Samstag, 4. März 2017

Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. (Mt 4,4)

1 Sonntag der Fastenzeit

 

EVANGELIUM

Mt 4, 1-11

 

In jener Zeit

1wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden.

2Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.

3Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.

4Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

5Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel

6und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

7Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

8Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht

9und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

10Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

11Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.

 

 

Tagesimpuls:

 

Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. (Mt 4,4)

 

Wenn wir in der Fastenzeit  auf etwas verzichten und fasten, dann sollen wir umso mehr vom Wort Gottes leben. Das Wort Gottes soll unsere Nahrung sein. Prüfen wir uns, wie wir das noch besser leben können! Ziel wäre es, möglichst oft am Tag an das Wort Gottes zu denken. Dazu ist es hilfreich, dass wir es am frühen Morgen betrachten. Der Morgen ist die Zeit, wo wir das Wort Gottes in uns aufnehmen und in unserem Herzen erwägen. Bevor ich das Wort Gottes lese und betrachte, bete ich immer zum Heiligen Geist, dass er mir das zeigen möge, was er mir heute durch das Wort Gottes zeigen will.

 

Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

 

Wenn wir das Wort Gottes betrachten, dann können wir uns in die Lage Jesu hineinversetzen. Wir können sozusagen innerlich dabei sein. Heute schauen wir viele Filme im Fernsehen oder im Kino. Wenn ein Film gut, ist, dann geht man innerlich ganz mit, dann versetzt man sich in die Lage der Akteure, dann trauert man mit ihnen, teilt ihre Angst und ist erleichtert über ihren Sieg. Genauso können wir das Wort Gottes betrachten. Wir können uns ganz hineinversetzen und innerlich mitgehen. Wir können auch mit Jesus in einen Dialog eintreten über das Wort Gottes. Wir können ihm Fragen stellen, oder er fragt mich etwas. So wird das Wort Gottes in uns lebendig. Dann ist die Chance groß, dass wir es später am Tag immer wieder erinnern und auf die jeweilige Lebenssituation beziehen. Es kann aber auch sein, dass wir die Worte, die wir früher einmal betrachtet hatten, heute erinnern und auf unsere heutige Situation beziehen können.

 

Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

 

Es ist wirklich wie beim Lesen Lernen. Wir lernen immer mehr Worte, wir erwerben einen Sprachschatz, und wir können immer mehr Sinnzusammenhänge verstehen. Wenn wir täglich das Wort Gottes betrachten, dann lernen wir gleichsam das ABC, um die Sprache Gottes zu lernen, um mit Gott in Verbindung zu bleiben, und unser Wortschatz wird immer größer. In jeder Lebenslage fallen uns aus diesem Wortschatz Worte ein, die wir in diesem Moment gebrauchen können, und wir sehen unser Leben immer mehr aus der göttlichen Perspektive, mit Hilfe des Wortes Gottes.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für dein Wort. Ich will es heute betrachten. Ich will mit deinem Wort leben, es immer wieder mit meiner Lebenssituation verflechten. Heiliger Geist, komm und hilf mir, die Worte Gottes zu verstehen und in mein Leben zu integrieren.

 

 

Pastor Roland Bohnen