stärker. Wir erleben bei Jesus, wie er das Böse austreibt und wie das Gute zum Durchbruch kommen kann. Neulich besuchte ich eine Schulklasse, und nach einer Zeit des Gesprächs fragten die Kinder, ob man auch für die Klasse beten könne. Nach genauerem Nachfragen erklärten die Kinder, dass wir dafür beten sollen, dass die Liebe untereinander stärker würde, dass die Kinder mehr Rücksicht nehmen, sich nicht gegenseitig ärgern, und weniger im Unterricht stören. Immer mehr Kinder schlossen sich diesem Wunsch an. Man spürte förmlich, wie die Sehnsucht nach dem Guten in den Kindern wuchs, wie das Böse vertrieben wurde. Natürlich erfüllte ich den Wunsch und betete mit den Kindern.

 

Wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

 

Wir können die Gegenwart Jesu zu den Menschen bringen, und dann wird das Böse vertrieben. Die Menschen öffnen sich mehr für das Gute in der Gegenwart Jesu. Jesus sagt nicht, dass das Böse schwach wäre. Es ist stark, und es kann uns Angst machen. Aber Jesus sagt klar und er beweist es: Er ist der Stärkere! Nicht wir müssen Angst vor dem Teufel haben; der Teufel hat Angst vor uns Christen.

 

Wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

 

Wir treiben das Böse nicht aus durch Böses, nicht durch Gewalt, nicht, indem wir andere Menschen einschüchtern. Wir treiben das Böse aus durch Liebe und Geduld, durch Freundlichkeit, durch Herzlichkeit, indem wir die Menschen gern haben. Ja, wir treiben das Böse aus durch das Erleiden des Kreuzes. Da, wo wir berührt werden durch das Leid, durch das Kreuz, da kann Jesus die Auferstehung schenken, da wächst die Liebe, da kommt Licht in die Dunkelheit. Wenn wir unsere Liebe zu den Menschen bringen, dann bricht das Böse zusammen.

 

Wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

 

Lassen wir uns keine Angst machen durch das Böse in der Welt! Vertrauen wir immer darauf: Gott ist stärker! Und wenn wir Liebe bringen, sind wir stärker.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir keine Angst haben müssen vor der Macht des Bösen. Ich danke dir, dass du stärker bist, und dass wir mit dir stärker sein können. Hilf uns, überall die Liebe hinzubringen, so dass das Böse vertrieben wird. Hilf uns auch dabei, wenn wir das Kreuz annehmen müssen, damit dein Licht in die Dunkelheit der Menschen kommen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 




Mittwoch, 22. März 2017

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5,19)

03 Woche der Fastenzeit - Mittwoch

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪5,17-19.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.

‪Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

‪Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.  (Mt 5,19)

 

Dies zählt zu den Worten Jesu, mit denen ich mich schwer tue. Es wird eine Kontinuität geben zwischen meinem Leben hier und dem ewigen Leben bei Gott. Ich hatte gehofft, dass im Himmel alle gleich sein werden, dass es kein Oben und Unten dort mehr gibt. Aber Jesus sagt, dass es Erste und Letzte geben wird, er sagt, dass es Große und Kleine geben wird.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Ich kann mich damit trösten, dass ein Kleiner dann kein Problem mehr damit haben wird, dass er klein ist, er wird nicht von anderen herabgesetzt werden; die Großen werden nicht überheblich sein, denn alle sind voll von Liebe für einander. Aber es scheint so, dass das, was ich hier gelebt habe, der Grundstein für das ist, was später einmal sein wird. Der Himmel ist nicht ein völliger Neuanfang, so dass jeder noch mal bei Null anfängt, sondern jeder baut auf das auf, was er hier grundgelegt hat.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Wie gesagt, ich tue mich damit schwer, ich versuche nur, zu verstehen, was Jesus uns sagen will. Wir werden sicher versöhnt sein mit uns selber und mit den anderen. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das, was Geschehen ist, nicht ungeschehen werden kann. Das bedeutet, dass alles, was wir hier im Leben tun oder lassen, in unsere Geschichte eingeht und unsere Person prägen wird. Das Negative wird nicht einfachhin ausgelöscht, sondern es wird geheilt, wir werden mit allem versöhnt sein.

 

Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

Für mich heißt das – wenn ich Jesus hier richtig verstehe – dass alles, was ich tue, von Belang ist, dass ich die Relevanz meiner Taten hier und jetzt nicht unterschätzen darf. Ich muss mein Leben ernst nehmen, und zwar jeden Tag, jede Stunde. Jeder Tag ist eine Chance, die ich entweder nutzen kann, oder ich verpasse sie. Ich will möglichst gut leben, will die Chancen nutzen. Ich weiß, dass mir alle Fehler vergeben werden können. Aber es ist schöner, wenn ich am Ende nicht nur ein Chaos veranstaltet habe, was Gott und meine Mitmenschen mir verzeihen werden, und mit dem ich selber mich dann auch versöhnen kann. Es ist weitaus schöner, wenn ich einen großen Korb mit schönen Früchten mitbringen kann in das ewige Leben, die ich hier auf der Erde gesammelt habe.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mir heute sagst, dass ich das Leben ernst nehmen soll. Jeder Tag zählt. Es ist nicht gleichgültig, wie ich hier auf der Erde lebe. Im Gegenteil, ich stelle gerade meine Biographie zusammen, und die sieht entweder gut oder schlecht aus. Ich will mich nicht darauf verlassen, dass ich alles Schlechte nachträglich versöhnen kann. Ich will mich bemühen gut zu sein. Bitte hilf mir heute dabei. Amen.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

Dienstag, 21. März 2017

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. (Mt 18,24)


03 Woche der Fastenzeit – Dienstag   

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪18,21-35.

‪In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Sieben Mal?

‪Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzigmal.

‪Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

‪Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

‪Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.

‪Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen.

‪Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

‪Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

‪Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen.

‪Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hatte.

‪Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war.

‪Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast.

‪Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

‪Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

‪Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. (Mt 18,24)

 

Zehntausend Talente! Das ist eine für einen normalen Menschen völlig unüberschaubare Summe. Das ist eine Milliardensumme, so wie wir es in den Nachrichten hören, wenn z.B. vom Haushalt der Bundesrepublik Deutschland die Rede ist. Das ist keine Summe, mit der ein normaler Mensch jemals operiert. Und wenn ich eine solche Summe erlassen bekomme, dann heißt das ja, dass ich so viel geschenkt bekomme. Stellen wir uns vor, wir haben ein Milliardengeschenk von Gott bekommen. Wir sind unüberschaubar reich. So viel Geld können wir niemals in einem Leben ausgeben. Ein Geldsegen ohne Ende!

 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

 

Dagegen kommt dann einer, der uns hundert Denare schuldig ist. Das ist nicht wenig. Es sind hundert Tageslöhne in einer Gesellschaft, in der die Menschen gerade mal so wenig verdienen, dass sie für einen Denar genug zu essen kaufen können für den Tag für die Familie. Man darf es also nicht mit einem Tageslohn in Deutschland vergleichen, sondern eher mit einem Tageslohn in einem Entwicklungsland. Also reden wir, verglichen mit heutigen Maßstäben vielleicht von 500 Euro, wenn es hoch kommt, eher noch weniger. Jesus erzählt das Gleichnis, weil es ihm auf die Relation ankommt. Man soll das Verhältnis sehen: ein Milliardengeschenk auf der einen Seite, und ein paar hundert Euro auf der anderen.

 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

 

Also immer wenn ich jemandem vergeben muss, dann soll ich bedenken, wie unendlich reich ich von Gott beschenkt worden bin. Und wie wenig es im Verhältnis dazu ist, was der andere mir schuldet. Es ist nicht nichts, es tut doch weh! Jesus sagt nicht, dass mein Schuldner mir nicht weh getan hätte. 300 Denare sind nicht nichts. Das ist auch eine Summe, die man in der damaligen Zeit erst mal haben musste. Aber trotzdem, was ist das, wenn ich es mit dem unendlichen Reichtum vergleiche, den Gott mir geschenkt hat. Kann ich dann nicht sagen: „Verzichte auf deine 300 Denare! Ich habe so viel von Gott bekommen, ich brauche dein Geld nicht mehr. Ich fordere es nicht von dir zurück. Ich schenke dir deine Schuld!"

 

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.

 

Solange wir die Schuld zurückfordern, können wir keinen Frieden finden. Daher ist es wirklich besser, wenn wir vergeben. Wir müssen nicht erwarten, dass die anderen sich bei uns entschuldigen, dass die anderen ihre Fehler wieder gut machen. Bei Jesus hat sich auch keiner entschuldigt, und doch hat er vergeben. Vielleicht kommen die anderen mal an den Punkt, dass sie ihre Schuld wieder gut machen. Aber da müssen wir nicht drauf warten, da dürfen wir unseren Frieden nicht von abhängig machen. Bedenken wir, wie reich wir sind! Da brauchen wir die paar Euro von den anderen gar nicht!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für den unermesslichen Reichtum, den du uns schenkst. Ich will allen alles vergeben. Hilf mir dabei, dass ich nie etwas zurückfordere, sondern dass ich immer den inneren Frieden behalte. Du hast uns vorgelebt, wie man seinen Feinden verzeiht, und so will ich auch leben.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 


Montag, 20. März 2017

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen. (Mt 1,20)

HOCHFEST DES HEILIGEN JOSEF

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪1,16.18-21.24a.

‪Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.

‪Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

‪Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

‪Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

‪Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

‪Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen. (Mt 1,20)

 

Diese Aufforderung des Erzengels Gabriel so direkt auf uns zu beziehen, ist vielleicht ein wenig gewagt. Aber an anderer Stelle, als Jesus den Johannes bittet, Maria als seine Mutter anzunehmen (Joh 19,27), hat die Tradition der Kirche es im Laufe der Jahrhunderte wie selbstverständlich immer auf uns alle bezogen, nicht nur auf den Lieblingsjünger. Dürfen wir dann nicht auch diese Stelle auf uns beziehen? Wir sollen Maria als unsere Frau annehmen, natürlich nicht als Ehefrau, aber als unsere Mutter, als unsere Freundin, als unsere Gefährtin.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Manche fürchten sich, weil sie nicht wollen, dass Maria in Konkurrenz zu Jesus tritt. Aber ich glaube, dass diese Befürchtung unbegründet ist. Wie viele Mütter gibt es, die mehrere Kinder haben! Ist die Liebe zu einem Kind Konkurrenz zum anderen? Oder gar Konkurrenz zum Ehemann? Ich kenne so viele Menschen, die Marienverehrer sind. Alle die ich kenne, haben eine tiefe Liebe zu Jesus und eine tiefe Beziehung zum Heiligen Geist. Ich kenne keinen, bei dem die Liebe zu Maria nicht die Liebe zu Gott gefördert hätte. Es ist keine Konkurrenz, sondern im Gegenteil: Die Liebe zu Maria wirkt wie ein Katalysator, der die Beziehung zum dreifaltigen Gott erst richtig zum Brennen bringt.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Ein Katalysator ist ein Stoff, der eine chemische Reaktion beschleunigt. Darf ich dieses Bild auf die Rolle Marias im Heilsplan Gottes übertragen? Die chemische Reaktion wäre dann unsere Liebe zu Gott. Maria wäre der Katalysator, der diese Liebe beschleunigt, diesen Prozess anfacht, schneller in Gang bringt. Das ist doch wunderbar. Dagegen gibt es doch nichts einzuwenden. Es geht immer um die Liebe zu Gott. Alles, was dabei helfen kann, müsste uns doch herzlich willkommen sein.

 

Fürchte dich nicht, Maria ... zu dir zu nehmen.

 

Viele Menschen machen eine sogenannte Marienweihe. Das ist ein vielleicht altmodisch klingender Begriff. Aber es geht um genau das, was Josef gemacht hat: Maria zu sich zu nehmen. Ihr unser Leben anzuvertrauen. Damit sie uns hilft, dass unsere Liebe zum dreifaltigen Gott intensiviert wird. Daher möchte ich mit diesem heutigen Evangelium uns alle einladen, Maria in unser Leben aufzunehmen, wie Josef es getan hat. Möge sie uns dann helfen, Jesus noch mehr zu lieben, und in unserer Liebe zu Jesus beständig zu werden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns so viele Helfer schenkst, damit wir in unserer Liebe gefestigt werden. Ich danke dir für Maria, ich danke dir für den Heiligen Josef, ich danke dir für den Heiligen Erzengel Gabriel und für alle Engel. Ich danke dir für alle Heiligen, ich danke dir auch für deine Kirche, für alle Menschen, mit denen ich befreundet bin, die mich auf meinem Weg begleiten. So viele Menschen sind es, die mir helfen, dass meine Liebe zu dir immer wieder angefacht und gefestigt wird. Danke, dass wir dich in der Gemeinschaft lieben dürfen, dass die Liebe zu dir untrennbar verbunden ist mit der Gemeinschaft der Kirche, mit der Gemeinschaft mit Maria.

 

 

Pastor Roland Bohnen