Freitag, 10. März 2017

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. (Mt 5,25)

01 Woche der Fastenzeit – Freitag

 

‪Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt ‪5,20-26.

‪In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

‪Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein.

‪Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

‪Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat,

‪so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

‪Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und du wirst ins Gefängnis geworfen.

‪Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

 

 

Tagesimpuls:

 

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. (Mt 5,25)

 

Wenn ich mit jemandem auf dem Weg zum Gericht bin, das heißt, dass ich ihn verurteile. Ich fühle mich dann im Recht, und ich will, dass der andere verurteilt wird. Aber genau wegen dieses Verurteilens werde ich selber dann vor Gericht gestellt, und dann komme ich selber ins Gefängnis, und ich komme dort solange nicht mehr heraus, bis ich mein Verurteilen losgelassen und Frieden geschlossen habe.

 

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.

 

Daher sollte ich schon gleich – ohne Zögern – Frieden schließen, denn alles andere würde mir nur schaden. Solange ich innerlich den anderen verurteile, sitze ich innerlich in meinem Gefängnis. Nur durch Versöhnungsbereitschaft, durch Vergebung, werde ich frei. Viele sagen: „Ich kann das nicht." Wenn das so ist, dann sollen wir dafür beten, dass Gott uns hilft. Jemand sagte mir: „Ich kann es  noch nicht." Dieses kleine Wörtchen „noch" öffnet eine Perspektive. Ja, manchmal ist es sehr, sehr schwer. Aber es bleibt uns keine andere Wahl? Um wieder glücklich werden zu können, müssen wir von unserem Groll, von unserem Hass loslassen. Dazu kann eine Beichte eine sehr große Hilfe sein. In der Beichte bekommen wir ein starke Hilfe von Gott, und so können wir schließlich mit seiner Hilfe doch verzeihen.

 

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.

 

Um verzeihen zu können, muss ich nicht unbedingt ein versöhnendes Gespräch mit dem anderen führen. Je nachdem, was der andere für eine Person ist und wie er mir gegenüber eingestellt ist, könnte das sogar schädlich sein. Das Vergeben ist ein Vorgang, der in mir persönlich stattfindet. Das kann im Gebet und in der Beichte geschehen. Natürlich ist ein versöhnendes Gespräch etwas Wunderbares. Aber wie gesagt, wenn das nicht möglich ist, kann ich dennoch in meinem Herzen verzeihen.

 

Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist.

 

Die Fastenzeit ist die Zeit der Heilung. Gott will uns heilen. Er will unsere Beziehungen heilen. Er will nicht, dass wir bis an unser Lebensende mit einem dunklen Stein im Herzen herumlaufen. Das beste wird sein, dass wir in der Fastenzeit das Sakrament der Versöhnung empfangen. Das ist die allerbeste Hilfe, damit unsere Seele heil wird.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du meine Seele heilen willst. Du willst nicht, dass ich mit jemandem auf dem Weg zum Gericht bin, du willst nicht, dass ich andere verurteile. Danke für deine Warnung, dass es mich letztlich immer selbst trifft, wenn ich andere verurteile. Hilf mir, dass ich vielmehr lerne, allen alles zu verzeihen. Dann werde ich wirklich frei!

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 



Pastor Roland Bohnen 
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant - Süsterseel